Wäscherei und chemische Reinigung beleuchten: Lux, IP-Schutz, Kosten

Ratgeber · Wäscherei und Reinigung

In Wäschereien und chemischen Reinigungen entscheidet das Licht über Qualität, Arbeitssicherheit und den Eindruck beim Kunden. Hier finden Sie Lux-Werte und Lichtfarben je Zone, die passende Schutzart, die Berechnung der Leuchtenzahl und ein Rechenbeispiel zur Amortisation.

Inhalt

Licht gehört zu den wichtigsten und zugleich am häufigsten unterschätzten Faktoren für den Erfolg einer Wäscherei oder Reinigung. Kunden vermittelt gutes Licht Sicherheit, Sauberkeit und Professionalität. Für die Mitarbeiter bedeutet es effizienteres und sichereres Arbeiten: Flecken fallen sofort auf, Maschinen und Geräte lassen sich fehlerfrei bedienen.

Wäscherei mit heller LED-Beleuchtung
Helles, farbtreues Licht hilft, Flecken und Fehler sicher zu erkennen.

Warum LED

  • Energie: Gegenüber Glühlampen spart LED bei gleicher Lichtmenge 75–80 % Energie und oft mehr, gegenüber Leuchtstofflampen bis zu 60 %. Ersetzt eine 10-W-LED-Lampe eine 80-W-Glühlampe, spart dieser eine Lichtpunkt bei 12 Stunden Betrieb an 300 Tagen rund 250 kWh – gut 60 € im Jahr (Rechenbeispiel mit 0,25 €/kWh).
  • Lebensdauer: 25.000–50.000 Stunden – ein Mehrfaches von Leuchtstofflampen und mindestens 25-mal so lang wie Glühlampen. Das heißt: seltener Leuchtmittel tauschen, niedrigere Wartungskosten, keine Betriebsunterbrechungen und geringere Gesamtbetriebskosten (TCO).
  • Lichtqualität: helles, gleichmäßiges Licht mit Ra > 80 für die Qualitätskontrolle, das Erkennen von Flecken, das Unterscheiden von Farbtönen und ermüdungsarmes Arbeiten.
  • Sofort volles Licht: ohne Verzögerung oder Flackern, auch bei häufigem Schalten – anders als manche Entladungs- und Leuchtstofflampen. LEDs sind stufenlos dimmbar und arbeiten mit Bewegungs- und Tageslichtsensoren, Automatik und programmierbaren Lichtmodi zusammen.
  • Umwelt: kein Quecksilber wie in Leuchtstofflampen, weniger CO₂, weniger Abfall und überwiegend recycelbare Komponenten.

Für Bestandsanlagen wichtig: T5- und T8-Leuchtstofflampen dürfen seit August 2023 in der EU nicht mehr in Verkehr gebracht werden; Restbestände dürfen noch verkauft und genutzt werden.

Zonen und Lichtwerte

Gliedern Sie den Betrieb nach Tätigkeiten: Empfang und Kundenbereich, Annahme und Ausgabe, Waschen und Reinigen, Trocknen, Bügeln und Finish, Qualitätskontrolle und Verpacken, Lager sowie Technik- und Nebenräume. Jede Zone hat eigene Anforderungen:

Zone Beleuchtungsstärke Lichtfarbe
Empfangstheke 500–750 lx 4.000 K
Sortieren 400–500 lx 4.000–5.000 K
Waschen und Reinigen 300–400 lx 4.000 K
Qualitätskontrolle 600–1.000 lx 5.000–6.500 K
Bügeln 500–600 lx 4.000–5.000 K
Verpacken 300–400 lx 4.000 K
Lager 200–300 lx 4.000 K

Richtwerte. Im übrigen Kundenbereich genügen 300–400 lx. Farbwiedergabe Ra > 80, beim Sortieren und in der Qualitätskontrolle Ra > 90. Planungsgrundlage ist die DIN EN 12464-1, verbindlich für Arbeitsstätten die ASR A3.4.

Leuchtenzahl berechnen

Den benötigten Lichtstrom je Raum ermitteln Sie mit der Formel Φ = E × A ÷ (η × WF):

  • Φ: Gesamtlichtstrom der Leuchten in Lumen
  • E: geforderte Beleuchtungsstärke in Lux
  • A: Raumfläche in m²
  • η: Ausnutzungsgrad, typisch 0,4–0,6
  • WF: Wartungsfaktor, typisch 0,7–0,8

Rechenbeispiel: Ein Raum mit 10 × 5 m = 50 m² soll 400 lx erhalten, bei η = 0,5 und WF = 0,8: Φ = 400 × 50 ÷ (0,5 × 0,8) = 50.000 lm. Mit LED-Leuchten à 5.000 lm brauchen Sie 50.000 ÷ 5.000 = 10 Leuchten.

Chemische Reinigung mit LED-Beleuchtung
In der Reinigung braucht jede Zone ihr eigenes Lichtniveau.

Leuchten und Auswahlkriterien

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten:

  • Schutzart: mindestens IP44 in normalen Räumen, IP54 bis IP65 in feuchten Bereichen und in der Nähe der Waschmaschinen, IP65 bis IP67 bei direktem Wasserkontakt.
  • Lichtausbeute: über 100 lm/W für maximale Einsparung.
  • Farbwiedergabe: Ra > 80, in der Qualitätskontrolle möglichst Ra > 90.
  • Lichtfarbe: Neutralweiß mit 4.000 K ist für die meisten Bereiche optimal und unterstützt Aufmerksamkeit und Präzision.
  • Lebensdauer: mindestens 30.000 Stunden, dazu eine mehrjährige Garantie.
  • Energielabel: Die früheren Klassen A++ und A+++ gibt es nicht mehr. Lichtquellen tragen heute das EU-Energielabel mit den Klassen A–G, die Daten stehen in der EPREL-Datenbank. Wählen Sie eine möglichst gute Klasse.

Montage und Sicherheit

  • Gleichmäßig verteilen: keine starken Schatten und dunklen Stellen.
  • Montagehöhe: Allgemeinbeleuchtung 2,5–3,5 m über dem Boden, Arbeitsplatzleuchten 1,2–1,5 m über der Arbeitsfläche, Hallenstrahler in hohen Hallen 4–8 m je nach Leuchtentyp.
  • Blendung vermeiden: Leuchten mit geeigneter Optik so anordnen, dass sie die Mitarbeiter nicht direkt blenden.
  • Zusatzlicht: in kritischen Zonen wie Qualitätskontrolle, Bügeln und Legen.

Der Anschluss an das 230-V-Netz gehört in die Hände einer Elektrofachkraft; die Installation muss DIN VDE 0100 und den Anforderungen an die Beleuchtung von Arbeitsstätten entsprechen. Vergessen Sie die Sicherheitsbeleuchtung der Fluchtwege nach DIN EN 1838 und ASR A3.4/3 nicht, und setzen Sie dort, wo Leuchten beschädigt werden können, Modelle mit zusätzlichem mechanischem Schutz ein.

Lichtsteuerung

  • Manuell: Schalter und Dimmer für die einzelnen Lichtkreise.
  • Zeitschaltuhren: Ein- und Ausschalten nach den Betriebszeiten.
  • Bewegungs- und Präsenzmelder: für wenig genutzte Räume wie Lager oder Umkleiden.
  • Tageslichtsensoren: regeln das Kunstlicht in Räumen mit Fenstern oder Oberlichtern.
  • Zonensteuerung: separat schaltbare Bereiche nach Nutzung und Tagesablauf.
  • Zentrale Lichtsteuerung: Verwaltung der gesamten Anlage mit Verbrauchsmonitoring und vorausschauender Wartung.

Je nach Betrieb spart eine intelligente Steuerung weitere 30–50 % Energie gegenüber LED-Licht ohne Steuerung. Optimierte Betriebszeiten und Helligkeiten verlängern zudem die Lebensdauer der Anlage, die Automatik erhöht den Komfort, und das Monitoring deckt weitere Einsparpotenziale auf.

Praxistipps je Zone

  • Empfang und Kundenbereich: Allgemein- und Akzentlicht kombinieren, Neutralweiß mit 4.000 K, ausreichend Licht an der Theke und dort, wo Kunden Formulare ausfüllen. Ein blendfreier, gut ausgeleuchteter Empfang unterstreicht Sauberkeit und Professionalität; beleuchtete Vitrinen und Infomaterial erleichtern die Orientierung im Angebot.
  • Sortieren: Ra > 90, 4.000–5.000 K und 400–500 lx, damit Flecken, Materialien und Farben sicher erkannt werden.
  • Waschen: staub- und spritzwassergeschützte Leuchten mit mindestens IP54, gleichmäßiges Licht ohne starke Schatten und Zusatzlicht an den Bedienfeldern der Maschinen und an den Dosieranlagen.
  • Trocknen: wärmebeständige Leuchten wegen der höheren Temperaturen an den Trocknern, Modelle mit stabiler Lichtfarbe auch bei Wärme und genug Licht an Filtern und Abluft für die Wartung.
  • Bügeln und Finish: gerichtetes Licht gegen Schatten auf der Bügelfläche, 500–600 lx und 4.000–5.000 K für ermüdungsarmes Arbeiten.
  • Qualitätskontrolle: Ra > 90, 600–1.000 lx und 5.000–6.500 K für maximalen Kontrast; verstellbare Leuchten passen die Lichtrichtung an.
  • Verpacken und Versand: gleichmäßiges Licht auf den Arbeitsflächen, ausreichend Licht an Regalen und in der Versandzone, Neutralweiß mit 4.000 K.

Kosten und Amortisation

Eine hochwertige LED-Anlage kostet in der Anschaffung typischerweise 50–100 % mehr als herkömmliche Technik. Dem stehen 50–80 % weniger Energieverbrauch, geringere Wartungskosten durch seltenen Leuchtmitteltausch und eine niedrigere Kühllast gegenüber, weil LEDs weniger Wärme abgeben. Bei Betriebszeiten ab 12 Stunden täglich amortisiert sich die Umrüstung meist in 1,5–3 Jahren.

Rechenbeispiel: 50 Leuchten Herkömmlich LED
Anschlussleistung 7.500 W (50 × 150 W) 2.000 W (50 × 40 W)
Betriebszeit 12 h/Tag, 300 Tage 12 h/Tag, 300 Tage
Jahresverbrauch 27.000 kWh 7.200 kWh
Energiekosten (0,25 €/kWh) 6.750 € 1.800 €
Leuchtmitteltausch ca. 600 € pro Jahr ca. 200 € in 5 Jahren
Einsparung pro Jahr – ca. 5.510 €
Investition LED – ca. 10.000 €
Amortisation – ca. 1,8 Jahre

Die Einsparung setzt sich aus 4.950 € weniger Stromkosten und rund 560 € weniger Wartung pro Jahr zusammen. Prüfen Sie zusätzlich aktuelle Förderprogramme von Bund, Ländern und Kommunen.

Häufige Fragen

Wie viel Energie spart die Umstellung auf LED?
Gegenüber Glühlampen 75–80 %, gegenüber Leuchtstoffröhren meist 30–50 %. Zusammen mit einer intelligenten Steuerung über Bewegungs- und Tageslichtsensoren sind insgesamt bis zu 85 % gegenüber dem Ausgangszustand möglich.
Wie prüfe ich, ob die Beleuchtung ausreicht?
Mit einem Luxmeter, gemessen in Höhe der Arbeitsflächen an mehreren Punkten je Zone. Die Mindestanforderungen an Arbeitsplätze nennen DIN EN 12464-1 und ASR A3.4. Ein professionelles Lichtaudit misst zusätzlich die Gleichmäßigkeit, die Blendung (UGR) und die spektralen Eigenschaften des Lichts.
Was sind die häufigsten Fehler?
Eine zu niedrige Schutzart für die feuchte Umgebung, ungünstig verteilte Leuchten mit ungleichmäßigem Licht und Schatten, zu wenig Licht in den Kontrollzonen, vernachlässigte Farbwiedergabe, fehlende Zonensteuerung, der Verzicht auf hochwertige Leuchten mit nachgewiesener Lebensdauer und eine vergessene Sicherheitsbeleuchtung.
Lohnt sich eine professionelle Lichtplanung?
Für einen einfachen Leuchtentausch nicht unbedingt, bei einer Komplettsanierung oder einem neuen Betrieb aber fast immer: Die Planung ermittelt die nötige Leuchtenzahl, die beste Anordnung und die passenden Leuchtentypen – und macht sich über eine optimierte Leuchtenzahl und niedrigere Betriebskosten bezahlt.

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