Wartungsfaktor

Der Wartungsfaktor berücksichtigt in der Lichtplanung, dass eine Beleuchtungsanlage mit der Zeit Licht verliert – durch Alterung der LEDs, Ausfälle und Verschmutzung. Er liegt zwischen 0 und 1; je kleiner er ist, desto mehr Reserve wird eingeplant.

Nach CIE 97 setzt er sich aus vier Faktoren zusammen: dem Lichtstromrückgang der Lichtquellen (LLMF), ihrer Überlebensrate (LSF), der Verschmutzung der Leuchten (LMF) und der Verschmutzung der Raumflächen (RSMF). Multipliziert ergeben sie den Wartungsfaktor.

So wirkt er: Neuwert = Wartungswert ÷ Wartungsfaktor. Sollen im Büro dauerhaft 500 lx erreicht werden und beträgt der Wartungsfaktor 0,8, plant man im Neuzustand 625 lx ein.

Für LED-Leuchten in sauberen Innenräumen mit regelmäßiger Reinigung wird oft mit etwa 0,8 gerechnet. In staubigen Hallen, Ställen, im Freien oder bei seltener Wartung ist er deutlich kleiner. DIN EN 12464-1 verlangt, dass der Planer den Wartungsfaktor und den zugehörigen Wartungsplan angibt. Ältere Unterlagen nennen stattdessen den Planungsfaktor, den Kehrwert (zum Beispiel 1,25 statt 0,8).

Ein zu kleiner Wartungsfaktor führt zu überdimensionierten Anlagen. Mit dimmbaren Leuchten und konstantem Lichtstrom (CLO) lässt sich die anfängliche Reserve wegdimmen, das spart Energie. Ein Rechenbeispiel zeigt die Lichtstudie Werkstatt mit niedriger Decke: 477 Lux bei Wartungsfaktor 0,67.