LED-Röhren auf einen Blick: T8, T5, Vorschaltgerät und Ersparnis
Ratgeber · LED-Röhren
T8 oder T5, KVG oder EVG, wie viel Lumen? Die wichtigsten Punkte für den Wechsel zur LED-Röhre – kompakt im Überblick.
LED-Röhren passen in vorhandene Leuchten und sparen bis zu 60–70 % Energie gegenüber Leuchtstoffröhren. Sie halten 5- bis 10-mal so lange, leuchten sofort und flimmerfrei – auch bei Kälte –, vertragen häufiges Schalten, erwärmen den Raum weniger und enthalten kein Quecksilber. Seit August 2023 dürfen T5- und T8-Leuchtstoffröhren in der EU nicht mehr in Verkehr gebracht werden; Restbestände dürfen noch verkauft und genutzt werden.
Größen und Leistungen
T8 ist die häufigste Bauform: 26 mm Durchmesser, Sockel G13 mit 13 mm Stiftabstand. T5 ist schlanker: 16 mm Durchmesser, Sockel G5 mit 5 mm Stiftabstand.
| Röhre | Ersetzt | LED-Leistung | LED-Lichtstrom |
|---|---|---|---|
| T8, 60 cm | 18 W (ca. 1.350 lm) | 9–12 W | 900–1.400 lm |
| T8, 120 cm | 36 W (ca. 2.700 lm) | 18–24 W | 1.800–2.600 lm |
| T8, 150 cm | 58 W (ca. 4.300 lm) | 22–30 W | 2.200–3.200 lm |
| T5, 288 mm | 8 W | 4–6 W | 400–600 lm |
| T5, 549 mm | 14 W | 8–11 W | 800–1.100 lm |
| T5, 849 mm | 21 W | 13–17 W | 1.300–1.700 lm |
| T5, 1.149 mm | 28 W | 16–22 W | 1.600–2.200 lm |
Ersparnis bei T8: 33–50 % (60 und 120 cm) bzw. 48–62 % (150 cm). Weil LED-Röhren gerichtet abstrahlen, kommen sie mit weniger Lumen aus; wer das bisherige Lichtniveau halten will, wählt das obere Ende der Spanne. Außerdem gibt es T8-Röhren mit 90 cm für Sonderanwendungen und 180 cm für lange Leuchten sowie ringförmige LED-Röhren für Ringleuchtstofflampen.
Einspeisung und Vorschaltgerät
Einseitig eingespeiste Röhren („Single-ended“, „One-end powered“, Pfeil an der Anschlussseite) führen nur an einem Ende Spannung – sicherer beim Einsetzen und für neue Installationen empfohlen. Bei beidseitig eingespeisten Röhren liegt an jedem Ende ein Pol an; die Verdrahtung der Leuchte muss dazu passen.
Welche Röhre passt, hängt vom Vorschaltgerät ab. Prüfen Sie bei ausgeschalteter Sicherung Sockel, Starter, Aufschrift des Vorschaltgeräts und Baujahr der Leuchte:
| Vorschaltgerät | Erkennungsmerkmale | Lösungen |
|---|---|---|
| Elektronisch (EVG) | leise, schneller Start ohne Flackern, Aufschrift „EVG“ oder „Electronic ballast“, meist nach 2000 gebaut | A: EVG-kompatible Röhre („EVG compatible“): Tausch ohne Umbau, aber teurere Röhre und Verluste im EVG. B: Direktbetrieb an 230 V („Direct AC“, „Bypass“): EVG überbrücken – effizienter, günstigere Röhre. |
| Konventionell (KVG) | Brummen, Starter, langsamer Start mit Flackern, meist vor 2000 installiert | A: Starter gegen LED-Starter (Dummy-Starter) tauschen, LED-Röhre für KVG-Betrieb („Starter replacement“) einsetzen – am einfachsten. B: KVG und Starter entfernen, direkt an 230 V anschließen – am effizientesten. |
| Alte Drossel mit Kompensationskondensator | Kondensator zusätzlich zur Drossel | Drossel abklemmen, Kondensator ausbauen, direkt an 230 V anschließen, Verdrahtung prüfen lassen. |
Der Anschluss an das 230-V-Netz gehört in die Hände einer Elektrofachkraft – das gilt für jede Überbrückung und Umverdrahtung. Kennzeichnen Sie umgebaute Leuchten, damit niemand wieder eine Leuchtstoffröhre einsetzt.
Lichtausbeute, Lichtfarbe, Abstrahlwinkel
Lichtausbeute: einfache Röhren 80–100 lm/W, Standard 100–130 lm/W, Premium 130–160 lm/W, High-End 160–200 lm/W.
| Lichtfarbe | Typischer Einsatz |
|---|---|
| 2.700 K, Warmweiß | gemütliche Räume, Ruhezonen, Wohnbereiche, Restaurants |
| 3.000 K, Warmweiß | Büros, Geschäfte, Eingangshallen, Sanitärräume |
| 4.000 K, Neutralweiß | die universellste Wahl: Werkstätten, Lager, Flure, Technikräume, Außenbereich |
| 5.000 K, Tageslichtweiß | präzise Arbeiten, Qualitätskontrolle, Lesen und Schreiben, Gesundheitswesen |
| 6.500 K, Kaltweiß | sehr präzise Arbeiten, Grafik, Elektronik, Sonderanwendungen |
Abstrahlwinkel: 120° als Standard, 160° für niedrige und 90° für hohe Montagehöhen, asymmetrische Optiken für Sonderanwendungen.
Praxisbeispiele
| Raum | Bestand | LED-Lösung | Leistung |
|---|---|---|---|
| Büro 6 × 4 × 3 m | 4 × T8 36 W, EVG | T8 120 cm, 20 W, 2.200 lm, 4.000 K, EVG-kompatibel, direkter Tausch | 144 W → 80 W (−44 %) |
| Werkstatt 12 × 8 × 4 m | 8 × T8 58 W, KVG mit Startern | T8 150 cm, 25 W, 2.800 lm, 5.000 K, LED-Starter; flimmerfreies Licht | 464 W → 200 W (−57 %) |
| Lager 20 × 15 × 6 m | 12 × T8 36 W, alte Drossel mit Kompensationskondensatoren | T8 120 cm, 22 W, 2.400 lm, 4.000 K, Umverdrahtung auf 230 V durch eine Elektrofachkraft | 432 W → 264 W (−39 %) |
Rechenbeispiel Lager: Investition rund 720 €, Amortisation nach etwa 2,5 Jahren. Achtung: Beim 1:1-Tausch bleiben die gewünschten 500 lx (Büro), 300 lx (Werkstatt) und 200 lx (Lager) unerreicht – schon der gesamte Lichtstrom geteilt durch die Fläche liegt darunter. Dafür braucht es mehr Leuchten und eine Lichtberechnung.
Austausch Schritt für Schritt
Vorher Stromkreis abschalten, Spannungsfreiheit prüfen, gegen Wiedereinschalten sichern, Schutzausrüstung tragen; Arbeitslicht liefern Tageslicht oder eine Akkulampe.
- Leuchtstoffröhre um 90° drehen und herausnehmen, Fassungen und Kontakte prüfen, Reflektor entstauben.
- Falls nötig, LED-Starter einsetzen oder die Leuchte von der Elektrofachkraft umbauen lassen; Verbindungen auf festen Sitz prüfen.
- LED-Röhre in die Fassungen setzen, um 90° drehen und auf festen Sitz prüfen.
- Abschnittsweise einschalten, Funktion prüfen, Beleuchtungsstärke mit dem Luxmeter messen, gegebenenfalls die Dimmfunktion testen.
Häufige Fehler
| Symptom | Ursache | Abhilfe |
|---|---|---|
| Röhre bleibt dunkel, flackert beim Start oder leuchtet schwach | Passt nicht zum Vorschaltgerät oder zur Einspeisung | Röhrentyp prüfen, ggf. Verdrahtung anpassen |
| Röhre nach der Montage defekt | Grobe Handhabung, gewaltsames Einsetzen, Kurzschluss beim Anschließen | Schonend einsetzen, Verdrahtung kontrollieren, gute LED-Starter |
| Raum dunkler oder ungleichmäßiger als vorher | Zu wenig Lumen, anderer Abstrahlwinkel, Wartungsfaktor vergessen | Mehr Lumen, breiter Abstrahlwinkel, Fachberatung |
| Flackern, schwankende Helligkeit, Aussetzer | Instabile Netzspannung, schlechte Kontakte, minderwertige LED-Starter | Kontakte reinigen, bessere LED-Starter, Spannung stabilisieren |
Lebensdauer und Wartung
Einfache Röhren halten etwa 30.000 Stunden (3–4 Jahre im Dauerbetrieb), Standardröhren 50.000 Stunden (5–6 Jahre), Premiumröhren ab 70.000 Stunden (über 8 Jahre). Einfluss haben LED-Chips und Elektronik, Umgebungstemperatur, Schalthäufigkeit, Spannungsschwankungen, Feuchtigkeit und Staub.
- Monatlich: Sichtkontrolle, Ausfälle notieren, Befestigung prüfen.
- Vierteljährlich: Röhren abstauben, Kontakte prüfen, Reflektoren reinigen.
- Jährlich: Beleuchtungsstärke messen, ältere Röhren vorbeugend tauschen, Verbindungen kontrollieren.
Sinkt der Lichtstrom unter 80 %, planen Sie den Tausch ein; spätestens fällig ist er unter 70 %, bei Flackern, veränderter Lichtfarbe, Beschädigung oder überschrittener Lebensdauer.
Rechenbeispiel: 10 Röhren T8 36 W
Zehn T8-Röhren mit 36 W werden durch LED-Röhren mit 20 W und LED-Starter ersetzt (3.000 h pro Jahr, 0,25 €/kWh). Investition für Röhren, Starter und Montage: rund 260 €. Jährlich sparen Sie (360 W − 200 W) × 3.000 h = 480 kWh, also rund 120 €, plus rund 30 € für Ersatz-Leuchtstoffröhren (bisher 10 Stück alle 2 Jahre) – zusammen etwa 150 €, amortisiert nach rund 1,7 Jahren. Über 10 Jahre ergeben 1.200 € Strom, 300 € Ersatzröhren und 120 € Wartung zusammen 1.620 €, abzüglich Investition rund 1.360 €. Passende Röhren finden Sie unter LED-Röhren, komplette Leuchten unter LED-Röhrenleuchten.
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