Fünf Sicherheitsregeln

Die fünf Sicherheitsregeln nach DIN VDE 0105-100 legen fest, wie vor Arbeiten an elektrischen Anlagen der spannungsfreie Zustand hergestellt und gesichert wird – in fester Reihenfolge, bevor jemand Leiter oder Klemmen berührt.

  • 1. Freischalten: den Stromkreis allseitig abschalten, etwa über den Leitungsschutzschalter.
  • 2. Gegen Wiedereinschalten sichern: Sicherungsautomat sperren oder Schmelzsicherung herausnehmen und ein Warnschild anbringen.
  • 3. Spannungsfreiheit feststellen: mit einem zweipoligen Spannungsprüfer an allen Leitern direkt an der Arbeitsstelle; ein einpoliger Phasenprüfer reicht dafür nicht.
  • 4. Erden und kurzschließen: vorgeschrieben vor allem in Anlagen über 1000 V. In Niederspannungsanlagen kann darauf verzichtet werden, wenn keine Rückspeisung droht, etwa durch Photovoltaik oder ein Notstromaggregat.
  • 5. Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken.

Nach der Arbeit werden die Maßnahmen in umgekehrter Reihenfolge aufgehoben. Die Regeln gelten für jede Arbeit am 230-V-Netz, also auch für das Anschließen einer Deckenleuchte oder den Tausch eines Treibers, und gehören zum Grundwissen jeder Elektrofachkraft.

Typische Falle im Altbau: Eine Leuchte oder Abzweigdose wird aus zwei Stromkreisen versorgt, oder die Sicherungen sind falsch beschriftet. Prüfen Sie deshalb immer direkt an der Arbeitsstelle und nicht nur am Verteiler. Wie das beim Einbau eines Dimmers aussieht, zeigt der Ratgeber LED-Dimmer einbauen.