Tischlerwerkstatt 15 m²: 461 Lux mit 3 LED-Linearleuchten
Lichtstudie · Tischlerwerkstatt
Bei Linearleuchten zählt die Ausrichtung – und das Flimmern noch mehr. DIALux-Berechnung für eine kleine Werkstatt mit Isolinien, Blendung in zwei Blickrichtungen und dem Stroboskopeffekt, durch den ein laufendes Sägeblatt stillzustehen scheint.
Drei Leuchten, zwei unterschiedliche Blendwerte. Der Bericht für diese Werkstatt gibt den UGR getrennt für den Blick von der linken Wand (24) und von der unteren Wand (21) an. Den Unterschied von drei Punkten macht weder eine andere Leuchte noch eine andere Wattzahl, sondern die Richtung, in die die Leuchten gedreht sind. Und genau das ist bei Linearleuchten in der Werkstatt entscheidend.
Drei Leuchten in einer schmalen Werkstatt
Der Plan zeigt Isolinien – Linien, die Punkte gleicher Beleuchtungsstärke verbinden. Die roten Rechtecke sind die Leuchten.
Die Gleichmäßigkeit von 0,523 ist nicht gerade glänzend. Der Bericht ergänzt, dass 27,93 % der Fläche weniger als 400 Lux erhalten – mehr als ein Viertel der Werkstatt. Das ist der Streifen entlang der kürzeren Wände.
Die Werkstatt ist schmal und hat eine niedrige Decke (2,4 m). Drei Linearleuchten erzeugen drei längliche Lichtinseln, zwischen denen die Werte abfallen. Mit vier kürzeren Leuchten wäre die Gleichmäßigkeit besser – um den Preis einer höheren Stückzahl und einer längeren Montage.
Dieses Viertel der Fläche unter 400 Lux muss allerdings nicht stören. Es kommt darauf an, wo es liegt. Stehen an den kürzeren Wänden Regale und Schränke, ist alles in Ordnung. Steht dort die Hobelbank, ist es ein Problem – und das löst man nicht mit einer stärkeren Leuchte, sondern indem man die Hobelbank einen Meter weiter zur Raummitte rückt.
Längs oder quer? Bei einer Linearleuchte kein Detail
Eine Linearleuchte ist nicht symmetrisch. Ihr Licht verteilt sich längs ihrer Achse anders als quer dazu. Deshalb gibt der Bericht den UGR für zwei Richtungen an.
Von der linken Wand aus beträgt die Blendung 24, quer zur Achse 23. Von der unteren Wand aus 21 und 21. Zwischen der ungünstigsten und der günstigsten Richtung liegen drei Punkte – beim UGR ein spürbarer Unterschied.
So können Sie es sich vorstellen
Schauen Sie längs auf die Leuchte, sehen Sie ihre kurze Stirnseite – eine kleine leuchtende Fläche mit hoher Leuchtdichte. Das blendet.
Schauen Sie quer auf die Leuchte, sehen Sie ihre ganze lange Seite. Dieselbe Lichtmenge verteilt sich auf eine größere Fläche, die Leuchtdichte pro Quadratzentimeter ist niedriger und die Blendung geringer.
Praktische Regel für die Werkstatt: Richten Sie die Leuchte so aus, dass ihre Längsachse auf Sie zu zeigt, nicht quer zu Ihrem Blick. Wer an der Hobelbank steht und auf den Hobel schaut, hat die Leuchten dann längs über sich und nicht schräg vor den Augen.
Der Bericht nennt außerdem SHR = 0,25 – das Verhältnis des Leuchtenabstands zur Höhe über der Nutzebene. Ein niedriger Wert bedeutet ein dichtes Raster und damit weichere Übergänge.
Stroboskopeffekt: die Säge, die stillzustehen scheint
In einer Tischlerei gibt es ein Risiko, das in keiner Tabelle zur Beleuchtungsstärke steht – und das Finger kosten kann.
LEDs leuchten nicht kontinuierlich. Sie werden von einem Treiber versorgt, und je nach dessen Qualität flimmert das Licht – es schwankt hundertmal pro Sekunde. Das Auge sieht das nicht. Ein rotierendes Werkzeug aber schon.
Trifft die Flimmerfrequenz die Drehzahl von Sägeblatt oder Spindel, entsteht der Stroboskopeffekt: Ein Sägeblatt mit 3.000 Umdrehungen pro Minute scheint stillzustehen oder sich langsam rückwärts zu drehen. Der Bediener greift nach dem Werkstück, weil er glaubt, die Maschine laufe nur noch aus.
Was dagegen hilft
Fragen Sie nach dem Flimmern, nicht nach der Wattzahl. Ein hochwertiger Treiber hält das Flimmern unter fünf Prozent, bei einem billigen sind es auch über dreißig. Auf der Verpackung steht das selten, im Datenblatt schon – achten Sie auf die Angabe zur Welligkeit des Lichtstroms oder zur Frequenz.
Verlassen Sie sich nicht auf eine einzige Leuchte über der Maschine. Zwei unabhängig versorgte Leuchten füllen das Flimmern der jeweils anderen aus. In dieser Werkstatt sind es drei – ihre Phasen überlagern sich teilweise.
Zusätzliches Licht von der Seite. Eine Maschine mit eigener Leuchte, die aus einer anderen Quelle versorgt wird, schließt das Risiko praktisch aus.
In einer Werkstatt ohne rotierende Maschinen spielt das keine Rolle. Bei Kreissäge, Fräse oder Drehbank ist es ein Sicherheitsparameter und keine Frage des Komforts.
Decke mit 180 Lux und einem Maximum von 1.208
Die Decke erhält 180 lx, ihr Maximum liegt aber bei 1.208 lx – das sind die Leuchten selbst. Das Verhältnis ist fast siebenfach, und in einer niedrigen Werkstatt (2,4 m) macht sich das bemerkbar.
Die Leuchte ist nah am Kopf. Richtet sich der Tischler an der Hobelbank auf, hat er sie praktisch auf Augenhöhe. Genau deshalb kam der UGR an der linken Wand auf bis zu 24 – an der Grenze dessen, was in einer Werkstatt akzeptabel ist.
Die Wände erhalten 255 lx, ihr Maximum liegt bei 399 lx. Helle Wände helfen in einer so kleinen Werkstatt sehr: Das reflektierte Licht füllt die Schatten unter Regalen und zwischen den Maschinen, wohin das direkte Licht nicht reicht.
Die Lichtfarbe 4.100 K ist Neutralweiß und passt gut in eine Werkstatt. Die Anlage erreicht 85 lm/W und nimmt 180 W auf, also 12,00 W/m². Für einen kleinen Raum mit hohem Beleuchtungsniveau ist das ein üblicher Wert.
Holzstaub: der stille Lichtfresser
Eine Tischlerei hat eine Eigenschaft, die weder Büro noch Lager haben: Nach einer Woche ist alles mit einer feinen Schicht Holzstaub bedeckt. Auch die Abdeckungen der Leuchten.
Der Wartungsfaktor von 0,67 berücksichtigt das. Die angegebenen 461 Lux gelten für verstaubte Leuchten am Ende ihrer Lebensdauer, nicht für eine frische Montage. Ohne Reinigung würde aber selbst diese strenge Annahme womöglich nicht ausreichen.
Drei praktische Konsequenzen
Geschlossene Leuchte. Ein offenes Gehäuse mit Kühlrippen sammelt Späne im Inneren, wo man mit dem Tuch nicht hinkommt. Neben dem Lichtverlust ist das auch ein thermisches Problem – eine zugesetzte Kühlung verkürzt die Lebensdauer des LED-Chips.
Höhere Schutzart. In einer Werkstatt, in der geschliffen und mit Druckluft ausgeblasen wird, gelangt Staub überallhin. Eine staubdichte Ausführung ist kein Luxus.
Reinigung einplanen. In zweieinhalb Metern Höhe braucht man dafür Leiter und Tuch, keine Hebebühne. Eine Reinigung einmal im Jahr gibt den Leuchten einen wesentlichen Teil des verlorenen Lichts zurück.
Und noch etwas, worüber selten gesprochen wird: Feiner Holzstaub ist brennbar. Eine Leuchte mit warmem, offenem Gehäuse mitten im Schleifraum ist keine gute Idee – und das ist dann eine Frage für den Brandschutz, nicht für die Lichtberechnung.
Was die einzelnen Zahlen bedeuten
- UGR längs / quer
- Die Blendung hängt davon ab, ob Sie die kurze Stirnseite der Leuchte sehen oder ihre lange Seite. Der Unterschied beträgt meist zwei bis drei Punkte.
- SHR
- Verhältnis des Leuchtenabstands zur Höhe der Leuchten über der Nutzebene. Ein niedrigerer Wert bedeutet ein dichteres Raster und weichere Übergänge.
- Stroboskopeffekt
- Das Flimmern des Lichts trifft die Drehzahl eines Werkzeugs, und das Werkzeug scheint stillzustehen. Bei Sägen und Fräsen ein Sicherheitsrisiko.
- Flimmern (Flicker)
- Schwankung des Lichtstroms einer LED. Ein hochwertiger Treiber hält es unter fünf Prozent, bei einem billigen sind es auch über dreißig.
- Maximum an der Decke
- Die Helligkeit der Leuchte selbst. Ein hohes Verhältnis zur umgebenden Decke bedeutet ein größeres Blendrisiko.
Was Sie daraus mitnehmen können
Die Werkstatt mit 15,0 m² erreicht 461 lx bei 180 W. Die Gleichmäßigkeit von 0,523 und eine Blendung bis UGR 24 sind beide eine Folge der niedrigen Decke und von nur drei Leuchten.
Zwei Dinge für Ihre eigene Werkstatt. Erstens: Bei einer Linearleuchte kommt es darauf an, wie sie gedreht ist. Längs zur Blickrichtung des Bedieners, nicht quer. Das kostet nichts und bringt beim UGR zwei bis drei Punkte.
Zweitens, und das ist wichtiger: Steht in Ihrer Werkstatt eine rotierende Maschine, fragen Sie nach dem Flimmern. Beleuchtungsstärke, Gleichmäßigkeit und Blendung verraten darüber nichts – dabei ist es der einzige Beleuchtungsparameter, der verletzen kann.
Die eingesetzte Leuchte ist eine LED-Linearleuchte. Geschlossene, staubdichte Modelle für die Werkstatt finden Sie unter LED-Feuchtraumleuchten. Die Lichtplanung für Ihre Werkstatt einschließlich Blendungsprüfung berechnen wir kostenlos.
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