Lichtplanung: Lichtstudien aus der Praxis

Echte Lichtberechnungen mit DIALux – für Produktionshallen, Lager und Werkstätten. Jede Studie zeigt Beleuchtungsstärke, Gleichmäßigkeit und Verbrauch und erklärt, was die Zahlen für Ihre eigene Planung bedeuten.

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Mobile Arztpraxis im Container: 1.197 Lux vertikal, UGR 17,0

Lichtstudie · mobile Arztpraxis im Container

DIALux-Berechnung für zwei Arztpraxen in Containern. Vertikale Beleuchtungsstärke, Blendung (UGR) bei einer Decke in 2,2 m Höhe und warum Ra 90 in der Praxis mehr ist als Kosmetik.

Tausend Lux in der Vertikalen. Dieses Niveau verlangt die DIN EN 12464-1 für Untersuchung und Behandlung – und diese Berechnung muss es in einem Wohncontainer erreichen, dessen Decke auf zwei Komma zwei Metern liegt. Die Leuchte hängt also etwa einen halben Meter über dem Kopf des stehenden Arztes. Ergebnis: 1.197 lx und eine Blendung von 17,0 bei einem Grenzwert von 19,0.

Vertikal im Untersuchungsraum1.197 lxAnforderung ≥ 1.000 lx
Gleichmäßigkeit U00,73Anforderung ≥ 0,70
Blendung UGR17,0Grenzwert ≤ 19,0
FarbwiedergabeRa 90naturgetreue Haut- und Gewebefarben
Bewertungsebene0,80 mvertikal, nicht horizontal
Montagehöhe2,20 meinen halben Meter über dem Kopf
Leuchten14×LED-Panels
Anschlussleistung beider Container700,0 WLichtausbeute 97,8 lm/W

Zwei Container, zwei Größen, eine Norm

Das Protokoll berechnet zwei mobile Praxen. Im ersten Container hängen 6 Leuchten, im zweiten 8. Die Abstände betragen 1,20 m in der Breite und 1,60 m in der Länge.

Container 1: Mittelwert 1.197 lx, Minimum 875, Maximum 1.384. Gleichmäßigkeit 0,73, Blendung 17,0.

Container 2: Mittelwert 1.137 lx, Minimum 876, Maximum 1.309. Gleichmäßigkeit 0,77, Blendung 17,6.

Interessant ist, dass der zweite Container zwei Leuchten mehr, aber eine niedrigere mittlere Beleuchtungsstärke hat. Das klingt nach einem Fehler. Ist es nicht. Er ist größer – und im breiteren Raum verteilt sich das Licht derselben Leuchten auf eine größere Fläche.

Dafür ist seine Gleichmäßigkeit besser: 0,77 gegenüber 0,73. Das Minimum ist praktisch gleich, die hellsten Stellen fallen aber schwächer aus – das Licht liegt ruhiger im Raum. Ein Lehrbuchbeispiel dafür, dass eine zusätzliche Leuchte eher die Gleichmäßigkeit hebt als den Mittelwert.

Warum im Untersuchungsraum vertikal gemessen wird

Bewertet wird nicht die Beleuchtungsstärke auf dem Tisch, sondern die vertikale Beleuchtungsstärke in 0,80 Meter Höhe. Also die Ebene, in der der Patient auf der Liege liegt – von der Seite betrachtet.

Der Arzt blickt nicht von oben auf eine Tischplatte. Er blickt auf den Körper: auf die Hautfarbe, den Wundrand, die Form einer Schwellung. All das sind senkrechte oder schräge Flächen. Die horizontale Beleuchtungsstärke fiele in einem solchen Raum deutlich höher aus – und wäre nutzlos.

Adaptive Berechnung

Im Protokoll steht „vertikale Beleuchtungsstärke (adaptiv)“. Das bedeutet, dass das Programm an jedem Punkt alle Richtungen prüft und die ungünstigste nimmt. Sie erhalten also keinen Wert für eine einzelne gewählte Blickrichtung, sondern die Gewissheit, dass selbst bei der ungünstigsten Lage des Patienten mehr als 875 Lux ankommen.

Die praktische Konsequenz für jede Praxis: Fragen Sie, in welcher Ebene gerechnet wurde. Ein Entwurf, der tausend Lux auf der horizontalen Ebene angibt, liefert an der Seite des Patienten womöglich kaum die Hälfte.

Die niedrige Decke ist hier das Hauptproblem

Der Container hat eine Montagehöhe von 2,20 m. Bis zur Bewertungsebene sind das ein Meter vierzig. Das ist außergewöhnlich wenig, und daraus folgt mehreres zugleich.

Die Lichtkegel überlappen sich kaum. Aus dieser Höhe beleuchtet eine Leuchte nur einen kleinen Kreis. Deshalb sind die Abstände so eng (1,20 × 1,60 m), und deshalb sind es auf so kleinem Raum so viele Leuchten.

Die Leuchte ist im Blickfeld. Richtet sich der Arzt vom Patienten auf, hat er das Panel praktisch direkt über der Stirn. Hier entscheidet sich, ob er nach der Schicht noch klar sieht oder nur noch blinzelt.

Deshalb ist UGR 17,0 die wichtigste Zahl des ganzen Protokolls. Der Grenzwert für Untersuchungsplätze liegt bei 19,0, und der Entwurf bleibt mit Reserve darunter – dank eines Panels mit spezieller Entblendungsoptik, die aus jedem Winkel eine große, weich leuchtende Fläche zeigt statt eines grellen Punkts.

Lichtstärkeverteilungskurve des eingesetzten LED-Panels
Lichtstärkeverteilungskurve des Panels. Ein breites, symmetrisches Bündel nach unten – aus 2,2 m Höhe notwendig, damit das Licht den Raum rund um die Leuchte abdeckt und nicht nur die Fläche darunter.

Ra 90: Die Hautfarbe ist kein Detail

Das Panel hat einen Farbwiedergabeindex von Ra 90, also zehn Punkte mehr, als für ein Büro genügt. In der Arztpraxis ist das entscheidend.

Zyanose. Ein bläulicher Farbton von Lippen und Nagelbetten ist eines der ersten Anzeichen für Sauerstoffmangel. Unter Licht mit einer Schwäche im roten Spektralbereich wirkt gesunde Haut grünlich, und der bläuliche Schimmer geht im Rauschen unter.

Rötung und Entzündung. Einen leicht entzündeten Wundrand von gesundem Gewebe zu unterscheiden heißt, einen Unterschied in der Sättigung von Rot zu erkennen. Genau dort haben billige weiße LEDs ihre schlechteste Farbwiedergabe.

Gelbsucht. Eine gelbliche Lederhaut des Auges verschwindet unter kaltem Licht mit niedrigem Ra-Wert völlig.

Die Norm für Räume im Gesundheitswesen achtet deshalb auf den Ra-Wert. Und es lohnt sich zu wissen, dass ein höherer Ra-Wert etwas Effizienz kostet – dieses Panel liefert 97,8 lm/W, bei Ra 90 ein sehr guter Wert, aber weniger, als derselbe Hersteller mit einer Standardleuchte mit Ra 80 erreichen würde.

Siebenhundert Watt, vierzehn Leuchten, zwei Praxen

Beide Einheiten zusammen nehmen 700,0 W auf und geben 68.474 Lumen ab. Lichtausbeute der Anlage: 97,8 lm/W.

Siebenhundert Watt klingen für zwei kleine Räume nach viel. Das ist der Preis für tausend Lux: Das Untersuchungsniveau ist doppelt so hoch wie an einem Büroarbeitsplatz mit 500 lx.

Was die mobile Praxis zusätzlich verlangt

Stromversorgung. Ein Container am Einsatzort hängt oft an einem Stromaggregat. Siebenhundert Watt für die Beleuchtung sind dann ein Posten, den die Dimensionierung der Stromquelle berücksichtigen muss – neben Geräten, Heizung und Klimaanlage.

Erschütterungen beim Transport. Eine Leuchte, die über unbefestigte Wege gefahren wird, braucht eine mechanisch feste Befestigung. Ein an Seilen abgehängtes Panel gehört in ein Gebäude, nicht in einen Container.

Temperaturbereich. Ein Container kühlt im Winter aus und heizt sich im Sommer auf. LEDs vertragen keine Hitze, und bei sehr niedrigen Temperaturen kann das Betriebsgerät Probleme beim Start haben. Solche Dinge finden Sie in keiner Lichtberechnung – und doch entscheiden sie darüber, ob die Beleuchtung auch dort funktioniert, wohin der Container gebracht wird.

Lichtszenen: Die Praxis ist nicht immer Untersuchungsraum

Das Protokoll berechnet die Lichtszene 2. Das Wort verrät, dass es mehrere geben soll – und in einer Arztpraxis ist das sinnvoll.

Die Szene Untersuchung ist die berechnete: volle Leistung, tausend Lux, alles eingeschaltet. Sie dauert Minuten und ist unangenehm hell.

Die Szene Gespräch. Wenn der Arzt mit dem Patienten spricht, die Anamnese aufnimmt und die Diagnose erklärt, sind tausend Lux kontraproduktiv. Der Raum wirkt unpersönlich und klinisch. Die Hälfte genügt.

Die Szene Reinigung und Vorbereitung. Niedrigeres Niveau, andere Stromkreise.

Warum die Berechnung das nicht zeigt

Die Norm bewertet die anspruchsvollste Tätigkeit, die im Raum stattfindet. Die Beleuchtung muss also das Maximum liefern können. Dass dieses Maximum fünf Minuten pro Stunde genutzt wird, ist eine Frage der Steuerung, nicht der Planung.

Praktisch bedeutet das nur eines: Die Leuchten müssen dimmbar und auf mindestens zwei Stromkreise aufgeteilt sein. Wer das Dimmen nachträglich in einem fertigen Container ergänzen will, muss die Treiber aller vierzehn Panels tauschen.

Was die einzelnen Zahlen bedeuten

Vertikale Bewertungsebene
Die Beleuchtungsstärke wird auf einer senkrecht stehenden Fläche in 0,8 m Höhe berechnet. Das entspricht dem, was der Arzt tatsächlich sieht – die Seite des Patienten, nicht die Tischplatte.
Adaptiver Modus
An jedem Punkt werden alle möglichen Ausrichtungen geprüft, und in das Ergebnis geht die ungünstigste ein. Die ausgewiesenen Werte sind also jeweils der ungünstigste Fall.
U0 (g1)
Verhältnis der schwächsten Stelle zum Mittelwert. Für den Untersuchungsraum werden mindestens 0,70 verlangt – das Licht darf keine dunklen Stellen haben.
UGR ≤ 19
Grenzwert der Blendung für Untersuchungsplätze. Bei einer Decke in 2,2 m Höhe hält ihn nur eine Leuchte mit Entblendungsoptik ein.
Ra 90
Farbwiedergabeindex. Er entscheidet darüber, ob Zyanose, Entzündung und Gelbsucht erkannt werden. Ein höherer Ra-Wert kostet etwas Lichtausbeute.

Was Sie daraus mitnehmen können

Zwei mobile Praxen erreichen das Untersuchungsniveau von 1.000 lx in der vertikalen Ebene, mit einer Gleichmäßigkeit von 0,73 und 0,77 und einer Blendung von 17,0 bzw. 17,6. Dafür brauchte es vierzehn Panels mit Ra 90 und 700,0 W Anschlussleistung.

Wenn ein Praxisbetreiber zwei Dinge mitnehmen soll, dann diese: Fragen Sie nach der Ebene und nach der Blendung. Tausend Lux auf der horizontalen Ebene sind eine andere Zahl als tausend Lux vertikal – und in der Praxis brauchen Sie die zweite.

Und bei niedriger Decke ist der UGR-Wert wichtiger als die Lux-Zahl. Eine Leuchte ohne Entblendungsoptik über dem Kopf des Arztes erreicht zwar das Niveau, macht aus ihm aber nach acht Stunden einen Menschen mit Kopfschmerzen.

Die Panels aus dem Entwurf finden Sie unter LED-Panels. Die Lichtberechnung für Ihre Praxis, inklusive vertikaler Ebene und UGR, erstellen wir kostenlos.

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Showroom mit 15 Schienenstrahlern: 338 Lux, aber kein Akzentlicht

Lichtstudie · Showroom und Verkaufsraum

DIALux-Berechnung für einen Showroom mit fünfzehn Strahlern an der Stromschiene. Werteraster, Isolinien und der Grund, warum die Norm in Verkaufsräumen eine Gleichmäßigkeit von 0,4 zulässt.

Fünfzehn Strahler an der Stromschiene – und Licht wie im Büro. Der Showroom erreicht 338 lx bei einer Gleichmäßigkeit von 0,79, obwohl die Norm für Verkaufsflächen nur 0,4 verlangt. Das ist fast das Doppelte. Norm erfüllt, Kunde zufrieden – und trotzdem bleibt hier eine Chance ungenutzt.

Verkaufsfläche (Ø)338 lxNorm fordert 300 lx
Gleichmäßigkeit0,79Norm fordert nur 0,4
Min. / Max.267 / 461 lxUnterschied unter Faktor 2
Strahler an der Schiene15×LED-Schienenstrahler
Anschlussleistung Showroom447,0 W5,2 W/m² – niedrigster Wert im Haus
Büro nebenan673 lx11,2 W/m²
FarbwiedergabeRa 80Blendung UGR ≤ 22
Showroom85,2 m²12,99 × 6,56 m

Werteraster und Isolinien in einem Bild

Diese Zeichnung kombiniert zwei Dinge: An jedem Punkt steht der berechnete Wert in Lux, und darüber verlaufen Isolinien – Linien, die Punkte gleicher Beleuchtungsstärke verbinden. Die Kreise sind die Strahler.

Werteraster und Isolinien der Beleuchtungsstärke im Showroom mit fünfzehn Schienenstrahlern
Verkaufsfläche 12,99 × 6,56 m, fünfzehn Strahler in einem Raster von fünf mal drei. Blaue Isolinien 350 und 400 lx, grüne 300 lx, rote markieren Stellen unter 300 lx. Minimum 267, Maximum 461 lx.

Sehen Sie sich die Verteilung der Zahlen an. In der Mitte des Raums halten sich die Werte zwischen 321 und 347 Lux, an den Seitenwänden steigen sie über 400. Die roten Bereiche – also unter dreihundert – sind zwei schmale Streifen an der oberen und unteren Wand, wo die Strahler nicht hinreichen.

Zwischen dem dunkelsten und dem hellsten Punkt liegen 267 zu 461, also knapp das Doppelte. Für einen Raum, der mit Strahlern beleuchtet wird, ist das bemerkenswert ausgeglichen.

Stromschiene und Strahler: Warum man sie im Handel einsetzt

Der Showroom hat 15 Strahler an einer Stromschiene mit je 30 W. Das ist keine ästhetische, sondern eine betriebliche Entscheidung – und in ihr steckt die ganze Philosophie der Ladenbeleuchtung.

Die Ware zieht um. Die Leuchten müssen mit.

Ein Regal wird verschoben, eine neue Aktionsfläche entsteht, eine andere Kollektion kommt. Ein Einbaupanel in der abgehängten Decke bleibt dort, wo der Elektriker es einmal eingesetzt hat. Ein Schienenstrahler ist in zehn Sekunden versetzt und auf die neue Ware ausgerichtet.

Ein Strahler kann, was ein Panel nicht kann

Ein Panel leuchtet diffus und gleichmäßig. Ein Strahler wirft einen gerichteten Lichtkegel – und nur gerichtetes Licht erzeugt auf einem Produkt Schatten und Glanz. Ohne Schatten wirkt ein dreidimensionaler Gegenstand flach. Ohne Glanz sieht ein verchromtes Bauteil aus wie aus Kunststoff.

Wie viele Strahler sind zu viel?

Fünfzehn Strahler auf 85,2 m² sind ein dichtes Netz. Ihre Lichtkegel überlappen sich so stark, dass aus der punktuellen Beleuchtung eine flächige geworden ist. Daher die Gleichmäßigkeit von 0,79.

Gleichmäßigkeit 0,79 im Laden: Was dabei verloren geht

Die DIN EN 12464-1 verlangt für allgemeine Verkaufsflächen eine Gleichmäßigkeit von 0,4 – also sehr wenig. Der Entwurf liefert 0,79. Warum lässt die Norm einen so niedrigen Wert zu?

Weil sie davon ausgeht, dass ein Laden Kontrast haben will. Das Grundniveau soll so bemessen sein, dass Kunden sicher gehen und Preisschilder lesen können. Die Ware selbst wird dann auf das Zwei- bis Fünffache der Umgebung akzentuiert.

Das Verhältnis, das verkauft

Im Marketing arbeitet man mit dem Verhältnis von Akzent zu Umgebung. Etwa 2:1 bedeutet, dass Ihnen das Produkt auffällt. 5:1 bedeutet, dass Sie es vor allem anderen ansehen. Über 10:1 wirkt die Präsentation theatralisch und ist in einem normalen Laden übertrieben.

Dieser Showroom hat ein Verhältnis von Maximum zu Minimum von 461 zu 267, also etwa 1,7:1. Und das ist kein Akzent – das ist nur eine Ungenauigkeit der Anordnung.

Wie man das ohne eine einzige neue Leuchte behebt

Die Schiene ist montiert, und es sind fünfzehn Strahler. Es genügt, sie neu zu gruppieren: acht Stück für das Grundniveau im Raum lassen und die übrigen sieben auf die ausgestellte Ware richten. Der Mittelwert bleibt ungefähr gleich, die Gleichmäßigkeit sinkt – und der Laden sieht endlich aus wie ein Laden, nicht wie ein Wartezimmer.

Eine Berechnung mit einer Gleichmäßigkeit von 0,79 ist aus Sicht der Norm einwandfrei. Aus Sicht des Umsatzes ist es eine verschenkte Stromschiene.

5,2 Watt pro Quadratmeter

Der Showroom benötigt 447,0 W auf 85,2 m², also 5,2 W/m². Das ist der niedrigste Wert im ganzen Gebäude – und zugleich ist es der größte Raum.

Die übrigen Räume zum Vergleich:

Büro: 673 lx bei 11,2 W/m². Höheres Niveau, höherer Verbrauch – am Computer wird gelesen und geschrieben.

Windfang mit Teeküche: 296 lx bei einer Anforderung von 200, aber 10,8 W/m². Kleiner Raum, großer Anteil des Lichts auf den Wänden.

WC: 275 lx bei 22,5 W/m² – der teuerste Quadratmeter im Haus. Auf 1,6 m² zwei Leuchten; in einem so kleinen Raum landet der größte Teil des Lichts auf den Wänden.

Technikraum: 182 lx, 9,3 W/m². Am wenigsten Licht, weil dort nur ab und zu etwas geschaltet wird.

Sie sehen die Regel: Je kleiner der Raum, desto ungünstiger das Verhältnis von Leistung zum erreichten Niveau. In einem großen Raum fallen die Verluste an den Wänden kaum ins Gewicht, in einer Kammer machen sie den Großteil aus.

Das Preisschild ist eine senkrechte Fläche

Noch etwas, das die Berechnung nicht angibt, das im Laden aber entscheidet: Die Beleuchtungsstärke ist auf der horizontalen Ebene berechnet. Das Preisschild am Regal ist aber senkrecht – ebenso die Stirnseite einer Verpackung, das Etikett und die Produktbeschreibung.

Ein senkrecht nach unten gerichteter Strahler beleuchtet den Boden und die Oberkante des Regalbodens hervorragend. Auf die senkrechte Front trifft sein Licht nur streifend, dort kommt deutlich weniger an. Deshalb werden Strahler im Handel zu den Regalen hin geneigt, statt senkrecht nach unten zu leuchten.

Ein praktischer Test, den jeder machen kann

Stellen Sie sich in den Gang und lesen Sie das unterste Preisschild im untersten Regalboden, ohne sich zu bücken. Wenn Sie die Augen zusammenkneifen müssen, hat der Laden kein Problem mit Lux – er hat ein Problem mit der Richtung, in die die Leuchten zeigen.

Der Wartungsfaktor des Showrooms beträgt 0,67 und geht von einer Reinigung alle 12 Monate aus. Schienenstrahler lassen sich leicht reinigen; eine verstaubte Linse kostet aber mehr Licht als ein verstaubtes Panel, weil das Licht durch eine kleinere Fläche austritt.

Ra 80 im Laden: Minimum, nicht Ziel

Die Norm verlangt für Verkaufsflächen einen Farbwiedergabeindex von 80. Das ist derselbe Wert wie für viele Werkstätten und Lager – und für einen Laden ist das wenig.

Kunden kaufen mit den Augen. Unter Licht mit einer Schwäche im Rotbereich wirkt Holz grau, Leder künstlich und eine lackierte Oberfläche stumpf. Ware, die im Laden nicht überzeugt, wird zu Hause ausgepackt und zurückgeschickt – und eine Retoure kostet mehr als der Preisunterschied bei der Leuchte.

Wo es auf Ra wirklich ankommt

Textilien und farbige Ware. Der Farbton, den ein Kunde im Laden auswählt, muss zu dem passen, was er bei Tageslicht sieht. Hier ist Ra 90 das Minimum.

Lebensmittel. Fleisch, Backwaren und Gemüse haben im Handel eigene Leuchten mit verschobenem Spektrum. Das ist kein Trick – es gleicht aus, dass gewöhnliche weiße LEDs sowohl Grün als auch Rot dämpfen.

Technische Ware. Chrom, gebürstetes Aluminium und schwarzer Kunststoff unterscheiden sich durch Glanz, nicht durch Farbe. Dort entscheidet eher die Lichtrichtung als der Ra-Wert.

Dieser Showroom stellt technische Ware aus, deshalb genügt Ra 80. Würden hier Farben oder Stoffe verkauft, wäre das als Erstes zu ändern.

Was die einzelnen Zahlen bedeuten

Allgemeine Verkaufsflächen
Die Norm verlangt hier 300 lx, eine Gleichmäßigkeit von nur 0,4 und eine Blendung von höchstens UGR 22. Die niedrige Gleichmäßigkeit ist Absicht – sie rechnet mit Akzentlicht.
Akzentverhältnis
Wie viel heller die beleuchtete Ware ist als ihre Umgebung. 2:1 fällt auf, 5:1 zieht den Blick an, über 10:1 wird es zur Bühne.
Stromschienensystem
Eine stromführende Schiene, auf der sich Strahler frei verschieben und ausrichten lassen. So lässt sich die Beleuchtung anpassen, wenn die Ware umgestellt wird.
Gerichtetes und diffuses Licht
Ein Strahler erzeugt Schatten und Glanz, ein Panel glättet beides. Ohne Schatten verliert ein Produkt an Volumen.
Verbrauch kleiner Räume
Je kleiner der Raum, desto größer der Anteil des Lichts, der auf den Wänden landet. Das WC hat deshalb den schlechtesten W/m²-Wert im ganzen Gebäude.

Was Sie daraus mitnehmen können

Der Showroom mit 85,2 m² hat 338 lx bei 447,0 W, also sehr sparsame 5,2 W/m². Er erfüllt die Norm in allen Parametern, und die Gleichmäßigkeit von 0,79 ist fast doppelt so hoch wie gefordert.

Und genau darin liegt die Lehre. Im Laden ist gleichmäßiges Licht nicht das Ziel, sondern der Ausgangszustand. Die Norm lässt Ihnen den Spielraum für Kontrast – wer ihn nicht nutzt, bezahlt fünfzehn Strahler und bekommt die Wirkung einer Decke voller Panels.

Wenn Sie einen Laden planen, fragen Sie Ihren Lieferanten nach zwei Dingen: Wie groß wird das Verhältnis zwischen beleuchteter Ware und Umgebung sein? Und: Lassen sich die Leuchten nach einem Jahr versetzen? Die Ware zieht um, Preisschilder hängen senkrecht, und Kunden gehen dorthin, wohin das Licht sie führt.

Die Strahler aus diesem Entwurf finden Sie unter LED-Schienensysteme. Die Lichtplanung für Ihren Laden inklusive Akzentbeleuchtung erstellen wir kostenlos.

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Fertigungshalle mit 8 Zonen: 593 bis 1.118 Lux, 100 Hallenstrahler

Lichtstudie · Fertigungshalle

DIALux-Berechnung für eine Halle, die in Trockenraum, Lackiererei, Schweißerei und Schweißnahtprüfung aufgeteilt ist. Warum Beleuchtung nicht für das Gebäude geplant wird, sondern für die Tätigkeit.

Eine Halle, acht verschiedene Bereiche, acht verschiedene Beleuchtungsniveaus. Von 593 lx beim Roboterschweißen bis 1.118 lx an der Schweißnahtprüfung. Und jetzt das Interessante: Überall hängt genau dieselbe Leuchte. Den Unterschied macht nicht die Leistung, sondern die Dichte.

Bereiche unter einem Dach8jeder separat berechnet
Höchstes Niveau1.118 lxSchweißnahtprüfung
Niedrigstes Niveau593 lxRoboterschweißen
Leuchtentypnur einerLED-Hallenstrahler
Leuchten insgesamt100×je 200 W
Anschlussleistung Halle20,0 kWauf insgesamt 1.801 m²
Wartungsfaktor0,58in allen Zonen gleich
Arbeitsebene850 mmHöhe der Werkbank

Ein Grundriss, aufgeteilt in acht Berechnungen

Die folgende Abbildung zeigt den Grundriss der Halle, aufgeteilt in Betriebszonen. Jedes nummerierte Rechteck ist ein eigener Raum, den das Programm separat berechnet hat. Die Punkte darin sind die Leuchtenpositionen.

Grundriss der Fertigungshalle, aufgeteilt in acht Betriebszonen mit Leuchtenpositionen
Grundriss der Halle mit acht separat berechneten Bereichen (1.1 bis 1.8). Die Punkte markieren die Leuchtenpositionen. Die untere Zonenreihe ist etwa doppelt so groß wie die obere.

Achten Sie darauf, dass die Punkte nicht überall gleich dicht sitzen. In den kleineren Zonen oben sind es pro Fläche mehr. Das ist kein Zufall – darin steckt der ganze Kniff dieses Entwurfs.

Warum wird die Halle überhaupt nach Zonen berechnet? Weil die DIN EN 12464-1 keine „Halle“ kennt, sondern Tätigkeiten. Der Schweißroboter hinter dem Schutzzaun, die Lackiererei und der Tisch, an dem ein Prüfer nach einem Haarriss in der Schweißnaht sucht, stellen völlig unterschiedliche Anforderungen. Würde man die Halle als einen einzigen Raum rechnen, käme ein Mittelwert heraus, der nirgends passt.

Jeder Bereich mit eigenem Ergebnis

Hier die Werte, wie sie das Protokoll ausweist – für sechs der acht Bereiche. Die letzte Spalte ist die Anschlussleistung der Beleuchtung pro Quadratmeter, das beste Maß dafür, was ein Bereich tatsächlich kostet:

Bereich Ø [lx] U0 Leuchten Fläche W/m²
Trockenraum 600 0,74 12× 300 m² 8,0
Lackiererei 828 0,70 10× 150 m² 13,3
Portalarbeitsplatz 833 0,73 16× 299 m² 10,7
Vorbereitung 839 0,71 10× 150 m² 13,3
Roboterschweißen 593 0,75 12× 300 m² 8,0
Schweißnahtprüfung 1.118 0,71 14× 151 m² 18,6

Die Spannweite ist bemerkenswert. Die Schweißnahtprüfung braucht pro Quadratmeter 18,6 W, das Roboterschweißen nur 8,0 W – nicht einmal die Hälfte. Und doch ist es dieselbe Halle, dieselbe Decke, dieselbe Leuchte.

Die Gleichmäßigkeit hält sich dabei in allen Zonen zwischen 0,70 und 0,75. Ein Zeichen dafür, dass der Entwurf nirgends nachlässig ist: Die Dichte ändert sich, die Qualität der Lichtverteilung bleibt.

Warum die Schweißnahtprüfung fast das Doppelte braucht

Der Prüftisch hat 1.118 lx. Der Roboter daneben kommt mit 593 lx aus. Das ist fast das Doppelte, und der Grund ist einfach: Der Roboter schaut nicht hin.

Im Bereich des Roboterschweißens hält sich ein Mensch nur beim Einrichten und bei der Wartung auf. Er muss sicher gehen können, das Bedienfeld erkennen und darf nicht über ein Kabel stolpern. Sechshundert Lux sind dafür mehr als genug.

An der Schweißnahtprüfung sucht der Prüfer Fehler im Bereich von Zehntelmillimetern: Poren, Bindefehler, Mikrorisse. Das Auflösungsvermögen des Auges steigt mit der Beleuchtungsstärke, und bei solcher Arbeit lohnt sich dieser Zuwachs – denn ein übersehener Fehler kostet um Größenordnungen mehr als der Strom.

Lackiererei und Vorbereitung: 828 und 839 Lux

Beide Zonen liegen um die achthundert Lux. In der Lackiererei geht es darum, die Oberfläche zu sehen: Orangenhaut, Stippen, schlecht gedeckte Kanten. In der Vorbereitung wird gemessen, angerissen und geheftet – ebenfalls Detailarbeit, nur anderer Art.

Dass beide Zonen ähnlich abschneiden, ist kein Zufall. Sie haben dieselbe Fläche und dieselbe Zahl an Leuchten, also auch dieselben 13,3 W/m².

Eine Leuchte statt fünf Typen

Die gesamte Halle ist mit einem einzigen Leuchtentyp beleuchtet: 100 Stück mit je 200 W. Keine stärkeren über der Prüfung, keine schwächeren über den Robotern. Es ändert sich nur der Leuchtenabstand.

Das sieht nach Bequemlichkeit des Planers aus. Tatsächlich ist es betrieblich die klügste Lösung, und dafür gibt es drei Gründe.

Ersatzteillager. Ein Typ bedeutet einen Lagerartikel. Fällt nach fünf Jahren eine Leuchte über der Lackiererei aus, nehmen Sie eine aus dem Lager, und fertig. Bei fünf Typen suchen Sie nach einem Modell, das nicht mehr hergestellt wird.

Vorhersehbare Alterung. Alle Leuchten altern gleich schnell. Der Wartungsfaktor von 0,58 gilt so für die ganze Halle, und die Niveaus der Zonen bleiben auch in zehn Jahren im selben Verhältnis. Würde man Typen mit unterschiedlicher Lebensdauer mischen, liefen die Verhältnisse auseinander.

Einfache Umnutzung. Wird aus der Lackiererei ein Lager, genügt es, jede zweite Leuchte abzuklemmen. Wird aus dem Lager ein Prüfplatz, hängen Sie zusätzliche Leuchten aus demselben Karton auf. Die Halle lässt sich umorganisieren, ohne die Beleuchtung neu planen zu müssen.

Zwanzig Kilowatt – und wo sie anfallen

Die gesamte Halle nimmt 20,0 kW auf, bei einer Fläche von 1.801 m². Das sind im Schnitt etwa elf Watt pro Quadratmeter – ein Wert, der in einer Fertigung mit Detailarbeit plausibel ist.

Interessant ist, wo diese Kilowatt anfallen. Die Zonen mit dem höchsten Niveau sind die kleinsten. Die Schweißnahtprüfung belegt nur rund ein Zwölftel der Hallenfläche, beansprucht aber ein Siebtel der Anschlussleistung. Das teuerste Licht hängt immer über der kleinsten Fläche – und genau deshalb lohnt sich die Aufteilung in Zonen.

Was es kosten würde, alles auf 1.118 Lux zu bringen

Hätte der Planer auf Zonen verzichtet und der ganzen Halle das Niveau des Prüfplatzes gegeben, wäre die Anschlussleistung auf rund 34 Kilowatt gestiegen. Vierzehn Kilowatt mehr, damit der Roboter hinter dem Zaun Zehntelmillimeter erkennen könnte, die er nie untersucht.

Umgekehrt: Würde die ganze Halle auf sechshundert Lux ausgelegt, sänke die Leistung auf vierzehn Kilowatt – und der Prüfer würde Fehler übersehen. Sechs Kilowatt Ersparnis gegen die Kosten von Reklamationen sind ein schlechtes Geschäft.

Zone ohne Wand: Wo genau endet die Schweißnahtprüfung?

In der Berechnung sind die Zonen saubere Rechtecke. In der Halle trennt sie aber oft nichts als eine Linie auf dem Boden. Das Licht fließt über diese gedachte Grenze hinweg, und das hat zwei Folgen, die das Protokoll nicht zeigt.

Die günstige: An der Grenze zwischen einer hellen und einer dunkleren Zone ist in Wirklichkeit mehr Licht vorhanden, als die Berechnung angibt. Die Nachbarzone hellt mit auf. Die Werte einer separat berechneten Zone liegen also eher auf der sicheren Seite.

Die unangenehme: Ein scharfer Übergang von 1.100 auf 600 lx ist für das Auge spürbar. Geht der Prüfer vom Tisch in die Schweißerei, müssen sich die Augen erst umstellen. Wäre der Unterschied deutlich größer, könnte das Dutzende Sekunden dauern, und man würde eine Übergangszone mit einem mittleren Niveau einplanen. Ein Unterschied von knapp dem Doppelten ist aber mäßig – die Anpassung ist nach wenigen Schritten erledigt.

Eine praktische Regel

Benachbarte Bereiche sollten sich in der Beleuchtungsstärke nicht stärker als etwa um das Dreifache unterscheiden. Brauchen Sie sprunghaft mehr Licht – etwa für einen Kontrollplatz neben dem Lager –, ist eine lokale Zusatzbeleuchtung über dem Tisch besser als das doppelte Niveau in der ganzen Zone. Das Auge passt sich dann auf einer kleinen Fläche an und nicht bei jedem Gang durch die Halle.

Was die einzelnen Zahlen bedeuten

Zone (Berechnungsraum)
Ein Teil der Halle mit eigener Tätigkeit und eigener Normanforderung. Er wird separat berechnet, auch wenn zwischen den Zonen keine Wand steht.
Anschlussleistung pro Quadratmeter
Das ehrlichste Maß für die Betriebskosten der Beleuchtung. Damit lassen sich Zonen und Gebäude unterschiedlicher Größe vergleichen.
Leuchtenabstand als Werkzeug
Das Beleuchtungsniveau lässt sich über die Dichte gleicher Leuchten steuern, nicht nur über ihre Leistung. Das vereinfacht Ersatzteilhaltung und Wartung.
Gleichmäßigkeit über alle Zonen
Ändert sich mit der Dichte das Niveau, bleibt die Gleichmäßigkeit aber um 0,7, ist der Entwurf in allen Bereichen sauber ausgeführt.
Arbeitsebene 850 mm
Höhe von Werkbank und Prüftisch. Die Beleuchtungsstärke wird dort bewertet, wo Hände und Augen sind, nicht auf dem Boden.

Was Sie daraus mitnehmen können

Die Halle mit 1.801 m² gliedert sich in acht Bereiche mit Niveaus von 593 bis 1.118 lx. Beleuchtet wird sie von 100 identischen Leuchten, und die Gleichmäßigkeit liegt überall um 0,72.

Die Lehre für die eigene Halle ist einfach, und kaum jemand hält sich daran: Bevor Sie über Leuchten nachdenken, zeichnen Sie auf, was wo gemacht wird. Beleuchtung wird nicht für das Gebäude geplant, sondern für die Tätigkeit. Ein einheitliches Niveau nach dem Motto „Hauptsache überall genug Licht“ ist immer entweder unnötig teuer oder stillschweigend unzureichend – meist beides, nur an verschiedenen Stellen.

Der eingesetzte Leuchtentyp gehört zur Kategorie LED-Hallenbeleuchtung. Die Zonenberechnung für Ihre Halle erstellen wir kostenlos – Grundriss und eine Beschreibung der Arbeitsbereiche genügen.

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Werkstatt mit niedriger Decke: 477 Lux bei Wartungsfaktor 0,67

Lichtstudie · Werkstatt

DIALux-Berechnung für eine Werkstatt mit niedriger Decke. Isolinien, Lichtstärkeverteilung und eine Analyse des Wartungsfaktors – der Zahl, die darüber entscheidet, ob Ihre Werkstatt nach Jahren dunkel wird.

Vierhundertsiebenundsiebzig Lux. Nur gilt diese Zahl nicht für den Tag, an dem der Elektriker geht. Sie gilt für den Tag, an dem die Leuchten alt und verstaubt und die Chips müde sind. Am Tag der Montage ist die Werkstatt deutlich heller – und es ist wichtig zu wissen, um wie viel und warum. Alles hängt an einer Zahl: dem Wartungsfaktor 0,67.

Beleuchtungsstärke (Ø)477 lxauch noch nach zehn Jahren
Wartungsfaktor0,67daraus folgt alles andere
Gleichmäßigkeit0,687sehr gut
Min. / Max.328 / 599 lxSpanne in der Werkstatt
Leuchten9×LED-Panels
Anschlussleistung405 W1,89 W/m² pro 100 lx
Lichtausbeute der Anlage97 lm/W4.354 lm pro Leuchte
Werkstatt45,0 m²lichte Höhe 2,6 m

Neun Leuchten in einer niedrigen Werkstatt

Auf dem Plan sind Isolinien zu sehen, also Linien, die Punkte gleicher Beleuchtungsstärke verbinden. Die roten Quadrate sind die Leuchten.

Isolinien der Beleuchtungsstärke in der Werkstatt mit neun LED-Panels
Isolinien auf der Ebene in 0,85 m Höhe. Rund um die Leuchten Werte über 550 lx, an den Wänden ein Abfall unter 400. Dunkelster Punkt 328 lx, hellster 599 lx.

Die Gleichmäßigkeit von 0,687 ist sehr gut. Das Protokoll bestätigt das noch auf andere Weise: Nur 7,47 % der Fläche liegen unter 400 Lux. Diese knapp acht Prozent sind ein Streifen entlang der Wände.

Die Decke ist niedrig – 2,6 Meter. Die Leuchten sitzen also keine zwei Meter über der Arbeitsebene. Bei diesem Abstand überlappen sich die Lichtkegel nur knapp – das erklärt, warum auf fünfundvierzig Quadratmetern neun davon nötig sind.

Wartungsfaktor 0,67: Was er genau aussagt

Die Zahl 0,67 bedeutet: „Ich rechne nur mit siebenundsechzig Prozent des Lichts, das die Leuchten im Neuzustand abgeben.“ Das übrige Drittel wird von vornherein abgeschrieben. Die angegebenen 477 Lux sind also die rechnerisch gesicherte Untergrenze, nicht der Spitzenwert.

Dieses Drittel setzt sich aus drei voneinander unabhängigen Verlusten zusammen. Es lohnt sich, sie einzeln anzusehen, denn jeder wird anders angegangen.

1. Alterung des LED-Chips

Eine LED hört nicht schlagartig auf zu leuchten. Sie gibt nach und nach weniger Licht ab. Hersteller beschreiben das mit der Abkürzung L80 oder L90: L80 bedeutet, dass die Leuchte nach der angegebenen Stundenzahl noch achtzig Prozent des ursprünglichen Lichtstroms liefert, L90 entsprechend neunzig.

Im Katalog steht meist L80 bei 50.000 Stunden. Bei zweitausend Betriebsstunden pro Jahr sind das fünfundzwanzig Jahre – länger, als eine Leuchte realistisch im Einsatz bleibt. Genau deshalb ist die Chipalterung meist nicht der größte Verlust.

2. Verschmutzung der Leuchte

In der Werkstatt ist das der größte Posten. Staub und Fett auf der Abdeckung kosten schneller Licht als jede Chipalterung. Der Unterschied zwischen einer gereinigten und einer ungereinigten Leuchte beträgt nach fünf Jahren oft zwanzig Prozent und mehr.

3. Alterung der Raumoberflächen

Die Decke reflektiert siebzig Prozent des Lichts, solange sie weiß ist. Eine vergraute Werkstattdecke reflektiert deutlich weniger, und ein Teil des Lichts, der früher nach unten zurückkam, ist einfach verloren.

Wann Ihre Werkstatt unter die Norm rutscht

Rechnen wir nach. Eine neue Anlage liefert rund 712 Lux. Die angegebenen 477 sind der Zustand am Ende. Die Differenz beträgt über zweihundert Lux – und sie verschwindet nicht auf einmal, sondern schleichend, Jahr für Jahr.

Wenn in der Werkstatt 300 Lux genügen, haben Sie selbst am Ende der Nutzungsdauer eine komfortable Reserve. Würde aber jemand diesen Entwurf auf sechs statt neun Leuchten „optimieren“, kämen direkt nach der Montage über vierhundert Lux heraus, und alle wären zufrieden. Mit den Jahren sänke das Niveau jedoch bis an die Grenze von 300 Lux – am Ende ohne jede Reserve, und an den Wänden schon deutlich darunter.

Das ist der ganze Trick billiger Angebote. Niemand lügt – es wird nur mit einem Wartungsfaktor von 0,9 statt 0,67 gerechnet, und der Unterschied zeigt sich erst lange nach Ablauf der Garantie.

Das Tückische ist, dass der Abfall allmählich kommt. Das Auge passt sich von Tag zu Tag an, und niemand merkt, dass sich in der Werkstatt nach fünf Jahren schlechter arbeiten lässt. Man erkennt es erst an Fehlern, an Müdigkeit und daran, dass die Leute Tischlampen mitbringen.

Was Sie fragen sollten

Die Frage „Wie viel Lux wird das haben?“ reicht nicht. Fragen Sie: „Mit welchem Wartungsfaktor haben Sie gerechnet, und was ist darin enthalten?“ Die ehrliche Antwort lautet: Alterung der Lichtquelle, Verschmutzung der Leuchte, Verschmutzung und Alterung der Oberflächen sowie das Reinigungsintervall. Wer stattdessen mit den Schultern zuckt, hat mit neuen Leuchten in einem sauberen Raum gerechnet.

112 Lux an der Decke und weiche Schatten

Die Decke erhält 112 lx, die Wände 284 lx. Das Verhältnis von Decke zu Arbeitsebene liegt bei etwa eins zu vier – für nach unten strahlende Leuchten üblich.

Interessant ist die Gleichmäßigkeit an der Decke von 0,826, also höher als auf der Arbeitsebene. Reflektiertes Licht ist diffus und verteilt sich gleichmäßig. Genau das sorgt in der Werkstatt für weichere Schatten: Wenn Sie sich über ein Werkstück beugen, wirft die Hand keinen scharfen schwarzen Schatten, weil das Licht auch von Wänden und Decke kommt.

In einer Werkstatt mit dunklen Wänden ergäbe dieselbe Zahl an Leuchten eine geringere Beleuchtungsstärke und tiefere Schatten. Besonders bei Handarbeit mit Werkzeug merken Sie das sofort.

Lichtstärkeverteilungskurve des eingesetzten LED-Panels
Lichtstärkeverteilungskurve. Ein breites, symmetrisches Bündel, gut geeignet für eine niedrige Decke.

Die Anlage erreicht 97 lm/W, insgesamt 39.184 Lumen aus 405 Watt. Auf das Beleuchtungsniveau umgerechnet sind das 1,89 W/m² pro 100 Lux – bei so niedriger Decke ein sehr guter Wert.

Den Wartungsfaktor kann man verbessern – fast zum Nulltarif

Die meisten nehmen den Wartungsfaktor als Schicksal hin. Das ist er nicht. Er ist das Ergebnis von Entscheidungen, die Sie anders treffen können.

Reinigen Sie die Leuchten. Das klingt banal, ist aber mit Abstand die wirksamste Maßnahme. Eine einmal im Jahr abgewischte Abdeckung holt einen wesentlichen Teil des verlorenen Lichts zurück. In zweieinhalb Metern Höhe ist das eine Stunde Arbeit, keine Investition.

Streichen Sie die Decke. Eine weiße Decke mit siebzig Prozent Reflexionsgrad ist Teil der Beleuchtungsanlage, auch wenn sie nicht leuchtet. Alle paar Jahre zu streichen ist günstiger, als eine Leuchte hinzuzufügen.

Wählen Sie eine Leuchte mit glatter, geschlossener Abdeckung. Ein offenes Gehäuse mit Kühlrippen sammelt Staub im Inneren, wo Sie nicht hinkommen. Da hilft auch kein Reinigen mehr.

Wann man den Faktor dagegen senken sollte

In der Schweißerei mit Zunder, in der Schleiferei, in der Lackiererei oder in Betrieben, in denen niemand vorhat, die Leuchten je zu reinigen. Dort ist es ehrlicher, mit 0,5 zu rechnen und ein paar Leuchten mehr einzuplanen, als Werte zu versprechen, die zwei Jahre halten.

Der Unterschied zwischen einem Faktor von 0,5 und 0,8 bedeutet bei gleichem Ziel gut die Hälfte mehr Leuchten. Das ist der größte einzelne Hebel im ganzen Entwurf – größer als die Wahl des Herstellers, größer als die Lichtausbeute in Lumen pro Watt.

Was die einzelnen Zahlen bedeuten

Wartungsfaktor
Der Anteil des Lichts, mit dem über die gesamte Nutzungsdauer gerechnet wird. Er setzt sich aus Chipalterung, Verschmutzung der Leuchte und Alterung der Oberflächen zusammen.
L80 / L90
Wie viel Prozent des ursprünglichen Lichtstroms eine LED nach der angegebenen Stundenzahl noch liefert. L80 bei 50.000 h ist eine übliche Angabe.
Alterung der Oberflächen
Eine vergraute Decke reflektiert weniger. Der Verlust zeigt sich auf der Arbeitsebene, auch wenn niemand die Leuchten angerührt hat.
Anteil der Punkte unter 400 lx
Ergänzt die Gleichmäßigkeit um die Information, wie groß der dunklere Teil des Raums ist.
Gleichmäßigkeit an der Decke
Meist höher als auf der Arbeitsebene. Reflektiertes Licht ist diffus und erzeugt weiche Schatten.

Was Sie daraus mitnehmen können

Die Werkstatt mit 45,0 m² hat 477 lx bei einer Gleichmäßigkeit von 0,687 und 405 W. Und vor allem: Sie hat diese Werte über die gesamte Nutzungsdauer, nicht nur am Tag der Montage.

Wenn Sie aus diesem Artikel nur einen Satz mitnehmen, dann diesen: Beleuchtung wird nicht für heute geplant, sondern für den Tag, an dem sie am schwächsten ist. Ein Angebot, das Ihnen dasselbe Niveau mit weniger Leuchten verspricht, rechnet damit, dass das Licht so langsam schwindet, dass Sie es nicht bemerken.

Ein ehrlicher Entwurf wirkt dagegen im ersten Jahr fast überbeleuchtet. Und das ist richtig so: Diese Reserve ist keine Verschwendung, sondern der Unterschied zwischen einer Beleuchtung, die zehn Jahre hält, und einer, die gerade die Garantiezeit übersteht.

Den eingesetzten Leuchtentyp finden Sie unter LED-Panels. Die Lichtplanung für Ihre Werkstatt berechnen wir kostenlos – und zeigen Ihnen darin auch den Wartungsfaktor.

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Wellness-Etage mit Schwimmbad: 260 statt 300 Lux vertikal am Becken

Lichtstudie · Schwimmbad und Wellness

DIALux-Berechnung für eine Wellness-Etage mit Schwimmbad. Warum am Becken die vertikale Beleuchtungsstärke zählt, was eine Gleichmäßigkeit von 0,24 bedeutet und warum die Aufsichtskabine doppelt so viel Licht hat wie das Becken.

Sieben Räume, sechs erfüllen die Norm. Das Schwimmbad nicht. Das Protokoll setzt dort ein rotes Kreuz: berechnet 260 lx, gefordert 300. Gleichmäßigkeit 0,24. Eine unangenehme Zahl – und es lohnt sich zu klären, warum ausgerechnet das Becken durchfällt und was hier eigentlich bewertet wird.

Schwimmbad – vertikal260 lxAnforderung ≥ 300 lx
Normprüfungnicht erfülltals einziger Raum der Etage
Gleichmäßigkeit g10,24Minimum 62,0 lx
Aufsichtskabine522 lxdoppelt so viel wie am Becken
Leuchten über dem Wasser10×in 6,80 m Höhe
Downlights an den Wänden17×LED-Einbaustrahler
Verbrauch3.400 kWh/JahrGrenzwert 6.050 kWh
Schwimmhalle171,99 m²Wartungsfaktor 0,80

Am Becken wird nicht das Wasser bewertet, sondern der Schwimmer

Die wichtigste Zeile des ganzen Protokolls ist unscheinbar: Bewertet wird die vertikale Beleuchtungsstärke in 1,0 Meter Höhe. Nicht die Beleuchtungsstärke auf der Wasseroberfläche, nicht die am Beckenboden. Eine senkrechte Ebene einen Meter über dem Boden.

Der Grund dafür ist allein die Sicherheit. Der Rettungsschwimmer muss den Körper eines Schwimmers sehen – Rücken, Kopf, Arme. Das sind senkrechte Flächen. Wer ertrinkt, bewegt sich nicht am Beckenboden, sondern in der Wassersäule.

Würde man die horizontale Beleuchtungsstärke auf der Wasseroberfläche bewerten, sähe das Ergebnis viel besser aus. Die Leuchten strahlen nach unten, also kommt auf dem Wasser viel Licht an. Auf der senkrechten Fläche des Oberkörpers deutlich weniger – und genau dort entscheidet sich, ob der Rettungsschwimmer bemerkt, dass sich jemand nicht mehr bewegt.

Und dann ist da die Spiegelung

Die Wasseroberfläche ist ein Spiegel. Hängt eine Leuchte so, dass sie sich darin in Richtung des Aufsichtsplatzes spiegelt, sieht der Rettungsschwimmer statt des Beckenbodens einen blendenden Fleck. Deshalb werden Leuchten in Schwimmhallen über den Beckenrändern statt über der Mitte der Wasserfläche angeordnet, und deshalb setzt man Leuchten mit großer leuchtender Fläche und niedriger Leuchtdichte ein.

522 gegen 260 Lux

Schauen wir uns die ganze Etage an. Die Spalte „g1“ ist die Gleichmäßigkeit, die letzte Spalte die Anschlussleistung pro Quadratmeter:

Raum Berechnet Anforderung g1 W/m²
Eingang und Vorraum 110 lx 100 lx 0,71 4,70
Aufsichtskabine 522 lx 500 lx 0,73 23,60
Umkleide Herren 242 lx 200 lx 0,48 10,79
Umkleide Damen 217 lx 200 lx 0,40 7,77
WC Damen 227 lx 200 lx 0,92 25,11
WC Herren 226 lx 200 lx 0,92 24,27
Schwimmbad 260 lx ✗ 300 lx 0,24 4,91

Das springt sofort ins Auge: Die Aufsichtskabine hat 522 lx, die Wasserfläche, die von dort aus überwacht wird, nur 260. Doppelt so viel Licht.

Normativ ist beides korrekt – die Kabine ist ein Arbeitsplatz mit einer Anforderung von 500 lx, weil dort geschrieben und gelesen wird. Für das menschliche Auge ist es aber ein Adaptationsproblem. Ein Rettungsschwimmer, der von seinen Unterlagen aufblickt, braucht Dutzende Sekunden, bis sich seine Augen an das halb so helle Becken gewöhnt haben.

Die praktische Lösung steht in keiner Berechnung: Die Aufsichtskabine sollte dimmbar sein und während der Beckenaufsicht auf ein Niveau heruntergeregelt werden, das dem der Halle entspricht.

Gleichmäßigkeit 0,24: Wo ist es dunkel?

Der niedrigste Wert in der Schwimmhalle liegt bei 62,0 lx, der höchste bei 381. Das Verhältnis der dunkelsten Stelle zum Mittelwert beträgt 0,24 – sehr wenig.

Das Protokoll weist außerdem drei Teil-Berechnungsflächen aus, alle vertikal bewertet:

Berechnungsfläche 1: Mittelwert 267 lx, Minimum 125 lx, Maximum 330 lx, Gleichmäßigkeit 0,47.

Berechnungsfläche 2: Mittelwert 185 lx, Minimum 52,6 lx, Maximum 296 lx, Gleichmäßigkeit 0,28.

Berechnungsfläche 3: Mittelwert 262 lx, Minimum 141 lx, Maximum 328 lx, Gleichmäßigkeit 0,54.

Die mittlere Fläche ist die schlechteste: Mittelwert 185 lx und ein Minimum von nur 52,6. Das ist der Teil der Halle, in dem Leuchten fehlen oder am weitesten auseinanderliegen. Die äußeren Flächen kommen auf rund 265 lx und eine Gleichmäßigkeit über 0,45. Weil die Teilflächen als eigene Berechnungsflächen ausgewertet werden, kann ihr tiefster Wert sogar unter dem Hallenminimum von 62,0 lx liegen.

Was helfen würde

Leuchten über dem mittleren Bereich ergänzen. Am direktesten, am teuersten und im fertigen Bau am schwierigsten – über dem Wasser lässt sich schlecht ein Gerüst stellen.

Von der Seite aufhellen. Seitliches Licht hebt die vertikale Beleuchtungsstärke viel wirksamer an als Licht von der Decke. Wandleuchten über dem Wasser strahlen waagerecht – genau in die Ebene, die die Norm bewertet.

Hellere Oberflächen. Der Reflexionsgrad der Wände liegt in der Berechnung bei 50 %. Weiße Fliesen statt eines dunklen Mosaiks werfen einen wesentlichen Teil des Lichts in die senkrechte Ebene zurück – und in einer Schwimmhalle gibt es viel Wandfläche.

Zwei Leuchten, zwei Höhen, zwei Kurven

Die Halle ist mit zwei Leuchtentypen beleuchtet. Zehn Stück mit je 50,9 W hängen in 6,80 m Höhe über dem Wasser, siebzehn Downlights mit je 12,0 W in 3,28 m Höhe am Rand.

Lichtstärkeverteilungskurve der Leuchte über dem Wasser
Lichtstärkeverteilungskurve der Leuchte in 6,80 m Höhe. Ein schmales, gestrecktes Lichtbündel senkrecht nach unten – aus dieser Höhe notwendig, damit das Licht überhaupt bis zur Wasserfläche gelangt.

Diese schmale Form ist zugleich die Ursache der niedrigen Gleichmäßigkeit. Eine Leuchte in 6,80 Metern Höhe reicht weit, beleuchtet aber nur einen kleinen Kreis. Zwischen den Kreisen bleibt Dämmerlicht – und Dämmerlicht in der Vertikalen ist genau das, was den Rettungsschwimmer stört.

Lichtstärkeverteilungskurve des Downlights am Beckenrand
Lichtstärkeverteilungskurve des Downlights in 3,28 m Höhe. Ein breiteres, runderes Bündel – aus geringerer Höhe deckt es eine größere Fläche um sich herum ab.

Interessant ist die Lichtausbeute: Die große Leuchte liefert 98,4 lm/W, das Downlight nur 70,9 lm/W – gut ein Viertel weniger. Die Downlights sollen hier aber nicht die Lichtmenge liefern, sondern die Ränder und den Umkleidebereich aufhellen.

Chlor, Feuchtigkeit – und warum eine Leuchte im Schwimmbad keine Büroleuchte ist

Die Berechnung schweigt dazu, aber eine Schwimmhalle ist für Leuchten eine der härtesten Umgebungen im ganzen Gebäude.

Feuchtigkeit. Die Luft über dem Wasser ist dauerhaft gesättigt. Eine Leuchte, die „atmet“, zieht Feuchtigkeit nach innen, die beim Abkühlen darin kondensiert. Ein beschlagener Diffusor kostet Licht, und die Kontakte korrodieren.

Chlor. Chlorverbindungen in der Luft greifen Metalle an. Ein Aluminiumkühlkörper ohne Oberflächenschutz zersetzt sich im Schwimmbad schneller, als man denkt – und mit ihm gehen die Kühlung und die Lebensdauer der LED-Chips verloren.

Wartung. Eine Leuchte sechs Meter über der Wasserfläche zu tauschen heißt, entweder das Becken abzulassen oder eine schwimmende Arbeitsbühne aufzubauen. Genau deshalb wird mit einem Wartungsfaktor von 0,80 und einem möglichst langen Reinigungsintervall gerechnet – und deshalb kauft man hier Leuchten, die halten, nicht die billigsten. Geschlossene Modelle für solche Bedingungen finden Sie unter LED-Feuchtraumleuchten.

Die Schutzart muss zum jeweiligen Bereich am Becken passen. Direkt über dem Wasser gelten die strengsten Anforderungen, an den Wänden mit Abstand mildere. Das ist Sache der Elektroplanung und -prüfung, nicht der Lichtberechnung – entscheidet aber darüber, ob die Beleuchtung fünf Jahre hält oder zwanzig.

Was die einzelnen Zahlen bedeuten

Vertikale Beleuchtungsstärke
Licht, das auf eine senkrechte Ebene fällt. Am Becken entscheidend – der Rettungsschwimmer sieht den Körper des Schwimmers, nicht den Beckenboden.
g1 und g2
Zwei Maße für die Gleichmäßigkeit. g1 ist das Verhältnis der schwächsten Stelle zum Mittelwert, g2 das zur hellsten Stelle.
Adaptive Berechnung
Das Programm bewertet die vertikale Beleuchtungsstärke aus allen Richtungen und nimmt die ungünstigste. Strenger als eine einzelne gewählte Richtung.
Spiegelung auf dem Wasser
Die Wasserfläche spiegelt die Leuchten. Eine Anordnung über den Rändern statt über der Mitte verringert die Blendung des Rettungsschwimmers.
Spezifische Anschlussleistung
Schwimmbad 4,91 W/m², also 1,89 W/m² pro 100 Lux. Ein niedriger Wert – das Problem liegt nicht in der Effizienz, sondern in der Anordnung.

Was Sie daraus mitnehmen können

Die Schwimmhalle mit 171,99 m² erreicht 260 lx vertikale Beleuchtungsstärke bei geforderten 300, mit einer Gleichmäßigkeit von 0,24. Sie verbraucht 3.400 kWh im Jahr, also weit unter dem Grenzwert von 6.050. Es fehlt nicht an Energie. Es fehlt an Licht an der richtigen Stelle.

Wenn ein Badbetreiber nur eines mitnimmt, dann dies: Fragen Sie, in welcher Ebene gerechnet wurde. Die horizontale Beleuchtungsstärke auf dem Wasser sieht immer großartig aus. Die vertikale, in der die Sichtbarkeit des Schwimmers bewertet wird, liegt oft um ein Drittel darunter – und auf sie kommt es an.

Und fragen Sie dann, wo das Minimum liegt. Zweiundsechzig Lux mitten in der Schwimmhalle sind kein Detail der Berechnung. Das ist die Stelle, an der der Rettungsschwimmer nicht sieht, was unter der Wasseroberfläche geschieht.

Die Randleuchten aus dem Entwurf gehören zur Kategorie LED-Einbaustrahler. Die Lichtberechnung für Schwimmbad und Wellnessbereich erstellen wir kostenlos – einschließlich der vertikalen Ebene.

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Mehrzwecksaal 180 m²: 326 Lux mit 8 Leuchten dank heller Wände

Lichtstudie · Mehrzweck- und Kultursaal

Lichtberechnung für einen Mehrzwecksaal mit 180 m². Decke und Wände reflektieren über 84 % des Lichts – deshalb genügen acht Leuchten am Rand. Und warum die Decke über der Bühne frei bleibt.

Acht Leuchten auf hundertachtzig Quadratmetern – und der Saal ist trotzdem hell. Der Kultursaal für Theater, Konzerte und Bälle erreicht 326 lx bei geforderten 300. Für einen so großen Raum sind acht Leuchten überraschend wenig.

Das Geheimnis liegt nicht in den Leuchten, sondern in Wänden und Decke. Sie haben einen Reflexionsgrad von über vierundachtzig Prozent – fast wie ein weißer Spiegel. Das Licht wird in einem solchen Raum so oft zurückgeworfen, dass die Flächen selbst die halbe Arbeit erledigen.

Reflexionsgrad Decke84,4 %üblich sind 70 %
Reflexionsgrad Wände84,2 %üblich sind 50 %
Saal (Ø)326 lxNorm fordert 300 lx
Leuchten8×LED-Hallenstrahler
Spez. Anschlussleistung3,15 W/m²0,96 W/m² pro 100 lx
BlendungUGR 22,0Grenzwert 22,0 – genau am Limit
Saal180,00 m²Montagehöhe 5,2 m
Jahresverbrauchbis 927 kWhbei einem Grenzwert von 6.350 kWh

Ein weißer Kasten, der sich selbst beleuchtet

Jede Oberfläche schluckt einen Teil des auftreffenden Lichts und wirft einen Teil zurück. Der zurückgeworfene Anteil ist der Reflexionsgrad. In einem üblichen Raum liegt er an der Decke bei etwa siebzig Prozent, an den Wänden bei fünfzig, am Boden bei zwanzig. Dieser Saal spielt in einer anderen Liga:

Fläche Dieser Saal Üblicher Raum
Decke 84,4 % 70 %
Wände 84,2 % 50 %
Boden 51,3 % 20 %

Vierundachtzig Prozent an Decke und Wänden bedeuten, dass fünf Sechstel des auftreffenden Lichts in den Raum zurückkehren. Dieses zurückgeworfene Licht trifft wieder auf eine andere Fläche, wird wieder größtenteils reflektiert – und so immer weiter.

Warum das Leuchten spart

In einem dunklen Raum beleuchtet eine Leuchte nur das, worauf sie direkt gerichtet ist – der Rest des Lichts verschwindet in matten Wänden. In einem weißen Kasten zählt jeder Lichtstrahl mehrfach, weil er immer wieder zurückkommt. Das Beleuchtungsniveau liegt deshalb deutlich höher, als es der Zahl der Leuchten entspräche.

Konkret: Der Saal kommt mit nur 3,15 W/m² aus. Auf dasselbe Niveau umgerechnet sind das 0,96 W/m² pro 100 Lux – ein Wert, den man bei einem über fünf Meter hohen Raum kaum erwarten würde. Hätte der Saal übliche, dunklere Wände, bräuchte er deutlich mehr Leuchten.

Acht Leuchten am Rand, über der Fläche nichts

Grundriss mit der Anordnung der acht Leuchten am Rand des Mehrzwecksaals
Grundriss des Saals. Die acht Leuchten sitzen entlang der beiden Längswände – vier oben (1–4), vier unten (5–8). In der Mitte, über der Hauptfläche des Saals, hängt keine einzige Leuchte.

Die Anordnung erinnert an eine Schwimm- oder Sporthalle: Die Leuchten säumen den Rand, die Mitte bleibt frei. Beim Kultursaal hat das einen guten Grund. In der Mitte findet das Programm statt – Aufführung, Tanz, Präsentation –, und die Decke darüber soll frei bleiben, ohne Leuchten im Blickfeld von Zuschauern und Mitwirkenden.

Die Leuchten hängen in 5,2 m Montagehöhe. Die Decke des Saals ist jedoch geneigt – die lichte Höhe reicht von 5,123 bis 7,400 m. Trotzdem hängen alle Leuchten auf derselben Höhe, damit ihr Abstand zur Nutzebene gleich und das Licht symmetrisch ist.

Und genau hier zahlt sich die weiße Decke ein zweites Mal aus. Das Licht, das die Leuchten an den Wänden nach oben und zur Seite abgeben, wird von der hellen, geneigten Decke in die Saalmitte zurückgeworfen – dorthin, wo keine Leuchte hängt. Die Beleuchtung der Mitte ist zu einem großen Teil ein Werk der Reflexion.

Ausgeglichenes Licht im ganzen Saal

Werteraster und Isolinien der Beleuchtungsstärke im Mehrzwecksaal
Werteraster im gesamten Saal. Die blauen Zahlen sind die berechnete Beleuchtungsstärke in Lux, die dünnen Linien Isolinien. Die Werte bewegen sich zwischen 242 und 380; nur in den Ecken sinken sie auf rund zweihundertfünfzig.

Mittelwert 326 lx, Minimum 242, Maximum 380. Gleichmäßigkeit 0,74 bei geforderten 0,60. Für einen Raum, der nur vom Rand her beleuchtet wird, ist das bemerkenswert ausgeglichen.

Sehen Sie, wie wenig sich die Zahlen unterscheiden. Die meisten Werte liegen zwischen dreihundert und dreihundertsechzig Lux; Einbrüche auf rund zweihundertfünfzig gibt es nur in den Ecken, die die Leuchten nicht erreichen. Keine hellen Inseln unter den Leuchten, keine dunklen Löcher dazwischen.

Diese Gleichmäßigkeit würden acht Leuchten in einem dunklen Raum nie erreichen. Sie entsteht durch das diffuse reflektierte Licht, das von allen Seiten zugleich kommt und die Unterschiede glättet. Der weiße Saal verhält sich fast wie eine Lichtbox.

Blendung genau am Grenzwert

Die berechnete Blendung beträgt UGR 22,0 bei einem Grenzwert von 22,0. Kein Zehntel darunter. Genau am Limit.

Am ungünstigsten ist der Blick in Richtung 270° für einen Betrachter mit 1,600 m Augenhöhe – also für eine stehende Person. Im Saal ergibt das Sinn: Zuschauer und Mitwirkende bewegen sich und schauen sich um, und in manche Richtungen haben sie die Leuchten an der Wand ungünstig im Blickfeld.

Warum gerade im weißen Saal auf Blendung achten?

Darin liegt ein Paradox. Helle Wände verringern die Blendung, weil sie den Hintergrund aufhellen – eine Leuchte sticht vor einer hellen Wand weniger hervor als vor einer dunklen. Gleichzeitig erreichen helle Flächen selbst eine hohe Leuchtdichte und können durch Reflexion blenden.

Ein Wert von genau 22,0 bedeutet: Der Entwurf ist in Ordnung, aber ohne Reserve. Mit Leuchten mit kleinerer leuchtender Fläche oder bei tieferer Abhängung würde der Saal den Grenzwert überschreiten. An dieser Stelle sollte man nichts ändern, ohne neu zu rechnen.

Ein Saal, viele Nutzungen

Die Berechnung ordnet den Saal dem Nutzungsprofil „Öffentliche Bereiche – Theater, Konzertsäle, Kinos, Vergnügungsstätten“ zu. Das ist kein Zufall: Ein Mehrzwecksaal muss Theater, Konzert, Vortrag, Ball und Gymnastik bewältigen. Und jede dieser Nutzungen will ihr Licht anders.

Die Basis für alles

326 Lux ausgeglichenes Licht sind eine gute Basis für die meisten Veranstaltungen – Vortrag, Versammlung, Ball, Gymnastik. Für Theater oder Konzert wird das Grundlicht jedoch gedimmt, und die Bühnenbeleuchtung übernimmt: Scheinwerfer auf die Bühne, die in dieser Berechnung nicht enthalten sind.

Gerade deshalb ist es sinnvoll, dass die Leuchten am Rand sitzen und die Decke über der Mitte frei bleibt. Hinge in der Mitte eine Leuchtenreihe, stünde sie dem Bühnenlicht und der Projektion im Weg.

Wartungsfaktor nach der Methode CIE 97

Ein interessantes Detail: Der Wartungsfaktor ist keine feste Zahl, sondern wurde nach der Methode CIE 97 berechnet. Sie berücksichtigt Leuchtentyp, Umgebung und Reinigungsintervall und ermittelt, wie viel die Anlage mit der Zeit verliert. Bei einem Saal, der nur zeitweise genutzt und gut gepflegt wird, fällt das günstiger aus als ein pauschaler Schätzwert.

Energetisch weit unter dem Grenzwert

Der Jahresverbrauch liegt bei 627 bis 927 kWh, der Grenzwert bei 6.350 kWh. Der Saal nutzt kaum ein Siebtel des Zulässigen – auch das, weil dank der weißen Wände wenige Leuchten genügen.

Was die einzelnen Zahlen bedeuten

Reflexionsgrad einer Oberfläche
Der Anteil des Lichts, den eine Fläche zurückwirft. Ein weißer Saal mit 84 % gibt fünf Sechstel des Lichts zurück; jeder Lichtstrahl zählt mehrfach, und das Beleuchtungsniveau steigt deutlich.
Watt pro 100 Lux
Wie viele Watt pro Quadratmeter jeweils 100 Lux kosten. Der Wert rechnet das gewählte Beleuchtungsniveau aus der Anschlussleistung heraus, sodass sich ein sparsamer weißer Kasten mit einem dunklen Raum vergleichen lässt; 0,96 gehört zu den besten Werten.
Leuchten am Rand
Anordnung entlang der Wände mit freier Mitte. Sie hält die Decke über der Bühne frei für Bühnenlicht und Projektion und setzt auf die Reflexion an der Decke.
UGR am Grenzwert
Eine Blendung genau am Grenzwert bedeutet: zulässig, aber ohne Reserve. Jede Änderung an Leuchte oder Montagehöhe erfordert eine neue Berechnung.
Multifunktionales Nutzungsprofil
Einordnung bei Theatern und Konzertsälen. Grundlicht für übliche Veranstaltungen; für Aufführungen wird es gedimmt, und die Bühnenbeleuchtung übernimmt.
Wartung nach CIE 97
Ein Wartungsfaktor, der nach internationaler Methodik aus Leuchtentyp und Reinigungsintervall berechnet wird – nicht als Pauschalwert.

Was Sie daraus mitnehmen können

Ein Kultursaal mit 180,00 m², acht Hallenstrahler am Rand, 326 lx ausgeglichenes Licht bei nur 3,15 W/m². Eine Beleuchtung, die zu einem großen Teil von den weißen Wänden selbst geleistet wird.

Drei Erkenntnisse daraus:

Reflexion ist eine Leuchte zum Nulltarif. Decke und Wände mit vierundachtzig Prozent haben die Hälfte der Leuchten eingespart. Weiße Farbe im Saal ist nicht nur Ästhetik – sie ist die günstigste Lichtquelle, die es gibt.

Die freie Mitte gehört der Bühne. Leuchten am Rand halten die Decke über dem Programm frei und setzen auf Reflexion. Für einen Mehrzwecksaal ist das die richtige Entscheidung.

Am Grenzwert ändert man nichts ungeprüft. UGR 22,0 ist zulässig, aber ohne Reserve. Wer die Leuchten tauscht, muss den Saal neu berechnen.

Passende Leuchten für Säle und Mehrzweckräume finden Sie unter LED-Hallenbeleuchtung. Die Lichtberechnung für Ihren Saal erstellen wir gern – inklusive Blendungsbewertung und Energiebilanz.

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Störlicht einer 20-W-Straßenleuchte: 1,80 Lux an der Fassade

Lichtstudie · Straßenbeleuchtung · Störlicht

Wie viel Licht einer Straßenleuchte beim Nachbarn am Fenster ankommt: DIALux-Berechnung für einen Abschnitt der Gemeindebeleuchtung. Bewertet wird nicht die Fahrbahnleuchtdichte, sondern das Störlicht – die vertikale Beleuchtungsstärke an der Fassade in Höhe des ersten Stocks.

Diese Berechnung fragt nicht, wie gut man auf der Straße sieht. Sie beantwortet etwas, wonach kaum jemand fragt: wie viel Licht einer Straßenleuchte auf die Häuser der Anwohner fällt. Die Antwort: auf die Fassade hinter der Leuchte 1,80 lx, auf die Fassade vor der Leuchte 0,061 lx. Das ist ein Unterschied um das Dreißigfache – und er ist gewollt.

Fassade hinter der Leuchte1,80 lxmax. 3,46 lx, Höhe 3 m
Fassade vor der Leuchte0,061 lxmax. 0,077 lx
Verhältnis30×asymmetrische Optik
Anschlussleistung je Leuchte20,0 WLED-Straßenleuchte
Lichtstrom3.083 lmLichtausbeute 154 lm/W
Lichtfarbe2.700 KWarmweiß, wenig Blauanteil
Masthöhe10 müber der Fahrbahn
Mastabstand33 m3,3 × Masthöhe

Die Lichtstärkeverteilung: Warum sie nicht rund ist

Das Polardiagramm zeigt, wie viel Licht die Leuchte in welche Richtung schickt. Die Mitte ist die Leuchte, unten ist der Boden. Die rote und die blaue Linie sind zwei Schnitte: entlang der Straße und quer dazu.

Lichtstärkeverteilungskurve der LED-Straßenleuchte
Lichtstärkeverteilungskurve. Das Licht wird entlang der Fahrbahn weit zur Seite verteilt (rot), aber praktisch nichts strahlt über die Horizontale nach oben.

Achten Sie auf zwei Dinge. Erstens ist die Kurve zu den Seiten hin abgeflacht – die Leuchte schickt ihr Licht weit entlang der Straße, nicht direkt unter sich. Würde sie hauptsächlich nach unten strahlen, läge unter jeder Leuchte ein heller Lichtfleck, und dazwischen wäre es dunkel. Genau deshalb können die Masten 33 m auseinanderstehen, also mehr als das Dreifache ihrer Höhe.

Zweitens, und das ist wichtiger: Über der Horizontalen endet die Kurve. Nichts strahlt nach oben. Licht, das in den Himmel geht, beleuchtet niemanden – es hellt nur den Nachthimmel auf, und mit ihm verpufft Energie, die Sie bezahlt haben.

Störlicht: zwei Flächen, zwei Antworten

Die Berechnung stellt zwei senkrechte Flächen in 3 m Höhe ins Modell – etwa dort, wo die Fenster im ersten Stock liegen. Eine vor der Leuchte, eine dahinter. Und sie ermittelt, wie viel Licht auf sie fällt.

Hinter der Leuchte: 1,80 lx

Mittelwert 1,80 lx, an der hellsten Stelle 3,46 lx. Zum Vergleich: Der Vollmond beleuchtet eine Landschaft mit etwa 0,25 lx, ein Wohnzimmer hat 150–300 lx. Auf die Fassade fällt also ein Mehrfaches des Mondlichts, aber nur ein Bruchteil der Zimmerbeleuchtung.

Vor der Leuchte: 0,061 lx

Nur 0,061 lx – also etwa ein Viertel des Vollmondlichts. Praktisch nichts.

Dieser Unterschied ist kein Zufall. Die Optik der Leuchte ist asymmetrisch: Sie strahlt nicht gleichmäßig rundum, sondern lenkt das Licht gezielt auf Fahrbahn und Gehweg und gibt in die übrigen Richtungen nur ein Minimum ab. Die beiden Fassaden liegen deshalb in ganz unterschiedlichen Bereichen der Lichtstärkeverteilung. Ist die Leuchte richtig platziert und ausgerichtet, trifft auf die Fenster nur die schwache Seite der Kurve.

Die praktische Konsequenz für die Gemeinde: Auf welcher Straßenseite der Mast steht und wie die Leuchte ausgerichtet ist, entscheidet mehr als ihre Leistung. Eine falsch ausgerichtete Leuchte macht aus 0,06 Lux am Fenster schnell fast zwei Lux.

Gleichmäßigkeit g1 und g2: So lesen Sie die Tabelle

Im Report stehen bei jeder Fläche zwei Gleichmäßigkeitswerte, und es lohnt sich zu wissen, welcher welcher ist.

g1 ist das Verhältnis der schwächsten Stelle zum Mittelwert. Hinter der Leuchte ergibt 1,09 / 1,80 also 0,61.

g2 ist das Verhältnis der schwächsten zur stärksten Stelle. Hinter der Leuchte ergibt 1,09 / 3,46 also 0,32.

Interessant ist, dass die Fläche vor der Leuchte eine bessere Gleichmäßigkeit hat (0,80 und 0,64) als die dahinter. Das ist kein Verdienst, sondern Logik: Wenn fast kein Licht ankommt, ist eben dieses Fast-Nichts gleichmäßig verteilt. Die Gleichmäßigkeit zu bewerten ist erst dort sinnvoll, wo es etwas zu bewerten gibt.

2.700 Kelvin: warmes Licht für die Straße

Die Leuchte hat eine Lichtfarbe von 2.700 K, also Warmweiß mit gelblichem Ton. Früher war es üblich, Straßen mit kühlerem Weiß von 4.000 K zu beleuchten – das wirkt „moderner“ und subjektiv heller. Davon rückt man inzwischen ab, und dafür gibt es drei Gründe.

Nachthimmel. Der blaue Anteil des Lichts wird in der Atmosphäre viel stärker gestreut als der gelbe und rote. Eine kühle Leuchte erzeugt über der Stadt eine deutlichere Lichtglocke als eine warme mit gleicher Leistung.

Insekten und andere Tiere. Nachtaktive Insekten reagieren vor allem auf kurze Wellenlängen. Ein wärmeres Spektrum lockt deutlich weniger Insekten an die Leuchten – und mit ihnen weniger Fledermäuse und Spinnen.

Schlaf. Blaues Licht unterdrückt die Bildung von Melatonin. Wenn schon Licht ins Schlafzimmer dringt, dann besser warmes.

Der Preis dafür ist eine etwas geringere Effizienz – warmweiße LEDs liefern pro Watt etwas weniger Lumen als kühlere. Hier liegt das Ergebnis trotzdem bei 154 lm/W, für eine 20-Watt-Leuchte ein sehr guter Wert.

Wann 1,8 Lux an der Fassade zu viel sind

Die Zahl allein reicht nicht. Grenzwerte für Störlicht richten sich danach, wie dunkel die Umgebung ist. Die Regelwerke teilen das Gebiet deshalb in Zonen ein: von dunklen Naturräumen und Schutzgebieten über ländliche Gegenden und Vororte bis zu hell beleuchteten Innenstädten.

In der Innenstadt, wo Schaufenster, Werbung und vorbeifahrende Autos in die Fenster leuchten, bemerkt niemand knapp zwei Lux von einer Straßenleuchte. In einem Dorf zwischen Feldern, wo es vor dem Fenster sonst völlig dunkel ist, kann derselbe Wert als störend empfunden werden – vor allem, weil ein an die Dunkelheit angepasstes Auge ungleich empfindlicher ist.

Die Nachtzeit ändert die Regeln

Die zweite Ebene ist die Zeit. Die Grenzwerte sind meist strenger ab einer festgelegten Nachtstunde, also ab der Zeit, zu der die Menschen schlafen gehen. Dem kann man entgegenkommen, ohne dass die Straße dunkel bleibt: Moderne Leuchten können ihre Leistung in den Stunden, in denen niemand auf dem Gehweg unterwegs ist, absenken – zum Beispiel auf die Hälfte.

Halbiert man die Leistung, halbiert sich auch die Beleuchtungsstärke an der Fassade – aus knapp zwei Lux wird knapp eines. Der Betrieb wird günstiger, und die Beschwerden verschwinden. Das ist die günstigste Maßnahme überhaupt, denn es muss keine einzige Leuchte getauscht werden – sie muss nur programmiert werden.

Was diese Berechnung nicht aussagt

Bleiben wir genau, denn das wird oft verwechselt. Das ist keine Berechnung der Fahrbahnbeleuchtung. Straßen für den Kraftfahrzeugverkehr werden nach einer anderen Größe beurteilt: nach der Fahrbahnleuchtdichte in Candela pro Quadratmeter, nicht nach Lux. Der Grund ist einfach – der Autofahrer sieht nicht das Licht, das auf den Asphalt fällt, sondern das Licht, das vom Asphalt zurückgeworfen wird. Und nasser Asphalt reflektiert anders als trockener.

Der Report gibt außerdem ausdrücklich an, dass er nur den direkten Lichtanteil berechnet – das von Fassaden und Fahrbahn reflektierte Licht wird nicht berücksichtigt. Im offenen Straßenraum ist dieser Anteil gering, die Vereinfachung ist also vertretbar. Man sollte aber wissen, in welche Richtung sie wirkt: Die tatsächlichen Werte an der Fassade liegen eher etwas höher als berechnet, nicht niedriger.

Wer also nachweisen muss, dass eine Straße ihre Beleuchtungsklasse erfüllt, braucht zusätzlich eine Leuchtdichteberechnung. Wer nachweisen muss, dass die Leuchte dem Nachbarn nicht ins Schlafzimmer scheint, braucht genau diese.

Was die einzelnen Zahlen bedeuten

Störlicht
Licht, das dorthin fällt, wo es nicht hingehört – auf Fassaden, in Fenster, in Baumkronen, an den Nachthimmel.
Ē (mittlere Beleuchtungsstärke)
Mittelwert auf der betrachteten Fläche, in Lux.
g1
Verhältnis der schwächsten Stelle zum Mittelwert. Höher bedeutet ausgeglichener.
g2
Verhältnis der schwächsten zur stärksten Stelle. Ein strengerer Maßstab als g1.
Fahrbahnleuchtdichte
Größe in cd/m², nach der die Beleuchtung von Straßen für den Kraftfahrzeugverkehr bewertet wird. Sie beschreibt das reflektierte Licht, das der Autofahrer sieht – nicht das auftreffende.
Lichtverschmutzung
Die Aufhellung des Nachthimmels. Sie wird durch Licht verstärkt, das über die Horizontale strahlt, und durch ein kühles Spektrum.

Was Sie daraus mitnehmen können

Eine 20-Watt-Straßenleuchte auf einem 10 m hohen Mast schickt auf die Fassade hinter sich 1,80 lx und auf die Fassade vor sich 0,061 lx. Den Unterschied macht die Form der Lichtstärkeverteilung, nicht die Leistung.

Wenn Sie in der Gemeinde eine Beschwerde über Licht in den Fenstern bearbeiten, fragen Sie nicht zuerst nach der Wattzahl. Fragen Sie nach der Form der Abstrahlung, der Ausrichtung der Leuchte und danach, wie viel Licht über die Horizontale geht. Eine gute Leuchte beleuchtet den Gehweg und nicht das Schlafzimmer – und kostet ungefähr so viel wie eine schlechte.

Leuchten dieses Typs finden Sie unter LED-Straßenbeleuchtung. Eine Berechnung des Störlichts und der Fahrbahnleuchtdichte für Ihre Straße erstellen wir kostenlos.

Sie möchten das Störlicht der Straßenbeleuchtung in Ihrer Gemeinde prüfen lassen? Senden Sie uns Straßenbreite, Mastabstand, Masthöhe und den Abstand der Fassaden – Sie erhalten kostenlos eine Lichtberechnung und ein Angebot innerhalb von 24 Stunden (werktags).

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Friseursalon 4,10 × 3,30 m: 486 Lux mit 9 LED-Deckenleuchten

Lichtstudie · Friseursalon

Die Berechnung bewertet die Tischhöhe, die Schere arbeitet am Kopf. DIALux-Berechnung für einen Salon mit 4,10 × 3,30 m und neun Deckenleuchten: eine Lichtstärkeverteilung ganz ohne Optik, eine Decke, die direkt nur drei Hundertstel Lux erhält, und die Zahlen, die im Salon entscheiden, im Protokoll aber fehlen.

Ein Friseur arbeitet nicht am Tisch. Er arbeitet an einem Kopf, der sich etwa 1,10 m über dem Boden befindet, und schaut dabei auf Seite und Hinterkopf – also auf senkrechte Flächen.

Die Lichtberechnung dieses Salons nennt 486 Lux. Berechnet in einer waagerechten Ebene 850 Millimeter über dem Boden – also in Tischhöhe, an einem Tisch, den es im Raum gar nicht gibt. Wie viel Licht auf die Haare der Kundschaft fällt, darüber sagt das Protokoll nichts.

Salon (Ø)486 lxberechnet 850 mm über dem Boden
Gleichmäßigkeit0,430min. 209, max. 677 lx
Decke direkt0,03 lxinsgesamt trotzdem 119 lx
Leuchten9×LED-Anbauleuchten
Anschlussleistung144,0 W10,64 W/m²
Pro 100 Lux2,19 W/m²doppelt so viel wie in einer Halle
Salon4,10 × 3,30 m13,53 m², Deckenhöhe 2,400 m
Farbwiedergabenicht angegebenobwohl hier gefärbt wird

Neun Kreise auf dreizehn Quadratmetern

Isolinien der Beleuchtungsstärke im Friseursalon mit neun Deckenleuchten
Salon mit 4,10 × 3,30 m. Die roten Kreise sind die Deckenleuchten in einem Raster von drei mal drei. Die schwarzen Linien sind Isolinien mit Werten von 300 bis 600 lx. In der Mitte liegen die Werte über 600, an der unteren Wand fallen sie unter 300.

Neun Leuchten auf 13,53 m² bedeuten eine Leuchte pro anderthalb Quadratmeter. Der Mittelwert liegt bei 486 lx, das Minimum bei 209, das Maximum bei 677.

Die Gleichmäßigkeit beträgt 0,430. Das Verhältnis vom dunkelsten zum hellsten Punkt liegt bei 0,308, also etwa eins zu drei. Für einen Raum, in dem neun Leuchten Platz finden, ist das überraschend unausgeglichen.

Die Isolinien zeigen, warum. Um die mittlere Leuchte bildet sich eine Insel über 600 Lux, während die Werte an den Wänden unter 300 fallen. Die Lichtkegel überlagern sich in der Mitte und laufen zu den Rändern hin auseinander.

Eine Leuchte ganz ohne Optik

Lichtstärkeverteilungskurve der eingesetzten Leuchte – ein Kreis durch den Ursprung
Lichtstärkeverteilung in Candela pro 1.000 Lumen. Die Kurve ist ein Kreis, der den Ursprung berührt, und liegt vollständig in der unteren Hälfte. Wirkungsgrad η = 100 %.

Diese Form hat einen Namen. Ein Kreis durch den Ursprung bedeutet eine Kosinusverteilung – die Lichtstärke nimmt genau mit dem Kosinus des Winkels zur Senkrechten ab. So verhält sich ein idealer matter Diffusor: eine gleichmäßig leuchtende Fläche ohne Linse, ohne Reflektor, ohne Lichtlenkung.

Sehen Sie sich an, wo die Kurve endet: in der Horizontalen, also bei 90 Grad. Darüber geht nichts. Das bestätigt auch der sogenannte Flux Code im Datenblatt, der bei beiden Leuchtentypen mit dem Zahlenpaar 100 100 endet: Der gesamte Lichtstrom geht in den unteren Halbraum.

Und hier zeigt sich das

Die Decke dieses Salons erhält von den neun Leuchten direkt 0,03 lx. Nicht drei, nicht eins. Drei Hundertstel Lux. Praktisch null.

Und trotzdem erreicht die Decke 119 lx, denn 118 davon gelangen über Reflexionen von Boden und Wänden zu ihr. Ihre Leuchtdichte beträgt 26 cd/m². Dunkler ist im Salon nur noch der Boden.

In 2,40 m Höhe bedeutet das eine dunkle Fläche mit neun hellen Scheiben direkt über dem Kopf. Und im Spiegel sieht man diese Decke vollständig.

Wände: die einzigen Flächen, die im Salon wirklich leuchten

Fläche Direkt Reflektiert Gesamt Leuchtdichte
Wand 1 127 lx 106 lx 234 lx 37 cd/m²
Wand 2 176 lx 108 lx 284 lx 45 cd/m²
Wand 3 214 lx 109 lx 324 lx 52 cd/m²
Wand 4 176 lx 109 lx 285 lx 45 cd/m²
Boden 251 lx 118 lx 369 lx 23 cd/m²
Decke 0,03 lx 118 lx 119 lx 26 cd/m²

Die Wände haben einen Reflexionsgrad von 50 %, ihre Beleuchtungsstärke liegt zwischen 234 und 324 lx. Den Unterschied macht der direkte Anteil: Die hellste Wand erhält direkt 214 lx, die dunkelste nur 127. Über Reflexionen kommt bei allen fast gleich viel an, rund 110 Lux.

Warum die Wände wichtiger sind als der Boden

Der Boden hat einen Reflexionsgrad von nur 20 %. Er wirft also ein Fünftel dessen zurück, was auf ihn fällt. Den Rest schluckt er – und gleichzeitig ist er die einzige Fläche, auf die die Leuchten mit voller Kraft strahlen.

Im Friseursalon ist das Verschwendung. Licht, das auf den Fliesen landet, hilft kaum noch jemandem. Licht, das auf die Wand neben dem Spiegel fällt, wird von dort ins Gesicht reflektiert.

Die hellste Wand hat eine Leuchtdichte von 52 cd/m², die dunkelste von 37. Das ist fast das Anderthalbfache. Wer mit dem Rücken zur helleren Wand sitzt, sieht sich im Spiegel vor diesem helleren Hintergrund – und das eigene Gesicht wirkt davor dunkel.

Der Preis für dreizehn Quadratmeter

Der Salon nimmt 144,0 W auf und erzeugt 11.941 Lumen. Pro Quadratmeter sind das 10,64 W.

W/m² allein lassen sich aber zwischen Räumen mit unterschiedlichem Niveau nicht vergleichen. Deshalb nennt die Berechnung auch 2,19 W/m² pro 100 Lux. Diese Zahl ist vergleichbar – und etwa doppelt so hoch wie in einer großen Halle mit demselben Leuchtentyp.

Ein kleiner Raum hat immer das schlechtere Verhältnis

In einem großen Raum verteilen sich die Verluste an den Wänden auf die Fläche. In einem Raum von vier mal drei Metern machen die Wände einen wesentlichen Teil aller Oberflächen aus, und was auf sie fällt, wird zu einem großen Teil absorbiert.

Hier verschärft das noch der Reflexionsgrad des Bodens von 20 %. Wäre der Boden heller, käme ein größerer Teil des Lichts nach oben zurück, die Decke würde heller, und der Salon wirkte bei gleicher Anschlussleistung freundlicher.

Der Wartungsfaktor beträgt 0,80. Die Berechnung geht also davon aus, dass die Anlage bis zur nächsten Wartung nicht unter achtzig Prozent ihrer ursprünglichen Leistung fällt. In einem Friseursalon, in dem Haarspray und feiner Haarstaub in der Luft hängen, ist das optimistisch.

Was im Protokoll fehlt und im Salon entscheidet

Farbwiedergabeindex

Nirgends in dieser Berechnung steht ein Ra-Wert. Die ältere Programmversion hat ihn nicht ausgewiesen.

Dabei ist er im Salon die wichtigste Zahl überhaupt. Die Haarfarbe wird unter Kunstlicht gemischt und kontrolliert, aber die Kundin geht damit auf die Straße. Hat das Licht eine Schwäche im roten Spektralbereich, wirkt der Farbton im Salon kühler, als er tatsächlich ist. Reklamiert wird dann draußen – dort, wo die Sonne scheint und die Wahrheit zeigt.

Unter Ra 80 sollte man einen Friseursalon gar nicht erst beleuchten. Ra 90 ist ein vernünftiges Minimum, wenn gefärbt wird.

Vertikale Beleuchtungsstärke am Kopf

Die Berechnung kennt nur eine einzige Ebene, die waagerechte in 850 mm Höhe. Der Kopf einer sitzenden Person ist etwa 25 Zentimeter höher, und was der Friseur sehen muss, sind Seiten und Hinterkopf.

Auf eine senkrechte Fläche in Kopfhöhe fällt von einer Deckenleuchte deutlich weniger Licht als auf eine waagerechte. Genau deshalb haben Salons Leuchten an den Spiegeln – nicht als Effekt, sondern weil die Decke für diese Aufgabe nicht ausreicht.

Der Spiegel

Der Spiegel kehrt die Position jeder Leuchte um. Wer davor sitzt, sieht das Spiegelbild der Decke samt neun hellen Kreisen. Das Protokoll kennt diese Fläche überhaupt nicht – in der Berechnung ist sie nur ein Stück Wand mit 50 % Reflexionsgrad.

Was die einzelnen Zahlen bedeuten

Kosinusverteilung
Die Lichtstärke nimmt mit dem Kosinus des Winkels zur Senkrechten ab, und die Polarkurve ergibt einen Kreis, der den Ursprung berührt. Das bedeutet: ein reiner Diffusor ohne Optik.
Flux Code
Fünf Kennzahlen aus dem Datenblatt. Die letzten beiden zeigen, welcher Anteil des Lichts nach unten geht und wie viel die Leuchte insgesamt abgibt. Stehen dort 100 und 100, geht nichts nach oben.
Direkter und indirekter Anteil
Wie viel Licht direkt von der Leuchte kommt und wie viel nach einer Reflexion. Die Decke, auf die keine Leuchte zielt, lebt ausschließlich von Reflexionen.
Leuchtdichte einer Fläche
Wie hell eine Fläche dem Auge erscheint. Im Salon zählt sie vor allem an den Wänden – sie bilden den Hintergrund, vor dem sich die Kundschaft im Spiegel sieht.
Watt pro 100 Lux
Der einzige ehrliche Maßstab für die Wirtschaftlichkeit von Räumen mit unterschiedlichem Beleuchtungsniveau. Kleine Räume haben hier immer einen höheren Wert.
Farbwiedergabeindex
Wie naturgetreu Farben unter Kunstlicht wirken. Im Friseursalon entscheidet er, ob ein Farbton im Salon genauso aussieht wie draußen auf der Straße.

Was Sie daraus mitnehmen können

Ein Salon mit 13,53 m² erreicht 486 lx mit 144,0 W bei einer Gleichmäßigkeit von 0,430. Neun Deckenleuchten ohne Optik, das gesamte Licht nach unten, die Decke dunkel.

Das ist keine schlechte Berechnung. Es ist eine Berechnung, die eine Frage beantwortet, die niemand gestellt hat.

Fragen Sie nach dem Kopf, nicht nach dem Tisch. 486 Lux in Tischhöhe haben mit der Qualität eines Haarschnitts nichts zu tun. Entscheidend ist das Licht auf einer senkrechten Fläche in Kopfhöhe – und die muss als eigene Berechnungsebene angelegt werden.

Fragen Sie nach dem Ra-Wert. Im Protokoll fehlt er. Bei einer Reklamation wegen eines falsch gemischten Farbtons ist er aber das Erste, worauf es ankommt.

Und bringen Sie Licht an die Wände. Ein Boden mit 20 % Reflexionsgrad schluckt vier Fünftel dessen, was Sie auf ihn schicken. Die Wand neben dem Spiegel gibt die Hälfte zurück – und zwar ins Gesicht.

Leuchten wie in diesem Salon finden Sie unter LED-Deckenleuchten, Licht für die Spiegelplätze unter LED-Wandleuchten. Eine Lichtberechnung für Ihren Salon inklusive der senkrechten Ebene an den Spiegeln erstellen wir kostenlos.

Sie möchten eine Lichtstudie für Ihren Friseursalon? Senden Sie uns Raummaße, Deckenhöhe und die Lage der Spiegelplätze – Sie erhalten kostenlos eine Lichtberechnung und ein Angebot innerhalb von 24 Stunden (werktags).

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Restaurant mit 24 Räumen: Gastraum 363 Lux, Küche 568 Lux

Lichtstudie · Restaurant

Die Norm sagt nicht, wie viele Lux ein Gastraum braucht – aber sie weiß, wie das Essen aussehen soll. DIALux-Berechnung für ein Restaurant mit 24 Räumen: Werteraster, ein fast sechsfacher Unterschied zwischen Lager und Spüle und eine Gleichmäßigkeit von 0,25, die Absicht ist.

Wie viele Lux braucht ein Restaurant? Die Norm beantwortet das nicht. In ihrer Tabelle der Raumarten steht beim Eintrag „Restaurant, Speiseraum, Gesellschaftsraum“ bei Beleuchtungsstärke, Gleichmäßigkeit und Blendung kein Wert, nur ein Strich. Das Einzige, was sie verlangt, ist eine Farbwiedergabe von Ra 80. Die Küche zwei Wände weiter muss dagegen 500 lx und eine Gleichmäßigkeit von 0,6 erreichen.

Räume im Betrieb24vom Lager bis zur Bar
Spanne der Werte111–636 lxfast das Sechsfache
Gastraum363 lxGleichmäßigkeit 0,25
Küche568 lxNorm fordert 500 lx
Norm für den Gastraumkeine Vorgabenur Farbwiedergabe
FarbwiedergabeRa 80einzige verbindliche Anforderung im Gastraum
LeuchtenLED-Linearleuchtenje nach Raum
Wartungsfaktor0,79Reinigung alle 12 Monate

Ein Betrieb, 24 Räume, fast sechsfacher Unterschied

Ein Restaurant ist nicht ein einziger Raum. Es ist Lager, Flur, Gastraum, Bar, Küche, Spülküche und Technikraum unter einem Dach – und jeder dieser Räume hat eigene Anforderungen. Hier eine Auswahl:

Raum Ø Beleuchtungsstärke Gleichmäßigkeit Anforderung
Lager im Untergeschoss 111 lx 0,65 100 lx
Flur 144 lx 0,73 100 lx
Gastraum 363 lx 0,25 keine Vorgabe
Bar 265 lx 0,9 keine Vorgabe
Gesellschaftsraum 305 lx 0,31 keine Vorgabe
Toiletten 215 lx 0,94 200 lx
Speisenzubereitung (Küche) 568 lx 0,71 500 lx
Spülen von Tafelgeschirr 636 lx 0,89 500 lx

Von 111 Lux im Kellerlager bis 636 Lux über dem Spülbecken, an dem das Tafelgeschirr gespült wird. Fast das Sechsfache – und doch ist alles ein Betrieb.

Achten Sie auf die Spalte mit den Anforderungen. Bei drei Räumen – Gastraum, Bar und Gesellschaftsraum – steht „keine Vorgabe“. Das ist kein Fehler in der Tabelle. Die Norm nennt dort tatsächlich keinen Wert.

Warum die Norm zum Gastraum schweigt

Die DIN EN 12464-1 beschreibt die Beleuchtung von Arbeitsstätten. Sie legt fest, wie viel Licht ein Mensch braucht, um eine Tätigkeit sicher und präzise auszuführen.

Der Gast im Restaurant arbeitet nicht. Er isst, unterhält sich und schaut auf seinen Teller. Es gibt keine Sehaufgabe, die sich messen und vorschreiben ließe. Deshalb lässt die Norm die Werte für den Gastraum offen und sagt dem Planer damit: Das ist eine Frage der Atmosphäre, nicht der Sicherheit.

Das Einzige, worauf sie besteht

Ra 80, also der Farbwiedergabeindex. Und das ist sehr sinnvoll. Unter schlechtem Licht wirkt ein blutiges Steak grau, der Salat welk und der Wein bräunlich. Der Gast kann das nicht benennen, aber das Auge isst mit – und ihm schmeckt es dann nicht. Dabei ist er genau zum Genießen gekommen.

Ein Gastronom, der bei den Leuchten an der Farbwiedergabe spart, spart genau an dem Einzigen, worauf die Norm in seinem Gastraum achtet.

Freiheit heißt nicht Beliebigkeit

Dass die Norm nichts vorschreibt, heißt nicht, dass es egal ist, wie viel Licht im Gastraum herrscht. Es heißt, dass die Verantwortung auf Planer und Betreiber übergeht. 100 Lux ergeben ein romantisches Lokal für zwei. 300 sind ein Bistro für die schnelle Mittagspause. 500 sind eine Betriebskantine – auch wenn an den Wänden Bilder hängen.

Dieser Entwurf hat sich für rund 360 entschieden. Das ist ein Wert für ein Lokal, in dem mittags gegessen und abends bei einem Glas Wein gesessen wird – ein Kompromiss, mit dem man leben kann, sofern sich das Licht dimmen lässt.

Gastraum: Gleichmäßigkeit 0,25 – und das ist richtig so

Das folgende Bild ist ein Raster der berechneten Werte – an jedem Punkt eine konkrete Beleuchtungsstärke. Die Rechtecke sind die Leuchten.

Werteraster der Beleuchtungsstärke im Gastraum des Restaurants
Werteraster im Gastraum mit 40,6 m². Die sechs Leuchten hängen nur über dem Hauptteil. Im Schenkel des „L“ ohne Leuchten sinkt die Beleuchtungsstärke auf 90 lx, unter den Leuchten steigt sie auf 486 lx.

Mittelwert 363 lx, aber eine Gleichmäßigkeit von nur 0,25. Im Büro wäre das ein Reklamationsgrund. Hier ist es eine Funktion, kein Mangel.

Sehen Sie sich die Form des Raums an. Er ist L-förmig, und die sechs Leuchten hängen nur über dem Hauptteil. Der Schenkel oben links liegt bei 90 bis 180 Lux. Wofür er dient, verrät die Berechnung nicht, aber der Planer hat dort bewusst keine Leuchten vorgesehen – hätte dort ein Tisch stehen sollen, hätte er welche gesetzt.

Ungleichmäßigkeit als Werkzeug

Ein gutes Restaurant will kein gleichmäßiges Licht. Es will einen helleren Lichtkreis über dem Tisch und Halbdunkel zwischen den Tischen. Dieser Kontrast schafft Privatsphäre – der Gast hat das Gefühl, auf seiner eigenen kleinen Insel zu sitzen.

Hätte dieser Gastraum eine Gleichmäßigkeit von 0,8, sähe er aus wie eine Schulmensa. Die Zahl 0,25 sagt also nicht, dass der Entwurf schlecht ist. Sie sagt, dass jemand an die Gäste gedacht hat.

Küche: genau die entgegengesetzte Welt

Zehn Meter weiter, hinter der Tür, gelten andere Regeln. Die Speisenzubereitung fällt unter die Raumart Küche, und die Norm verlangt hier 500 lx und eine Gleichmäßigkeit von 0,6.

Werteraster der Beleuchtungsstärke in der Restaurantküche
Werteraster im Vorbereitungsraum, 8,5 × 2,4 m. Zehn Leuchten in zwei Reihen. Blau sind Werte über 500 lx, rot darunter. Mittelwert 568 lx, Minimum 405 lx in den Ecken.

Ergebnis: 568 lx bei einer Gleichmäßigkeit von 0,71. Beides liegt über der Anforderung.

Der Raum ist schmal – 8,5 auf 2,4 Meter. Zehn Leuchten hängen in zwei durchgehenden Reihen über beiden Arbeitszeilen. Rote Werte gibt es nur in den vier Ecken, wo Regale stehen.

Warum die Küche so viel mehr Licht braucht als der Gastraum

Messer. Der Koch schneidet, portioniert und filetiert. Die Hand ist nur Zentimeter von der Klinge entfernt – eine Fehleinschätzung, und die Wunde muss genäht werden.

Kontrolle. Ob das Fleisch durch ist, das Gemüse frisch und der Teller sauber, erkennt nur, wer Details und Farben sieht.

Hygiene. Ein Speiserest in der Fuge der Arbeitsplatte ist bei 200 Lux unsichtbar. Bei 500 springt er ins Auge. Die Küchenbeleuchtung gehört zur Hygiene, nicht zum Komfort.

636 Lux über dem Spülbecken

Der hellste Ort im ganzen Betrieb ist nicht die Küche, sondern das Spülen des Tafelgeschirrs: 636 lx bei einer Gleichmäßigkeit von 0,89.

Das klingt übertrieben. Ist es aber nicht. Gespültes Glas unterscheidet sich von ungespültem durch einen fettigen Schleier, der nur unter hellem Licht und im richtigen Winkel sichtbar ist. Ein Fleck auf dem Besteck, ein Lippenstiftrest am Glas – im Halbdunkel übersieht man das, und es landet wieder beim Gast auf dem Tisch.

Zum Vergleich: Die Bar hat 265 lx bei einer Gleichmäßigkeit von 0,9, also ausgeglichenes und eher gedämpftes Licht. Der Gesellschaftsraum hat 305 lx, aber eine Gleichmäßigkeit von nur 0,31 – wieder bewusst kontrastreiches, gegliedertes Licht.

Und das Lager im Untergeschoss? 111 lx, also am wenigsten im ganzen Haus. Die Norm verlangt dort 100, und mehr braucht es nicht – Kisten muss man nicht lesen.

Was die einzelnen Zahlen bedeuten

Raumart nach Norm
Jede Tätigkeit hat in der Norm eine eigene Zeile mit Anforderungen. Restaurant und Speiseraum haben bei der Beleuchtungsstärke keinen Wert – die Norm betrachtet sie nicht als Arbeitsbereich.
Ra (Farbwiedergabeindex)
Die einzige verbindliche Anforderung für den Gastraum: Ra 80. Er entscheidet, wie das Essen auf dem Teller aussieht.
Gleichmäßigkeit im Gastraum
Ein niedriger Wert ist Absicht. Ein hellerer Lichtkreis über dem Tisch und Halbdunkel zwischen den Tischen schaffen Privatsphäre.
Gleichmäßigkeit in der Küche
Muss dagegen hoch sein. Der Koch arbeitet mit dem Messer, und ein Schatten auf der Arbeitsplatte ist ein Sicherheitsrisiko.
Werteraster
Die berechnete Beleuchtungsstärke an einzelnen Punkten. So lässt sich der Wert genau dort ablesen, wo später ein Tisch oder eine Küchenzeile steht.

Was Sie daraus mitnehmen können

Der Betrieb hat 24 Räume und Werte von 111 bis 636 lx. Gastraum 363 lx bei einer Gleichmäßigkeit von 0,25, Küche 568 lx bei 0,71. Beides ist richtig, denn es sind zwei völlig verschiedene Welten.

Wenn ein Gastronom nur eine Sache mitnimmt: Lassen Sie sich den Gastraum nicht nach der Norm planen. Die Norm nennt dafür kein Niveau, und ein Planer, der ihn „zur Sicherheit“ auf 500 Lux auslegt, macht aus Ihrem Restaurant eine Kantine.

Bei Küche und Spüle dagegen sollten Sie die Norm bis aufs letzte Lux einfordern. Dort geht es nicht um Atmosphäre, sondern um Finger, Hygiene und Reklamationen. Und bestehen Sie im ganzen Betrieb auf Ra 80 – das ist das Einzige, was die Norm im Gastraum wirklich verlangt.

Lineare LED-Leuchten wie in diesem Entwurf finden Sie unter LED-Röhrenleuchten, für Küche und Spülbereich eignen sich LED-Feuchtraumleuchten. Eine Lichtplanung für Restaurant, Küche und Nebenräume erstellen wir kostenlos – und das Niveau im Gastraum stimmen wir mit Ihnen darauf ab, was für ein Lokal Sie führen möchten.

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Fotostudio mit 348 Lux: 6 LED-Panels, die beim Shooting ausgehen

Lichtstudie · Fotostudio

DIALux-Berechnung für ein Fotostudio – mit einem Licht, das der Fotograf beim Shooting ausschaltet. Isolinien, die Helligkeit der Panels vor einer dunklen Decke und der Grund, warum gleichmäßiges Licht im Studio eher ein Hindernis ist.

Dieses Licht nutzt der Fotograf fast nie. Sechs Panels an der Decke liefern 348 lx bei einer ordentlichen Gleichmäßigkeit von 0,568 – und genau deshalb ist es zum Fotografieren unbrauchbar. Bei der Studiobeleuchtung geht es nicht darum, wie viel Licht Sie liefern. Es geht darum, wie gut Sie es ausschalten können.

Beleuchtungsstärke (Ø)348 lxArbeitslicht, nicht zum Fotografieren
Gleichmäßigkeit0,568ausgeglichen, also flach
An der Decke91 lxMaximum 4.391 lx
Fläche unter 400 lx83,40 %nirgends überstrahlt
Leuchten6×LED-Panel à 53,0 W
Lichtfarbe4.500 KLichtausbeute 83 lm/W
Anschlussleistung318 W6,69 W/m²
Studio9,5 × 5,0 m47,5 m², Deckenhöhe 3,1 m

Sechs Panels, kein Schatten

Der Plan zeigt Isolinien – Linien, die Punkte gleicher Beleuchtungsstärke verbinden. Die roten Quadrate sind die Panels.

Isolinien der Beleuchtungsstärke im Fotostudio mit sechs LED-Panels
Isolinien auf der Ebene 0,85 m im Studio mit 9,5 × 5,0 m. Sechs Panels in zwei Reihen, um jedes eine Insel über 400 lx. An den kürzeren Wänden fällt der Wert auf rund 250 lx. Minimum 198, Maximum 444 lx.

Der Report liefert eine interessante Zusatzangabe: 83,40 % der Fläche liegen unter 400 Lux. Der hellste Punkt im Studio hat 444. Überstrahlt ist also nirgends etwas.

Für ein Büro wäre das eine gute Nachricht. Für ein Studio ist es die Beschreibung dessen, was beim Fotografieren ausgeschaltet werden muss.

Modellierung: Ein Foto entsteht in den Schatten

Die Form eines Gesichts, die Struktur eines Stoffs, der Glanz auf Glas – all das sehen wir dank der Schatten. Nicht dank des Lichts. Licht ist nur die Voraussetzung dafür, dass Schatten entstehen können.

Sechs gleichmäßig an der Decke verteilte Panels bewirken das genaue Gegenteil. Das Licht kommt von allen Seiten zugleich, und jede Leuchte hellt die Schatten der anderen auf. Im Studio nennt man das Ergebnis ein flaches Bild: Die Nase wirft keinen Schatten, das Gesicht hat kein Volumen, der Stoff wirkt wie Papier.

Deshalb wird das Studio abgedunkelt

Der Fotograf baut sein eigenes Licht. Das Hauptlicht kommt von einer Seite, ein Reflektor oder ein schwächeres Aufhelllicht von der anderen, oft noch ein Hintergrundlicht dazu. Der Unterschied zwischen heller und schattiger Gesichtshälfte ist ein Werkzeug – und die Deckenpanels machen es zunichte.

Die Deckenbeleuchtung hat im Studio also eine ganz andere Aufgabe, als man erwarten würde:

Vorbereitung. Stativ aufbauen, Hintergrund ausrichten, das Model schminken, das Objektiv in der Tasche finden.

Aufräumen und Technik. Kabel aufwickeln, den Hintergrund auf Haare und Schmutz prüfen.

Komfort für Kunden. Damit sich niemand im Studio wie im Keller fühlt, wenn gerade nicht fotografiert wird.

Beim eigentlichen Shooting wird ein großer Teil davon heruntergedimmt oder ganz ausgeschaltet. Ein Panel, das sich nicht dimmen lässt und keinen eigenen Schalter hat, ist im Studio im Weg.

Decke 91 Lux, Maximum 4.391

Hier steht die aussagekräftigste Zahl des ganzen Reports. Die Decke als Fläche erhält 91 lx. Ihr Maximum liegt aber bei 4.391 lx – das sind die Panels selbst.

Zwischen Leuchte und umgebender Decke liegt also etwa der Faktor 48. Fürs Auge bedeutet das: sechs helle Rechtecke in einer dunklen Decke.

Warum das den Fotografen interessiert

Spiegelungen. Fotografieren Sie etwas Glänzendes – eine Uhr, Glas, eine lackierte Platte, die Brille des Models –, spiegelt sich darin die Decke. Und das Spiegelbild eines hellen Rechtecks in einem dunklen Feld ist genau das, was man anschließend eine Stunde lang in der Bildbearbeitung retuschiert.

Ungewolltes Aufhelllicht. Auch ausgeschaltete Panels reflektieren das Licht der Blitze. Eine weiße Decke mit 70 % Reflexionsgrad wirkt wie ein riesiger Reflektor und hellt die Schatten stärker auf, als dem Fotografen lieb ist.

Erfahrene Studios haben deshalb eine dunkle Decke. Der Reflexionsgrad von 70 %, mit dem diese Berechnung arbeitet, entspricht einem weißen Anstrich – gut fürs Büro, fragwürdig fürs Studio, in dem jede Reflexion zählt.

4.500 Kelvin: Kompromiss zwischen Blitz und Fenster

Die Lichtfarbe beträgt 4.500 K. Das ist ein ungewöhnlicher Wert – er liegt zwischen Neutralweiß mit 4.000 K und Tageslicht mit 5.500 K.

Das ergibt Sinn. Ein Studioblitz hat typischerweise rund 5.500 K, also die Farbe der Mittagssonne. Wäre das Arbeitslicht im Studio deutlich wärmer, müsste der Fotograf seine Farbwahrnehmung ständig umstellen – zwischen der Vorschau auf dem Display und dem Eindruck im Raum.

Viereinhalbtausend Kelvin sind also eine vernünftige Brücke: nah genug am Blitz, damit das Auge nicht durcheinanderkommt, und weit genug von kühlen 6.000 K entfernt, damit man es im Studio einen ganzen Tag aushält.

Lichtstärkeverteilungskurve des eingesetzten LED-Panels
Lichtstärkeverteilungskurve des Panels. Breiter, symmetrischer Lichtkegel – das Licht verteilt sich gleichmäßig im ganzen Raum.

Genau diese symmetrische, runde Kurve sorgt für gleichmäßiges Licht im Raum. Und genau das möchte der Fotograf während der Belichtung nicht eingeschaltet haben.

318 Watt für das ganze Studio

Das gesamte Studio wird mit 318 W beleuchtet, also mit 6,69 W/m². Bezogen auf das erreichte Niveau sind das 1,92 W/m² pro 100 Lux. Ein sparsamer Entwurf.

Die Lichtausbeute der Anlage liegt bei 83 lm/W. Sechs Panels à 53,0 W liefern zusammen 26.348 Lumen auf 47,5 m².

Was dem Studio mehr helfen würde als Watt

Reihenweise Schaltung. Zwei Panelreihen auf zwei Schaltern. Die hintere Reihe beleuchtet den Hintergrund, die vordere den Arbeitsbereich – und beim Shooting wird die Reihe ausgeschaltet, die gerade stört.

Dimmen. Nicht nur wegen der Atmosphäre. Ein schwaches Arbeitslicht beim Shooting lässt Sie die Bedienelemente der Kamera erkennen, ohne die Szene aufzuhellen.

Matte Oberflächen überall. Decke, Wände und Boden. Die Wände haben in dieser Berechnung einen Reflexionsgrad von 50 % und erhalten 190 lx. Im Studio ist jede helle Fläche ein potenzieller ungewollter Reflektor.

Das Fenster: das beste und das schlechteste Licht im Studio

Die Berechnung geht von Dunkelheit hinter dem Fenster aus. Für ein Studio passt das besonders gut – viele verdunkeln ihre Fenster dauerhaft.

Dabei ist Tageslicht aus einem großen Fenster für Porträts hervorragend: Es kommt von einer Seite, ist weich und diffus. Generationen von Fotografen haben darauf einen ganzen Stil aufgebaut.

Das Problem ist nicht die Qualität. Das Problem ist, dass es sich ändert.

Es wandert im Laufe des Tages. Morgens fällt es aus einem anderen Winkel ein als nachmittags. Ein Porträt, das um zehn Uhr fotografiert und um zwei ergänzt wird, passt nicht zusammen.

Es ändert seine Farbe. Blauer Himmel, weiße Wolke, orangefarbene Abendsonne. Der Weißabgleich muss immer wieder neu eingestellt werden, und Mischlicht – Fenster plus Blitz – erzeugt Farbunterschiede innerhalb eines einzigen Bildes.

Es lässt sich nicht wiederholen. Der Kunde kommt eine Woche später für ergänzende Fotos, und draußen regnet es.

Deshalb verdunkelt ein professionelles Studio die Fenster und baut sein Licht komplett selbst auf. Tageslicht ist ein schönes Geschenk, aber das Handwerk beruht darauf, dass sich ein Ergebnis wiederholen lässt.

Was die einzelnen Zahlen bedeuten

Modellierung
Der Helligkeitsunterschied zwischen der beleuchteten und der schattigen Seite eines Objekts. Ohne sie wirkt das Bild flach. Gleichmäßiges Deckenlicht zerstört die Modellierung.
Maximum an der Decke
Die Helligkeit der Leuchte selbst. Im Fotostudio taucht sie als Spiegelung in jedem glänzenden Gegenstand der Szene auf.
Reflexionsgrad der Decke
Wie viel Licht die Decke zurückwirft. Im Büro ein Vorteil, im Studio ungewolltes Aufhelllicht, das die Schatten auffüllt.
Farbtemperatur
Der Farbton des weißen Lichts in Kelvin. Ein Arbeitslicht nahe am Studioblitz (rund 5.500 K) erleichtert die Beurteilung der Farben.
Anteil der Punkte unter 400 lx
Über achtzig Prozent des Studios bleiben unter dieser Grenze. Mit anderen Worten: Das Arbeitslicht überstrahlt nirgends das, was der Fotograf selbst aufbaut.

Was Sie daraus mitnehmen können

Ein Studio mit 47,5 m² erreicht 348 lx bei einer Gleichmäßigkeit von 0,568 mit 318 W. Als Arbeitsbeleuchtung ist das saubere Arbeit.

Wenn ein Fotograf nur eine Sache mitnehmen soll: Fragen Sie im Studio nicht, wie viele Lux die Decke liefert. Fragen Sie, wie schnell Sie sie ausschalten können. Reihenweise Schaltung und Dimmen sind im Studio wichtiger als die Wattzahl – und kosten nur einen Bruchteil eines einzigen ordentlichen Blitzgeräts.

Und die zweite Sache, über die kaum jemand spricht: eine dunkle, matte Decke. Sie erspart Ihnen mehr Stunden in der Nachbearbeitung als jede Leuchte.

Panels wie in diesem Entwurf finden Sie in der Kategorie LED-Panels. Die Arbeitsbeleuchtung für Ihr Studio planen wir kostenlos – einschließlich der Aufteilung in Schaltkreise.

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