Stroboskopeffekt
Der Stroboskopeffekt tritt auf, wenn flimmerndes Licht bewegte oder rotierende Teile langsamer, ruckartig oder stillstehend erscheinen lässt. An Maschinen ist das gefährlich, weil eine laufende Säge oder Spindel wie stehend wirken kann.
Ursache ist eine periodische Schwankung des Lichts, bei LEDs am 50-Hz-Netz meist mit 100 Hz. Stimmt die Drehzahl eines Werkzeugs mit dieser Frequenz oder einem Vielfachen überein, sieht das Auge immer dieselbe Stellung. Auch im Sport stört der Effekt: Ein schneller Ball erscheint wie eine Perlenkette, und Zeitlupenaufnahmen flackern.
Gemessen wird er mit dem SVM-Wert (Stroboscopic Visibility Measure). Ein SVM von 1 entspricht der Sichtbarkeitsschwelle eines durchschnittlichen Beobachters. Die EU-Ökodesign-Verordnung (EU) 2019/2020 begrenzt den SVM netzbetriebener LED-Lichtquellen seit September 2024 auf 0,4. Ausgenommen sind Lichtquellen für Anwendungen im Freien, in der Industrie und in anderen Bereichen, in denen die Beleuchtungsnormen einen Farbwiedergabeindex unter 80 zulassen.
Worauf Sie achten sollten:
- An Drehmaschinen, Fräsen und Sägen nur Leuchten mit hochwertigem, gut geglättetem Treiber einsetzen und den SVM-Wert erfragen.
- Beim Dimmen auf eine hohe PWM-Frequenz achten.
- Stroboskopische Effekte, die zu Unfällen führen können, müssen an Arbeitsplätzen vermieden werden.
Die Ursachen erklärt der Eintrag Flimmern. Ein Praxisbeispiel mit einem laufenden Sägeblatt zeigt die Lichtstudie Tischlerwerkstatt 15 m²: 461 Lux mit 3 LED-Linearleuchten.
