Büro mit 515 Lux: 6 LED-Panels 600 × 600 mm auf 20,2 m²
Lichtstudie · Büro
Ein Büro mit 515 Lux – und warum die Gleichmäßigkeit wichtiger ist als der Mittelwert. Die DIALux-Berechnung für ein Büro mit LED-Panels 600 × 600 mm zeigt nicht nur, wie viel Licht im Raum ist, sondern vor allem, wie es verteilt ist.
✓ Ziel erreicht: Die Norm ist mit Reserve erfüllt. Das Büro erreicht 515 lx bei geforderten 500 lx und eine Gleichmäßigkeit von 0,61. Die DIN EN 12464-1 verlangt für Bildschirmarbeit mindestens 0,60 – der Entwurf liegt darüber.
Wo im Raum wie viel Licht ankommt
Der Plan zeigt Isolinien – Linien, die Punkte gleicher Beleuchtungsstärke verbinden, genau wie Höhenlinien auf einer Wanderkarte. Die Zahl an der Linie ist der Wert in Lux. Die grauen Quadrate sind die Panels selbst.
Achten Sie auf die Form: In der Raummitte liegt eine „Insel“ mit über 600 lx, zu den Wänden hin sinkt das Niveau gleichmäßig auf 350 lx. Für ein Büro ist das in Ordnung – der Normwert bezieht sich auf die Arbeitsfläche in Tischhöhe (0,8 m), nicht auf die Ecken an der Sockelleiste, wo ohnehin niemand arbeitet. Wichtig ist, dass zwischen den Tischen keine dunkle Stelle entsteht.
Warum gerade 500 Lux und eine Gleichmäßigkeit von 0,6?
Ein Büro ist kein Lager. Das Auge stellt hier den ganzen Tag zwischen Monitor, Papier und dem Kollegen gegenüber um. Unterscheiden sich die Leuchtdichten dieser Flächen stark, arbeitet die Pupille ständig – die Folge sind müde Augen und Kopfschmerzen, auch wenn im Raum „genug Licht“ ist.
Deshalb achtet die Norm nicht nur auf den Mittelwert, sondern auch auf die Gleichmäßigkeit. Das Verhältnis von dunkelster Stelle zum Mittelwert liegt hier bei 0,61. Mit anderen Worten: Wo immer Sie im Büro einen Tisch aufstellen, haben Sie brauchbares Licht. Sie müssen sich nicht damit arrangieren, dass man „am Fenster arbeiten kann und in der Ecke nicht“.
Und die Blendung?
Die zweite Hälfte des Sehkomforts ist der UGR – das Maß für die Blendung. Ein Panel mit großer Leuchtfläche verteilt das Licht auf das ganze Quadrat von 60 × 60 cm, die Leuchtdichte pro Quadratzentimeter ist also niedrig, und das Licht „sticht“ nicht in die Augen. Deshalb eignen sich Panels für Büros besser als Spots mit kleiner, harter Lichtquelle.
3.000 K: Warmweiß im Büro?
Die übliche Faustregel lautet „ins Büro neutrales 4.000 K“. Hier wurde bewusst Warmweiß 3.000 K gewählt, und das hat einen Grund: Der Raum dient auch für Kundengespräche, und ein wärmerer Ton wirkt einladender, weniger „amtlich“. Auf die Sehleistung hat das bei 500 lx keinen praktischen Einfluss – sie hängt von der Lichtmenge ab, nicht vom Farbton.
Eine Regel aus der Praxis: Je höher die Beleuchtungsstärke, desto kühler darf der Farbton sein, ohne dass der Raum klinisch wirkt. Bei 300–500 lx ist 3.000 K angenehm; ab 750 lx ist meist 4.000 K die bessere Wahl.
So ist die Berechnung entstanden
Das ist keine Schätzung. In DIALux werden die tatsächliche Raumgeometrie (lichte Höhe 3,200 m, Fläche 20,2 m²) und die Reflexionsgrade der Oberflächen eingegeben – Decke 70,0 %, Wände 50,0 %, Boden 20,0 %. Eine weiße Decke wirft Licht in den Raum zurück, ein dunkler Teppich schluckt es; beides verändert das Ergebnis spürbar.
Die Leuchten werden mit ihrer gemessenen Lichtstärkeverteilung in das Modell eingesetzt, und das Programm berechnet das auftreffende Licht in jedem Punkt des Rasters. Gerechnet wird mit einem Wartungsfaktor von 0,80 – also damit, dass die Panels nach einigen Jahren etwas Leistung verlieren und verstauben. Die angegebenen 515 lx sind deshalb kein Wert für „den ersten Tag nach der Montage“, sondern ein Niveau, das der Raum langfristig hält.
Was eine solche Beleuchtung im Betrieb kostet
Die gesamte Deckenbeleuchtung nimmt 317 W auf – etwa so viel wie drei ältere Glühlampen, bringt aber das ganze Büro auf Normniveau. Das Programm berechnet einen Jahresverbrauch von 870 kWh. Bei einem Strompreis von 0,25 €/kWh sind das rund 218 € im Jahr.
Interessanter ist der Referenzwert, mit dem DIALux vergleicht: 750 kWh/Jahr. Unser Entwurf liegt darüber – und es ist nur fair zu sagen, warum. Der Raum ist auf 515 lx beleuchtet, also über dem geforderten Minimum, und im Modell brennt das Licht während der gesamten Betriebszeit mit voller Leistung. In der Praxis verschwindet der Unterschied durch zwei Dinge: das Abschalten der fensternahen Reihen, wo tagsüber Tageslicht ausreicht, und Dimmen. Wer unter den Referenzwert kommen will, löst das über die Lichtsteuerung, nicht durch weniger Leuchten.
Warum es sich nicht lohnt, an der Zahl der Leuchten zu sparen
Würden wir aus 6 Panels 4 machen, sänke der Mittelwert um etwa ein Drittel – die Gleichmäßigkeit aber würde sich viel stärker verschlechtern, weil zwischen den weiter auseinanderliegenden Panels ein Einbruch entsteht. Das Ergebnis ist kein „etwas dunkleres Büro“, sondern ein Büro mit brauchbaren und unbrauchbaren Plätzen. Ein paar Euro Stromersparnis im Jahr wiegen nicht auf, dass sich die Hälfte der Tische nicht sinnvoll aufstellen lässt.
Wann 500 Lux nicht reichen
Mit 500 Lux ist das Minimum für normale Büroarbeit abgedeckt – Schreiben, Lesen, Bildschirmarbeit. Es gibt aber Situationen, in denen es sinnvoll ist, höher zu gehen:
Ältere Mitarbeitende. Ab etwa 50 braucht das Auge für dieselbe Sehleistung deutlich mehr Licht als mit 20. Überwiegen im Team ältere Kolleginnen und Kollegen, sind 750 lx oft eine Investition, die sich in Produktivität und weniger Fehlern auszahlt.
Detailarbeit. Technisches Zeichnen, Druckkontrolle, Arbeit mit Farbmustern, Buchhaltung mit Papierbelegen – überall dort passt entweder ein höheres Gesamtniveau oder eine lokale Zusatzbeleuchtung am Tisch. Die zweite Variante ist energetisch klüger: Sie heben nicht das Niveau im ganzen Raum wegen zweier Arbeitsplätze an.
Ein Besprechungsraum mit Projektor braucht dagegen weniger Licht – und vor allem eine separat schaltbare Leuchtenreihe an der Leinwand. Das löst man nicht über die Berechnung, sondern über die Stromkreise.
Drei Fehler, die wir in Büros am häufigsten sehen
- Leuchten über dem Kopf statt über dem Tisch. Die Anordnung richtet sich oft nach dem Raster der Unterdecke, nicht nach den Möbeln. Landet der Tisch dann genau zwischen zwei Panels, sitzt man im eigenen Schatten. Im Plan oben sieht man, dass das Panelraster so verteilt ist, dass die Insel hoher Beleuchtungsstärke den ganzen mittleren Teil des Raums abdeckt.
- Mittelwert ohne Gleichmäßigkeit. „Wir haben 500 Lux“ sagt nichts, wenn das der Mittelwert aus 900 lx unter der Leuchte und 150 lx in der Ecke ist. Deshalb wird immer auch U0 angegeben – hier 0,61.
- Vergessene Reflexionsgrade. Dunkle Möbel und ein anthrazitfarbener Teppich können gegenüber einer hellen Einrichtung bis zu einem Fünftel der Beleuchtungsstärke kosten. Deshalb werden sie in die Berechnung eingegeben und nicht geschätzt.
Was die einzelnen Größen bedeuten
- Lux (lx)
- Wie viel Licht auf eine Fläche fällt. Büro 500 lx, Flur 100 lx, Werkstatt mit Feinarbeit auch 750 lx.
- Gleichmäßigkeit U0
- Verhältnis von dunkelster Stelle zum Mittelwert. Je näher an 1, desto ausgeglichener das Licht ohne dunkle Ecken.
- Lumen (lm) vs. Watt (W)
- Lumen ist das erzeugte Licht, Watt der Verbrauch. Der Quotient ist die Lichtausbeute – hier 67,4 lm/W.
- Spezifische Anschlussleistung
- 15,64 W/m² gibt an, wie viel elektrische Leistung die Beleuchtung eines Quadratmeters braucht. Niedriger bedeutet günstigerer Betrieb.
- UGR
- Maß für die Blendung. In Büros gilt UGR ≤ 19; die große Leuchtfläche des Panels hält den Wert niedrig.
Fazit
Dieses Büro hat 515 lx und eine Gleichmäßigkeit von 0,61 – es erfüllt die Norm mit Reserve, auf 20,2 m² mit 317 W. Das Entscheidende steckt aber nicht in diesen Zahlen, sondern darin, dass sie berechnet und nicht geschätzt sind. Der Unterschied zwischen „wir haben sechs Panels eingebaut, das sollte reichen“ und einer Berechnung: Bei der Berechnung wissen Sie vorher, wo Sie einen Tisch aufstellen können.
Wenn Sie ein Büro planen, verlangen Sie vom Anbieter drei Dinge: mittlere Beleuchtungsstärke, Gleichmäßigkeit und Wartungsfaktor. Wer Ihnen nur die Anzahl der Leuchten und die Wattzahl nennt, hat nicht gerechnet, sondern geschätzt. Eine Studie wie diese erstellen wir Ihnen kostenlos. Panels wie im Entwurf finden Sie unter LED-Panels, Varianten für Rasterdecken unter Rasterleuchten und Einlegeleuchten.
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