Fußball-Trainingsplatz 105 × 68 m: 311 Lux an 8 Masten

Lichtstudie · Fußball-Trainingsplatz

DIALux-Berechnung für einen Trainingsplatz mit 105 × 68 m und acht Masten. Isolinien, Graustufen und die Erklärung, warum sich bei Sportanlagen dasselbe Ergebnis als hervorragend und als miserabel verkaufen lässt.

✓ Ziel erreicht: Geplant waren 300 lx, auf dem Spielfeld ergeben sich 311 lx bei einer Gleichmäßigkeit von 0,43.

Diese Berechnung liefert aber noch zwei weitere Werte für die Gleichmäßigkeit – 0,21 und 0,105 –, und alle drei sind richtig. Der Unterschied liegt nur darin, welche Fläche man betrachtet. Genau damit lässt sich ein Angebot für eine Sportplatzbeleuchtung leicht „schönrechnen“ – oder schlechtmachen.

Spielfeld (Ø)311 lxZiel waren 300 lx
Gleichmäßigkeit Spielfeld0,43Min. / Mittelwert, vertikal
Min. / Max.134 / 484 lxauf dem Spielfeld
Anschlussleistung30,7 kW8 Masten
Lichtausbeute152,8 lm/W4,69 Mio. lm insgesamt
Spielfeldmaß105 × 68 mFußball-Großfeld
Berechnungsraster21 × 13 PunkteDichte der Kontrollpunkte

Isolinien: acht Lichtinseln

Der Plan zeigt die gesamte Rasenfläche von 118,2 × 77,8 m – also das Spielfeld samt Auslaufzonen hinter den Toren und neben den Seitenlinien. Die Linien sind Isolinien: Sie verbinden Punkte gleicher Beleuchtungsstärke, die Zahlen daran sind Lux-Werte.

Isolinien der Beleuchtungsstärke auf dem Fußball-Trainingsplatz
Isolinien auf der Rasenfläche 118,2 × 77,8 m. Acht geschlossene „Inseln“ um 400–500 lx entsprechen den acht Masten; zu den Rändern des Rasens hin sinken die Werte auf 100 lx.

Die acht geschlossenen Schleifen um 400 und 500 lx sind keine Fehler. Das sind die Stellen direkt unter den Masten. Der Strahler zielt auf die Platzmitte, doch ein Teil des Lichts fällt zwangsläufig auch unter ihn. Zwischen den Inseln hält sich ein zusammenhängendes Niveau um 300 lx – und das ist die Fläche, auf der gespielt wird.

Achten Sie jetzt auf die Ränder. In den Ecken sinkt die Isolinie auf 100 lx. Dort liegt aber nur Rasen zwischen Linie und Zaun. Der Ball fliegt gelegentlich dorthin, doch kein Spieler sprintet dort, und der Schiedsrichter hat dort nichts zu beurteilen.

Ein Platz, drei Gleichmäßigkeiten

Hier liegt der Kern der Sache. Der Bericht berechnet drei verschiedene Flächen, und jede liefert ein anderes Ergebnis:

1) Spielfeld 105 × 68 m

Das genau abgegrenzte Rechteck, auf dem gespielt wird. Ø 311 lx, Minimum 134 lx, Gleichmäßigkeit 0,43. Das ist die Zahl, die in den Vertrag gehört.

2) Spielfeld einschließlich Auslaufzonen

Die Streifen hinter den Linien kommen hinzu. Der Mittelwert sinkt auf 285 lx und die Gleichmäßigkeit auf 0,21 – weil das Minimum irgendwo an der Eckfahne auf 59 lx fällt.

3) Gesamte Rasenfläche 118 × 78 m

Alles, was grün ist. Mittelwert 270 lx, Minimum nur 28 lx am Zaun, Gleichmäßigkeit 0,105.

Sehen Sie, wie leicht sich damit manipulieren lässt? Wer gut dastehen will, nennt die Gleichmäßigkeit des Spielfelds. Wer die Konkurrenz schlechtmachen will, nennt die Gleichmäßigkeit des ganzen Rasens. Beides ist wahr, und beides ist ohne Kontext wertlos. Fragen Sie deshalb immer: „Auf welcher Fläche und in welcher Ebene?“

Graustufen: dasselbe ohne Zahlen

Das zweite Bild zeigt dieselbe Berechnung als Helligkeitskarte – je heller, desto mehr Lux. Die Legende unten ordnet den Grautönen Werte zu.

Beleuchtungsstärke auf dem Fußball-Trainingsplatz in Graustufen
Graustufen. Helle Flecken = unter den Masten (über 500 lx), zusammenhängendes mittleres Grau = Spielfläche um 300 lx, dunkler Saum = Rand des Rasens.

Diese Karte ist für eine einzige Frage nützlich: Ist der Übergang fließend? Zeigte sich zwischen den Inseln ein deutlich dunklerer Streifen, stünden die Masten zu weit auseinander, und ein Spieler, der über den Platz läuft, käme immer wieder aus dem Licht ins Halbdunkel. Das Auge passt sich nur langsam an, und im schnellen Spiel stört das mehr als ein um ein paar Lux niedrigerer Mittelwert.

Hier ist der Übergang fließend. Zwischen den hellen Flecken gibt es nirgends eine scharfe Kante.

Warum auf dem Sportplatz die vertikale Beleuchtungsstärke zählt

Die horizontale Beleuchtungsstärke gibt an, wie viel Licht auf den Rasen fällt. Schön und gut – aber der Spieler schaut nicht auf den Rasen. Er verfolgt den Ball in der Luft und den Gegenspieler. Beides sind vertikale Objekte.

Deshalb wird bei Sportanlagen die vertikale Beleuchtungsstärke bewertet: wie viel Licht auf eine senkrechte Ebene in Spielhöhe fällt. Ein Ball, der zwei Meter über dem Boden fliegt, muss vor dunklem Hintergrund zu sehen sein. Würde nur senkrecht nach unten geleuchtet, würde der Rasen strahlen, und der Ball in der Luft wäre eine dunkle Silhouette.

Das ist auch der Grund, warum die Strahler an den Masten schräg ausgerichtet sind und warum an jedem Mast mehrere mit unterschiedlichem Abstrahlwinkel hängen – ein Teil zielt auf die entfernte Platzhälfte, ein Teil nach unten.

Und die Blendung der Spieler?

Je höher der Mast, desto weiter liegt die Lichtquelle außerhalb der Blickrichtung eines Spielers, der den Ball verfolgt. Niedrige Masten sparen bei der Konstruktion – und blenden. Die Masthöhe ist deshalb kein Detail, sondern ein zentraler Parameter der Planung.

Wie viel Licht braucht ein Fußballplatz eigentlich?

Das hängt davon ab, was darauf stattfindet:

  • Training und Freizeitspiel – typischerweise etwa 200 lx. Es genügt, den Ball und die Mitspieler zu sehen und nicht zu stolpern.
  • Spiel ohne Zuschauer und Kameras – etwa 300 lx. Genau darauf zielt dieser Entwurf. Der Schiedsrichter muss ein Foul beurteilen können, der Spieler einen Pass über zwanzig Meter spielen.
  • Spiel mit Zuschauern – 500 lx und mehr. Der Zuschauer auf der Tribüne ist weiter entfernt und schaut aus einem ungünstigeren Winkel.
  • Fernsehübertragung – 1.000 bis 1.500 lx vertikal, strenge Gleichmäßigkeit und kontrolliertes Flimmern. Eine Zeitlupenkamera deckt Schwankungen auf, die das menschliche Auge nicht wahrnimmt.

Der Unterschied zwischen einem Trainingsplatz und einem fernsehtauglichen Platz liegt nicht darin, dass einer die besseren Leuchten hat. Sondern darin, dass der zweite ein Vielfaches davon hat – und entsprechend kostet.

38 Strahler und 30,7 Kilowatt

An den acht Masten hängen insgesamt 38 Strahler in drei Ausführungen, die sich im Abstrahlwinkel unterscheiden. Ein engeres Lichtbündel schickt das Licht über den ganzen Platz, ein breiteres deckt die nähere Umgebung des Masts ab. Die Kombination aus beidem ergibt das gleichmäßige Niveau, das Sie auf der Karte gesehen haben.

Zusammen nehmen sie 30,7 kW auf und erzeugen 4,69 Mio. Lumen, also 152,8 lm/W. Zum Vergleich: Ein Halogenstrahler der alten Generation lieferte rund 20 lm/W. Für dieselbe Platzbeleuchtung bräuchte er etwa die siebenfache Anschlussleistung.

Bei zwei Trainingseinheiten am Tag und drei Stunden Licht ist der Platz rund 800 Stunden im Jahr beleuchtet. Das sind etwa 25 MWh. Mit Halogenstrahlern wären es über 170 MWh – eine Differenz, bei der sich der Tausch der Leuchten von selbst bezahlt macht.

Störlicht: der häufigste Streit mit den Nachbarn

Sportplätze liegen oft direkt an Wohnbebauung, und das Abendtraining leuchtet den Anwohnern in die Fenster. Das ist keine Kleinigkeit – es ist der häufigste Grund, warum die Beleuchtung einer Sportanlage am Ende bei den Behörden landet.

Der Schlüssel liegt im Abstrahlwinkel und in der Neigung des Strahlers. Ein zu flach ausgerichteter Strahler schickt einen großen Teil des Lichts über den Platz hinaus. Deshalb kombiniert der Entwurf enge und breite Lichtbündel: Die entfernten Teile des Platzes versorgt ein enges Bündel mit geringer Neigung, die nähere Umgebung des Masts ein breites Bündel, das fast senkrecht nach unten zielt. Das Licht endet dann auf dem Rasen, nicht an der Fassade.

Der zweite Punkt ist die Abschirmung. Ein hochwertiger Sportstrahler hat eine Blende, die das Licht oberhalb der Horizontalen abschneidet. Ohne sie leuchten Sie auch in den Nachthimmel – das ist unnötig verschwendeter Strom und in Gemeinden nahe Schutzgebieten auch ein Problem für die Genehmigung.

Der dritte Punkt ist die Betriebsordnung. Die beste Optik hilft nichts, wenn der Platz bis Mitternacht mit voller Leistung leuchtet. Die Masten auf getrennte Stromkreise aufzuteilen und nach dem Training die Hälfte abzuschalten, ist die günstigste Maßnahme, die es gibt.

Was die einzelnen Zahlen bedeuten

Hauptspielfläche (PA)
Das abgegrenzte Spielfeld von 105 × 68 m. Hierher gehören die Werte, die im Vertrag stehen.
Gesamtfläche (TA)
Spielfeld plus Auslaufzonen hinter den Linien. Die Gleichmäßigkeit fällt hier immer schlechter aus.
Vertikale Beleuchtungsstärke
Licht, das auf eine senkrechte Ebene fällt – auf den Ball in der Luft und auf die Spieler. Im Sport wichtiger als die Beleuchtung des Rasens.
Gleichmäßigkeit U0
Emin / Ø. Ohne Angabe von Fläche und Ebene ist diese Zahl wertlos.
Isolinien
Linien, die Punkte gleicher Beleuchtungsstärke verbinden – wie Höhenlinien auf einer Karte.
Graustufen
Karte der Beleuchtungsniveaus in Grautönen. Zeigt schnell, ob der Übergang fließend ist.

Was Sie daraus mitnehmen können

Der Trainingsplatz erreicht das Ziel von 300 lx: Auf dem Spielfeld sind es 311 lx bei einer Gleichmäßigkeit von 0,43. Acht Masten, 38 Strahler, 30,7 kW.

Wenn Sie nur eines mitnehmen, dann dies: Bei einer Sportanlage ist die Gleichmäßigkeit ohne Angabe von Fläche und Ebene bedeutungslos. Schickt Ihnen jemand ein Angebot mit einer einzelnen, alleinstehenden Zahl, fehlt Ihnen die Hälfte der Information. Fragen Sie nach dem Spielfeld, nach der vertikalen Ebene und danach, wo genau das Minimum liegt.

Die Studie für Ihren Platz erstellen wir kostenlos. Passende Strahler finden Sie unter LED-Beleuchtung für Trainingsplätze und LED-Beleuchtung für Sportplätze.

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