Lager- und Hallenbeleuchtung planen: Höhe, Abstand, Blendung

Lichtplanung · Lager und Hallen

Effiziente und sichere Beleuchtung für Lager, Logistikzentren und Industriehallen. Wir planen normgerecht, senken den Energieverbrauch deutlich und sorgen für gute Arbeitsbedingungen.

Weltweit gibt es zahlreiche Industrieparks. Die Straßen im Park müssen beleuchtet sein, damit Fahrer sicher fahren können. Fabriken und Lager müssen beleuchtet sein, damit die Beschäftigten ihre Arbeit gut erledigen können. Parkplätze brauchen Licht, um Menschen und Eigentum zu schützen, und die Lager- und Betriebsflächen im Freien, damit Be- und Entladen sowie der Warentransport sicher ablaufen. Dieser Beitrag erklärt vor allem, wie Lichtplanung und Lichtsteuerung für die Arbeitsbereiche innerhalb einer Fabrik und für die Arbeitsflächen rund um die Fabrik aussehen sollten.

Arbeitsbereiche innerhalb der Fabrik: Größe, Konstruktion, Umgebung und Nutzung der Innenräume unterscheiden sich stark – eine Einheitslösung für die Hallenbeleuchtung gibt es daher nicht. Arbeitsbereiche außerhalb der Fabrik: Der Außenbereich ist entweder halb offen oder vollständig offen. Bei halb offenen Bereichen können Sie sich am Innenraum orientieren. Für vollständig offene Flächen setzen wir in der Regel LED-Fluter oder Straßenleuchten ein – und die Unterschiede zwischen beiden sind beträchtlich. Deshalb ist eine Lichtplanung nötig.

Außerdem gelten für unterschiedliche Arbeitsplätze unterschiedliche Anforderungen. Die Anforderungen an die Beleuchtung verschiedener Arbeitsaufgaben finden Sie in der DIN EN 12464-1; für Arbeitsstätten gilt zusätzlich die ASR A3.4. Aus Platzgründen führen wir die einzelnen Werte hier nicht auf – auf Anfrage nennen wir Ihnen gern die passenden Anforderungen.

Lichtplanung für Lager- und Industriehallen

Typische Probleme der Industriebeleuchtung

  • Die Beleuchtung passt nicht zur Arbeitsaufgabe (Leistung zu hoch oder zu niedrig): Zu wenig Leistung führt zu unzureichender Beleuchtung, was weder der Produktivität noch der Arbeitssicherheit dient. Zu viel Leistung macht die Umgebung zu hell und verschwendet Ressourcen.
  • Die Gebäudehöhe führt zu zu wenig Helligkeit: Industriehallen sind meist 4 bis 12 m hoch, höhere erreichen 20 m und mehr. Die Beleuchtungsstärke hängt von der Montagehöhe ab: Je höher die Decke, desto geringer die Beleuchtungsstärke. Dann erhöhen wir entweder die Leistung der Leuchten oder senken ihre Montagehöhe.
  • Die Schutzart der Leuchten reicht nicht aus: In staubigen, feuchten, brennbaren und explosionsgefährdeten Umgebungen ist eine hohe IP-Schutzart nötig, damit die Leuchten die Sicherheitsanforderungen erfüllen. Ist die IP-Schutzart zu niedrig, verkürzt sich die Lebensdauer der Leuchtmittel, und es kann zu schweren Unfällen kommen.
  • Blendung vermeiden: Beleuchtungsanlagen sind für Gebäude unverzichtbar und sorgen in Innenräumen und nachts für ausreichende Sicht. Schlecht platzierte Industrieleuchten können jedoch Blendung verursachen – von einem unangenehmen Gefühl bis zu eingeschränktem Sehen. Vereinfacht ist Blendung eine Sehstörung, die entsteht, wenn sich eine helle, konzentrierte Lichtquelle im direkten Blickfeld befindet. Sie erzeugt einen Helligkeitseindruck, an den sich das Auge nicht anpassen kann – die Folgen reichen von Unwohlsein und Unbehagen bis hin zum Verlust der Sehfähigkeit. Ob Blendung entsteht, hängt direkt von der optischen Konstruktion, der Montagehöhe, der Anordnung und der Einsatzumgebung der Leuchten ab.

Beleuchtung von Werkhallen

Fabrikgebäude haben meist eine Stahlkonstruktion und hohe Decken. Hauptgrund ist die kurze Bauzeit, die Lohnkosten spart; zugleich sind Brandschutz und Korrosionsbeständigkeit zufriedenstellend. Stahlbauten lassen sich außerdem gut recyceln und belasten die Umwelt wenig. Deshalb sind Stahlkonstruktionen weit verbreitet und seit jeher die erste Wahl für Werkhallen, Lager und Ähnliches, in denen allgemeine Maschinen montiert und regelmäßig Waren gelagert werden. Im Folgenden geht es nur um Planungshinweise für Hallenstrahler in Werkhallen mit normalen Umgebungsbedingungen.

Anordnung der Leuchten in der Werkhalle

In der Regel stehen Rohstoffe oder Anlagen im Betriebsbereich, daran grenzt das Umfeld des Betriebs. Die Fläche, die diese beiden Bereiche in linearer Anordnung abdecken, ist der Schlüsselbereich mit hoher Beleuchtungsstärke; die Leuchten werden in der Regel direkt darüber angeordnet. Außerdem müssen meist auch die Gänge im Arbeitsbereich beleuchtet werden. Die Anforderungen an die Gangbeleuchtung sind natürlich nicht hoch, und die Leuchten über dem Arbeitsbereich können die Gänge teilweise mit ausleuchten – manchmal sind daher keine zusätzlichen Gangleuchten nötig.

Leuchtenabstände in der Werkhalle

Die Anforderungen an die Beleuchtung des Arbeitsbereichs über den Anlagen sind in der Regel strenger als an die Gangbeleuchtung. Bei Hallenstrahlern sollten daher über dem Arbeitsbereich mehr Leuchten sitzen (kleinere Abstände), über den Gängen weniger (größere Abstände) – zum Beispiel mit dem Leuchtenabstand L im Arbeitsbereich und 2L im Gangbereich. Abstand und Position der Hallenstrahler lassen sich natürlich an die jeweilige Situation anpassen. So bestimmt manchmal die Lage der Abhängepunkte an der Stahlkonstruktion die Position der Leuchten. Oder die Beleuchtung des Arbeitsbereichs deckt den Gang mit ab, ohne den eigenen Bedarf zu beeinträchtigen – dann ist keine separate Gangbeleuchtung nötig.

Montagehöhe in der Werkhalle

Fabrikhallen haben je nach Nutzung unterschiedliche Höhen. Die Leistung (der Lichtstrom) der Hallenstrahler sollte daher an den Abstand zwischen Decke und Boden angepasst werden, um die beste Lichtwirkung zu erzielen. Grundsätzlich gilt: Je höher die Montagehöhe, desto mehr Leistung braucht die Leuchte. Weichen Leuchtenabstand und geforderte Beleuchtungsstärke ab, muss die Anschlussleistung der Leuchten entsprechend angepasst werden – das lässt sich nicht verallgemeinern.

Beleuchtung von Außenbereichen (Werkhalle oder Lagerfläche)

Halb offene Bereiche und Durchgänge

Für diese Bereiche lässt sich die Anordnung der LED-Leuchten nach denselben Grundsätzen planen wie im Innenbereich. Der Hauptunterschied: Die Beleuchtung wird hier meist nachts genutzt, die Beleuchtungsstärke muss daher nicht so hoch sein wie innen. In der Regel reichen 100 lx.

Beleuchtung von Laderampen

Fabriken haben meist eigene Flächen zum Be- und Entladen von Waren. Die Leuchten werden hier in der Regel an den Außenwänden der Gebäude montiert. Wird nachts be- oder entladen, müssen einige Leuchten eingeschaltet werden, damit die Beschäftigten genügend Licht für ihre Arbeit haben. Ruht der Betrieb – etwa wegen des Wetters – und stehen keine Ladegeräte oder Fahrzeuge dort, genügt das Licht für das diensthabende Personal. Das ist vor allem eine Frage der Lichtsteuerung, auf die wir hier nicht näher eingehen. Im Folgenden geht es um Montagehöhe, Abstand und Neigungswinkel der Leuchten im Außenbereich.

Montagehöhe der Außenbeleuchtung

Die Montagehöhe der Leuchten im Außenbereich hängt direkt von der Decken- bzw. Wandhöhe ab und liegt meist bei 4 bis 8 m – bei niedrigen Gebäuden bei etwa 3 m, bei hohen bei 10 bis 12 m. Wir empfehlen, die Leuchten so hoch wie möglich zu montieren, sofern die Situation es zulässt. Dafür gibt es zwei Hauptgründe:

  1. Blendung durch eine zu niedrige Montagehöhe wird vermieden.
  2. Je höher die Montagehöhe, desto gleichmäßiger ist in der Regel die Beleuchtung – das erleichtert das Be- und Entladen.

In der Abbildung unten empfehlen wir eine Montagehöhe von 6 m rund um das Gebäude. Ist die Montage entsprechend möglich, empfehlen wir auch Leuchten in 8 m Höhe.

Montagehöhe der Außenleuchten an der Gebäudewand
Montagehöhe der Außenbeleuchtung

Leuchtenabstand im Außenbereich

Für eine gute Gleichmäßigkeit empfehlen wir einen Leuchtenabstand vom etwa 2- bis 3-Fachen der Montagehöhe. Bei passender Lichtverteilung der Leuchte sind auch Abstände vom 3- bis 4-Fachen der Montagehöhe möglich. Braucht der Ladebereich viel Licht, kann man nicht nur die Leistung erhöhen, sondern auch die Abstände entsprechend verringern. Meist muss man zwischen höherer Anschlussleistung und kleineren Abständen wählen – eine große Montagehöhe lässt mehr Spielraum und macht die Lichtsimulation praxisnäher.

Neigungswinkel (Zielpunkt) der Außenstrahler

Sind Montagehöhe und Abstand festgelegt, wird der Neigungswinkel der Leuchte richtig eingestellt. Grundsätzlich sollte er unter 30° liegen. Kommt eine asymmetrische Lichtverteilung (vorwärtsstrahlende Optik) zum Einsatz, ist die Montagehöhe ausreichend und das Rückwärtslicht nahezu vernachlässigbar, kann der Neigungswinkel auch 0° betragen. In diesem Idealfall ist die Beleuchtung sehr gleichmäßig, mit weniger Lichtverschmutzung und weniger Blendung. In der Praxis halten wir einen Winkel von etwa 20° für sinnvoll: So gelangt das Licht in den Lade- und Entladebereich statt an die Wand, und die ausgeleuchtete Fläche wird breiter – dunkle Stellen, die zu Unfällen führen können, werden reduziert. Gleichzeitig bleiben Lichtverschmutzung und Blendung in einem vertretbaren Rahmen.

Fazit

Wir haben die wichtigsten Punkte vorgestellt, auf die es bei der Lichtplanung für Industrieparks, Hallen und Lager ankommt, und hoffen, dass sie Ihnen bei künftigen Projekten helfen. Wir möchten möglichst vielen Kunden umfassende Leistungen rund um die Beleuchtung bieten. Unser Sortiment umfasst Hallenstrahler, Straßenleuchten und Gartenleuchten und deckt den Lichtbedarf der meisten Industrieparks ab – von der Beleuchtung der Werkhallen und Laderampen bis zu Betriebsstraßen und Parkplätzen. Außerdem bieten wir Lichtplanung an. Liegen Ihnen Projektzeichnungen, Beleuchtungsanforderungen und die zu beleuchtenden Flächen vor, erstellen wir die Lichtplanung und empfehlen passende Leuchten – nach den einschlägigen Normen oder Ihren individuellen Anforderungen. So können Sie Ihre Beleuchtungslösung anhand der Planung und unserer Leuchten umfassend auswählen. Schreiben Sie uns einfach.

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