Werkstatt mit niedriger Decke: 477 Lux bei Wartungsfaktor 0,67
Lichtstudie · Werkstatt
DIALux-Berechnung für eine Werkstatt mit niedriger Decke. Isolinien, Lichtstärkeverteilung und eine Analyse des Wartungsfaktors – der Zahl, die darüber entscheidet, ob Ihre Werkstatt nach Jahren dunkel wird.
Vierhundertsiebenundsiebzig Lux. Nur gilt diese Zahl nicht für den Tag, an dem der Elektriker geht. Sie gilt für den Tag, an dem die Leuchten alt und verstaubt und die Chips müde sind. Am Tag der Montage ist die Werkstatt deutlich heller – und es ist wichtig zu wissen, um wie viel und warum. Alles hängt an einer Zahl: dem Wartungsfaktor 0,67.
Neun Leuchten in einer niedrigen Werkstatt
Auf dem Plan sind Isolinien zu sehen, also Linien, die Punkte gleicher Beleuchtungsstärke verbinden. Die roten Quadrate sind die Leuchten.
Die Gleichmäßigkeit von 0,687 ist sehr gut. Das Protokoll bestätigt das noch auf andere Weise: Nur 7,47 % der Fläche liegen unter 400 Lux. Diese knapp acht Prozent sind ein Streifen entlang der Wände.
Die Decke ist niedrig – 2,6 Meter. Die Leuchten sitzen also keine zwei Meter über der Arbeitsebene. Bei diesem Abstand überlappen sich die Lichtkegel nur knapp – das erklärt, warum auf fünfundvierzig Quadratmetern neun davon nötig sind.
Wartungsfaktor 0,67: Was er genau aussagt
Die Zahl 0,67 bedeutet: „Ich rechne nur mit siebenundsechzig Prozent des Lichts, das die Leuchten im Neuzustand abgeben.“ Das übrige Drittel wird von vornherein abgeschrieben. Die angegebenen 477 Lux sind also die rechnerisch gesicherte Untergrenze, nicht der Spitzenwert.
Dieses Drittel setzt sich aus drei voneinander unabhängigen Verlusten zusammen. Es lohnt sich, sie einzeln anzusehen, denn jeder wird anders angegangen.
1. Alterung des LED-Chips
Eine LED hört nicht schlagartig auf zu leuchten. Sie gibt nach und nach weniger Licht ab. Hersteller beschreiben das mit der Abkürzung L80 oder L90: L80 bedeutet, dass die Leuchte nach der angegebenen Stundenzahl noch achtzig Prozent des ursprünglichen Lichtstroms liefert, L90 entsprechend neunzig.
Im Katalog steht meist L80 bei 50.000 Stunden. Bei zweitausend Betriebsstunden pro Jahr sind das fünfundzwanzig Jahre – länger, als eine Leuchte realistisch im Einsatz bleibt. Genau deshalb ist die Chipalterung meist nicht der größte Verlust.
2. Verschmutzung der Leuchte
In der Werkstatt ist das der größte Posten. Staub und Fett auf der Abdeckung kosten schneller Licht als jede Chipalterung. Der Unterschied zwischen einer gereinigten und einer ungereinigten Leuchte beträgt nach fünf Jahren oft zwanzig Prozent und mehr.
3. Alterung der Raumoberflächen
Die Decke reflektiert siebzig Prozent des Lichts, solange sie weiß ist. Eine vergraute Werkstattdecke reflektiert deutlich weniger, und ein Teil des Lichts, der früher nach unten zurückkam, ist einfach verloren.
Wann Ihre Werkstatt unter die Norm rutscht
Rechnen wir nach. Eine neue Anlage liefert rund 712 Lux. Die angegebenen 477 sind der Zustand am Ende. Die Differenz beträgt über zweihundert Lux – und sie verschwindet nicht auf einmal, sondern schleichend, Jahr für Jahr.
Wenn in der Werkstatt 300 Lux genügen, haben Sie selbst am Ende der Nutzungsdauer eine komfortable Reserve. Würde aber jemand diesen Entwurf auf sechs statt neun Leuchten „optimieren“, kämen direkt nach der Montage über vierhundert Lux heraus, und alle wären zufrieden. Mit den Jahren sänke das Niveau jedoch bis an die Grenze von 300 Lux – am Ende ohne jede Reserve, und an den Wänden schon deutlich darunter.
Das ist der ganze Trick billiger Angebote. Niemand lügt – es wird nur mit einem Wartungsfaktor von 0,9 statt 0,67 gerechnet, und der Unterschied zeigt sich erst lange nach Ablauf der Garantie.
Das Tückische ist, dass der Abfall allmählich kommt. Das Auge passt sich von Tag zu Tag an, und niemand merkt, dass sich in der Werkstatt nach fünf Jahren schlechter arbeiten lässt. Man erkennt es erst an Fehlern, an Müdigkeit und daran, dass die Leute Tischlampen mitbringen.
Was Sie fragen sollten
Die Frage „Wie viel Lux wird das haben?“ reicht nicht. Fragen Sie: „Mit welchem Wartungsfaktor haben Sie gerechnet, und was ist darin enthalten?“ Die ehrliche Antwort lautet: Alterung der Lichtquelle, Verschmutzung der Leuchte, Verschmutzung und Alterung der Oberflächen sowie das Reinigungsintervall. Wer stattdessen mit den Schultern zuckt, hat mit neuen Leuchten in einem sauberen Raum gerechnet.
112 Lux an der Decke und weiche Schatten
Die Decke erhält 112 lx, die Wände 284 lx. Das Verhältnis von Decke zu Arbeitsebene liegt bei etwa eins zu vier – für nach unten strahlende Leuchten üblich.
Interessant ist die Gleichmäßigkeit an der Decke von 0,826, also höher als auf der Arbeitsebene. Reflektiertes Licht ist diffus und verteilt sich gleichmäßig. Genau das sorgt in der Werkstatt für weichere Schatten: Wenn Sie sich über ein Werkstück beugen, wirft die Hand keinen scharfen schwarzen Schatten, weil das Licht auch von Wänden und Decke kommt.
In einer Werkstatt mit dunklen Wänden ergäbe dieselbe Zahl an Leuchten eine geringere Beleuchtungsstärke und tiefere Schatten. Besonders bei Handarbeit mit Werkzeug merken Sie das sofort.
Die Anlage erreicht 97 lm/W, insgesamt 39.184 Lumen aus 405 Watt. Auf das Beleuchtungsniveau umgerechnet sind das 1,89 W/m² pro 100 Lux – bei so niedriger Decke ein sehr guter Wert.
Den Wartungsfaktor kann man verbessern – fast zum Nulltarif
Die meisten nehmen den Wartungsfaktor als Schicksal hin. Das ist er nicht. Er ist das Ergebnis von Entscheidungen, die Sie anders treffen können.
Reinigen Sie die Leuchten. Das klingt banal, ist aber mit Abstand die wirksamste Maßnahme. Eine einmal im Jahr abgewischte Abdeckung holt einen wesentlichen Teil des verlorenen Lichts zurück. In zweieinhalb Metern Höhe ist das eine Stunde Arbeit, keine Investition.
Streichen Sie die Decke. Eine weiße Decke mit siebzig Prozent Reflexionsgrad ist Teil der Beleuchtungsanlage, auch wenn sie nicht leuchtet. Alle paar Jahre zu streichen ist günstiger, als eine Leuchte hinzuzufügen.
Wählen Sie eine Leuchte mit glatter, geschlossener Abdeckung. Ein offenes Gehäuse mit Kühlrippen sammelt Staub im Inneren, wo Sie nicht hinkommen. Da hilft auch kein Reinigen mehr.
Wann man den Faktor dagegen senken sollte
In der Schweißerei mit Zunder, in der Schleiferei, in der Lackiererei oder in Betrieben, in denen niemand vorhat, die Leuchten je zu reinigen. Dort ist es ehrlicher, mit 0,5 zu rechnen und ein paar Leuchten mehr einzuplanen, als Werte zu versprechen, die zwei Jahre halten.
Der Unterschied zwischen einem Faktor von 0,5 und 0,8 bedeutet bei gleichem Ziel gut die Hälfte mehr Leuchten. Das ist der größte einzelne Hebel im ganzen Entwurf – größer als die Wahl des Herstellers, größer als die Lichtausbeute in Lumen pro Watt.
Was die einzelnen Zahlen bedeuten
- Wartungsfaktor
- Der Anteil des Lichts, mit dem über die gesamte Nutzungsdauer gerechnet wird. Er setzt sich aus Chipalterung, Verschmutzung der Leuchte und Alterung der Oberflächen zusammen.
- L80 / L90
- Wie viel Prozent des ursprünglichen Lichtstroms eine LED nach der angegebenen Stundenzahl noch liefert. L80 bei 50.000 h ist eine übliche Angabe.
- Alterung der Oberflächen
- Eine vergraute Decke reflektiert weniger. Der Verlust zeigt sich auf der Arbeitsebene, auch wenn niemand die Leuchten angerührt hat.
- Anteil der Punkte unter 400 lx
- Ergänzt die Gleichmäßigkeit um die Information, wie groß der dunklere Teil des Raums ist.
- Gleichmäßigkeit an der Decke
- Meist höher als auf der Arbeitsebene. Reflektiertes Licht ist diffus und erzeugt weiche Schatten.
Was Sie daraus mitnehmen können
Die Werkstatt mit 45,0 m² hat 477 lx bei einer Gleichmäßigkeit von 0,687 und 405 W. Und vor allem: Sie hat diese Werte über die gesamte Nutzungsdauer, nicht nur am Tag der Montage.
Wenn Sie aus diesem Artikel nur einen Satz mitnehmen, dann diesen: Beleuchtung wird nicht für heute geplant, sondern für den Tag, an dem sie am schwächsten ist. Ein Angebot, das Ihnen dasselbe Niveau mit weniger Leuchten verspricht, rechnet damit, dass das Licht so langsam schwindet, dass Sie es nicht bemerken.
Ein ehrlicher Entwurf wirkt dagegen im ersten Jahr fast überbeleuchtet. Und das ist richtig so: Diese Reserve ist keine Verschwendung, sondern der Unterschied zwischen einer Beleuchtung, die zehn Jahre hält, und einer, die gerade die Garantiezeit übersteht.
Den eingesetzten Leuchtentyp finden Sie unter LED-Panels. Die Lichtplanung für Ihre Werkstatt berechnen wir kostenlos – und zeigen Ihnen darin auch den Wartungsfaktor.
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