Grafikstudio mit 773 Lux: 12 LED-Panels auf 25 m²

Lichtstudie · Grafikstudio und Werbetechnik

773 Lux reichen nicht, wenn das Licht das falsche Spektrum hat. DIALux-Berechnung für eine Grafikwerkstatt mit 750 lx: Isolinien, Beleuchtungsstärke an den Wänden und das Entscheidende, das in keiner Tabelle steht – Farbtreue und Metamerie.

Die Norm fordert für grafische Arbeiten 750 Lux, der Entwurf liefert 773. Im Grafikstudio ist die Beleuchtungsstärke aber nur die Eintrittskarte. Ob die Farbe auf dem Bildschirm mit der Farbe auf der bedruckten Folie übereinstimmt, entscheidet das Spektrum des Lichts – ein Parameter, den Sie in keiner Tabelle der Beleuchtungsstärken finden.

Beleuchtungsstärke (Ø)773 lxNorm für Grafik: 750 lx
Gleichmäßigkeit0,695sehr gut
Wände (Ø)488 lxheller, offener Raum
Fläche unter 400 lx0,00 %nirgends eine dunkle Stelle
Leuchten12×LED-Panel à 48 W
Anschlussleistung576 W23,04 W/m² – höchster Wert der Serie
Lichtausbeute der Anlage91 lm/W4.391 lm je Leuchte
Studio25,0 m²lichte Höhe 2,9 m

Zwölf Leuchten, null dunkle Stellen

Der Plan zeigt Isolinien – Linien, die Punkte gleicher Beleuchtungsstärke verbinden. Die roten Quadrate sind die Leuchten.

Isolinien der Beleuchtungsstärke im Grafikstudio
Isolinien auf der Bewertungsebene in 0,80 m Höhe. In der Mitte Werte über 900 lx, an den Wänden ein Abfall auf 630 lx. Niedrigster Punkt 538 lx, höchster 945 lx.

Der Bericht weist aus, dass 0,00 % der Fläche unter 400 Lux liegen. Diese Null ist wörtlich zu nehmen: Im ganzen Studio gibt es keinen einzigen Berechnungspunkt unter 400 lx. Die dunkelste Ecke hat 538 lx.

Die Gleichmäßigkeit von 0,695 bedeutet, dass der Tisch überall stehen kann. Im Grafikstudio ist das wichtiger als anderswo: Arbeitstisch mit großem Monitor, Schneideplotter und Tisch zur Druckkontrolle werden nach Auftrag umgestellt, nicht nach den Leuchten.

CRI: Warum 80 für Grafik nicht reicht

Der Farbwiedergabeindex gibt an, wie naturgetreu Sie Farben unter einem bestimmten Licht sehen. Die Skala endet bei 100, was Tageslicht entspricht.

Eine übliche Büroleuchte hat CRI 80. Das bedeutet, dass die acht Testfarben, aus denen der Wert gebildet wird, akzeptabel wiedergegeben werden. Die neunte – ein gesättigtes Rot – geht in den Wert nicht ein und ist oft schwach, weil günstige weiße LEDs im roten Spektralbereich eine Lücke haben.

Im Grafikstudio ist das fatal. Wenn Sie eine Plane in der roten Firmenfarbe drucken, müssen Sie sie unter der Tischleuchte genauso sehen, wie der Kunde sie in der Sonne sieht. Mit dem falschen Spektrum geben Sie einen Farbton frei, der draußen ins Ziegelrote kippt.

Wie viel CRI also?

  • CRI 80 – Büro, Lager, Werkstatt. Farben sind unterscheidbar.
  • CRI 90+ – Grafikstudio, Druckerei, Fotoatelier, Farben- und Lackfachhandel. Naturgetreue Wiedergabe einschließlich Rot.
  • CRI 95+ mit definiertem Spektrum – professionelle Abmusterungskabine zur Druckkontrolle. Dort spricht man nicht mehr von einer Leuchte, sondern von einer Normlichtquelle.

Der Preisunterschied zwischen CRI 80 und 90 ist heute gering. Der Unterschied in der Lichtausbeute ist spürbarer – eine Leuchte mit höherem CRI liefert pro Watt etwas weniger Lumen, weil ein Teil der Energie in Spektralbereiche geht, die das Auge nur schwach wahrnimmt. Hier lohnt es sich trotzdem.

Metamerie: zwei Farben, die nur manchmal gleich sind

Das ist ein Phänomen, das Grafikern das Leben schwer macht – und kaum jemand kann es benennen.

Metamerie liegt vor, wenn zwei Muster unter einem Licht gleich und unter einem anderen völlig verschieden aussehen. Bedruckte Folie und Farbfächer im Studio passen zusammen. Sie kleben die Folie auf das Schaufenster, die Sonne scheint darauf – und der Farbton liegt daneben.

Die Ursache liegt nicht in der Farbe, sondern im Spektrum der Beleuchtung. Jedes Licht enthält ein anderes Verhältnis von Wellenlängen. Zwei Pigmente, die unterschiedliche Wellenlängen reflektieren, können unter dem lückenhaften Spektrum einer LED gleich und unter dem vollen Spektrum der Sonne verschieden erscheinen.

Was man im Studio dagegen tun kann

Ein Spektrum im ganzen Raum. Mischen Sie keine Leuchten verschiedener Hersteller oder Chargen. Zweimal „Weiß 4.000 K“ von zwei Lieferanten haben unterschiedliche Spektren, und eine Farbe, die an einem Tisch freigegeben wurde, wird am anderen nicht freigegeben.

Ein Abmusterungsplatz mit hohem CRI. Nicht das ganze Studio muss eine professionelle Abmusterungskabine sein. Es genügt ein Tisch, an dem freigegeben wird, und darüber eine Leuchte mit naturgetreuem Spektrum.

Tageslicht bei der Freigabe ausschließen. Klingt seltsam, aber eine Beurteilung unter wechselndem Himmel ist nicht reproduzierbar. Morgens geben Sie ein Muster frei, nachmittags lehnen Sie dasselbe ab.

23 Watt pro Quadratmeter: der teuerste Raum von allen

Das Studio nimmt 23,04 W/m² auf. Das ist der höchste Wert aller Räume, die wir berechnet haben – fast das Doppelte einer Halle für Feinarbeiten und etwa das Achtfache eines Lagers.

Bezogen auf das erreichte Licht ergibt sich aber nur eine spezifische Anschlussleistung von 2,98 W/m² pro 100 lx – ein Wert, vergleichbar mit einem kleinen Büro. Die hohe absolute Leistung kommt nicht von einer ineffizienten Anlage, sondern vom hohen Zielniveau: 750 Lux sind einfach viel Licht.

Den ganzen Raum beleuchten 12 Leuchten à 48 W. Die Lichtausbeute der Anlage von 91 lm/W ist ordentlich – und niedriger als bei Industrieleuchten üblich, gerade weil naturgetreue Farbwiedergabe etwas Effizienz kostet.

Die praktische Folge: Es hat keinen Sinn, das ganze Studio auf 750 Lux zu beleuchten, wenn in der Hälfte des Raums nur am Computer gearbeitet wird. Am Monitor ist ein hohes Niveau sogar hinderlich – es verstärkt Reflexe auf dem Bildschirm und zwingt dazu, dessen Helligkeit zu erhöhen. Sinnvoller ist ein niedrigeres Grundniveau plus Zusatzbeleuchtung über dem Tisch, an dem der Druck beurteilt wird.

Wände mit 488 Lux: Licht, das man nicht sieht, aber spürt

Die Wände erhalten 488 lx, die Decke 215 lx bei einer bemerkenswerten Gleichmäßigkeit von 0,832. Für einen so kleinen Raum sind das sehr hohe Werte.

Das Studio wirkt dadurch nicht wie ein Tunnel mit hellem Boden. Das Licht wird von Wänden und Decke reflektiert und erreicht den Arbeitstisch aus vielen Richtungen. Das hat zwei praktische Folgen, die Grafiker schätzen, auch wenn sie sie nicht beschreiben können.

Weiche Schatten. Halten Sie die Hand über ein Muster, entsteht kein harter schwarzer Schatten. Das gestreute Licht hellt ihn auf, und das Muster bleibt lesbar.

Weniger Reflexe auf dem Monitor. Klingt widersprüchlich, aber gestreutes Licht von hellen Wänden erzeugt auf dem Bildschirm einen gleichmäßigen, schwachen Schleier, während sich eine einzelne helle Leuchte in einem dunklen Raum als scharfes weißes Rechteck über das halbe Bild spiegelt.

Lichtstärkeverteilungskurve des eingesetzten LED-Panels
Lichtstärkeverteilungskurve. Breiter, symmetrischer Lichtkegel – typisch für ein Panel bei niedriger Raumhöhe.

Der Wartungsfaktor von 0,67 berücksichtigt den Staub von geschnittenen Folien und Papier. Die angegebenen 773 lx hält das Studio also auch nach Jahren.

Monitor und Licht: Gegner, die miteinander auskommen müssen

Der Grafiker hat einen kalibrierten Monitor auf dem Tisch. Der hat seine eigene Helligkeit und sein eigenes Weiß. Und dann ist da der Raum mit über 700 Lux, der darauf leuchtet.

Das Problem liegt in der Adaptation des Auges. Ist die Umgebung deutlich heller als der Bildschirm, passt sich das Auge der Umgebung an, und der Bildschirm wirkt dunkel und kontrastarm. Der Grafiker dreht dann instinktiv die Helligkeit des Monitors hoch – und zerstört damit die Kalibrierung, derentwegen er ihn angeschafft hat.

So lösen Sie das ohne Kompromiss

Den Tisch mit dem Monitor nicht unter eine Leuchte stellen. Ideal ist ein Platz zwischen zwei Reihen, damit sich keine Leuchte im Bildschirm spiegelt.

Den Monitor quer zum Fenster stellen – das Fenster also weder im Rücken noch vor sich. Ein Fenster im Rücken spiegelt sich im Bildschirm, ein Fenster vor Ihnen blendet.

Dimmen. Die eleganteste Lösung. Bei der Druckfreigabe wird das Niveau auf volle 750 Lux angehoben, bei der Arbeit am Monitor auf 300 reduziert. Ein Raum, zwei Modi.

Diese Berechnung behandelt das Dimmen nicht – sie rechnet mit voller Leistung. Das ist richtig so: Die Planung muss das Maximum liefern können. Herunterregeln kann jeder Dimmer, Licht hinzufügen, das nicht da ist, kann keiner.

Was die einzelnen Größen bedeuten

CRI (Farbwiedergabeindex)
Wie naturgetreu eine Leuchte Farben wiedergibt. Büro 80, Grafikstudio 90 und mehr, professionelle Abmusterung 95+.
Metamerie
Zwei Muster sehen unter einem Licht gleich und unter einem anderen verschieden aus. Die Ursache liegt im Spektrum der Beleuchtung, nicht in der Farbe.
Lichtspektrum
Die Verteilung der Energie über die Wellenlängen. Zwei Leuchten mit gleicher Farbtemperatur können ein unterschiedliches Spektrum haben.
W/m² pro 100 lx
Die hohe absolute Leistung des Studios kommt vom hohen Zielniveau, nicht von ineffizienten Leuchten.
Beleuchtungsstärke an den Wänden
Ein hoher Wert bedeutet weiche Schatten und weniger harte Reflexe auf dem Monitor.

Fazit

Das Studio mit 25,0 m² erreicht 773 lx bei einer Gleichmäßigkeit von 0,695 und fällt nirgends unter 400 lx. Die Beleuchtungsstärke ist gelöst.

Wenn Sie als Grafiker aber nur eines mitnehmen: Beleuchtungsstärke löst keine Farbfragen. Sie können tausend Lux haben und darunter einen Farbton freigeben, der beim Kunden an der Fassade nicht passt. Fragen Sie nach dem Farbwiedergabeindex und mischen Sie in einem Raum keine Leuchten verschiedener Typen. Das ist der ganze Unterschied zwischen einem Studio, in dem die Farben stimmen, und einem, in dem ständig etwas nachgedruckt wird.

Der Leuchtentyp aus dem Entwurf ist ein LED-Panel; passende Modelle finden Sie unter LED-Panels. Gern berechnen wir die Lichtplanung für Ihr Studio – einschließlich einer Empfehlung zum CRI.

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