Friseursalon 4,10 × 3,30 m: 486 Lux mit 9 LED-Deckenleuchten

Lichtstudie · Friseursalon

Die Berechnung bewertet die Tischhöhe, die Schere arbeitet am Kopf. DIALux-Berechnung für einen Salon mit 4,10 × 3,30 m und neun Deckenleuchten: eine Lichtstärkeverteilung ganz ohne Optik, eine Decke, die direkt nur drei Hundertstel Lux erhält, und die Zahlen, die im Salon entscheiden, im Protokoll aber fehlen.

Ein Friseur arbeitet nicht am Tisch. Er arbeitet an einem Kopf, der sich etwa 1,10 m über dem Boden befindet, und schaut dabei auf Seite und Hinterkopf – also auf senkrechte Flächen.

Die Lichtberechnung dieses Salons nennt 486 Lux. Berechnet in einer waagerechten Ebene 850 Millimeter über dem Boden – also in Tischhöhe, an einem Tisch, den es im Raum gar nicht gibt. Wie viel Licht auf die Haare der Kundschaft fällt, darüber sagt das Protokoll nichts.

Salon (Ø)486 lxberechnet 850 mm über dem Boden
Gleichmäßigkeit0,430min. 209, max. 677 lx
Decke direkt0,03 lxinsgesamt trotzdem 119 lx
Leuchten9×LED-Anbauleuchten
Anschlussleistung144,0 W10,64 W/m²
Pro 100 Lux2,19 W/m²doppelt so viel wie in einer Halle
Salon4,10 × 3,30 m13,53 m², Deckenhöhe 2,400 m
Farbwiedergabenicht angegebenobwohl hier gefärbt wird

Neun Kreise auf dreizehn Quadratmetern

Isolinien der Beleuchtungsstärke im Friseursalon mit neun Deckenleuchten
Salon mit 4,10 × 3,30 m. Die roten Kreise sind die Deckenleuchten in einem Raster von drei mal drei. Die schwarzen Linien sind Isolinien mit Werten von 300 bis 600 lx. In der Mitte liegen die Werte über 600, an der unteren Wand fallen sie unter 300.

Neun Leuchten auf 13,53 m² bedeuten eine Leuchte pro anderthalb Quadratmeter. Der Mittelwert liegt bei 486 lx, das Minimum bei 209, das Maximum bei 677.

Die Gleichmäßigkeit beträgt 0,430. Das Verhältnis vom dunkelsten zum hellsten Punkt liegt bei 0,308, also etwa eins zu drei. Für einen Raum, in dem neun Leuchten Platz finden, ist das überraschend unausgeglichen.

Die Isolinien zeigen, warum. Um die mittlere Leuchte bildet sich eine Insel über 600 Lux, während die Werte an den Wänden unter 300 fallen. Die Lichtkegel überlagern sich in der Mitte und laufen zu den Rändern hin auseinander.

Eine Leuchte ganz ohne Optik

Lichtstärkeverteilungskurve der eingesetzten Leuchte – ein Kreis durch den Ursprung
Lichtstärkeverteilung in Candela pro 1.000 Lumen. Die Kurve ist ein Kreis, der den Ursprung berührt, und liegt vollständig in der unteren Hälfte. Wirkungsgrad η = 100 %.

Diese Form hat einen Namen. Ein Kreis durch den Ursprung bedeutet eine Kosinusverteilung – die Lichtstärke nimmt genau mit dem Kosinus des Winkels zur Senkrechten ab. So verhält sich ein idealer matter Diffusor: eine gleichmäßig leuchtende Fläche ohne Linse, ohne Reflektor, ohne Lichtlenkung.

Sehen Sie sich an, wo die Kurve endet: in der Horizontalen, also bei 90 Grad. Darüber geht nichts. Das bestätigt auch der sogenannte Flux Code im Datenblatt, der bei beiden Leuchtentypen mit dem Zahlenpaar 100 100 endet: Der gesamte Lichtstrom geht in den unteren Halbraum.

Und hier zeigt sich das

Die Decke dieses Salons erhält von den neun Leuchten direkt 0,03 lx. Nicht drei, nicht eins. Drei Hundertstel Lux. Praktisch null.

Und trotzdem erreicht die Decke 119 lx, denn 118 davon gelangen über Reflexionen von Boden und Wänden zu ihr. Ihre Leuchtdichte beträgt 26 cd/m². Dunkler ist im Salon nur noch der Boden.

In 2,40 m Höhe bedeutet das eine dunkle Fläche mit neun hellen Scheiben direkt über dem Kopf. Und im Spiegel sieht man diese Decke vollständig.

Wände: die einzigen Flächen, die im Salon wirklich leuchten

Fläche Direkt Reflektiert Gesamt Leuchtdichte
Wand 1 127 lx 106 lx 234 lx 37 cd/m²
Wand 2 176 lx 108 lx 284 lx 45 cd/m²
Wand 3 214 lx 109 lx 324 lx 52 cd/m²
Wand 4 176 lx 109 lx 285 lx 45 cd/m²
Boden 251 lx 118 lx 369 lx 23 cd/m²
Decke 0,03 lx 118 lx 119 lx 26 cd/m²

Die Wände haben einen Reflexionsgrad von 50 %, ihre Beleuchtungsstärke liegt zwischen 234 und 324 lx. Den Unterschied macht der direkte Anteil: Die hellste Wand erhält direkt 214 lx, die dunkelste nur 127. Über Reflexionen kommt bei allen fast gleich viel an, rund 110 Lux.

Warum die Wände wichtiger sind als der Boden

Der Boden hat einen Reflexionsgrad von nur 20 %. Er wirft also ein Fünftel dessen zurück, was auf ihn fällt. Den Rest schluckt er – und gleichzeitig ist er die einzige Fläche, auf die die Leuchten mit voller Kraft strahlen.

Im Friseursalon ist das Verschwendung. Licht, das auf den Fliesen landet, hilft kaum noch jemandem. Licht, das auf die Wand neben dem Spiegel fällt, wird von dort ins Gesicht reflektiert.

Die hellste Wand hat eine Leuchtdichte von 52 cd/m², die dunkelste von 37. Das ist fast das Anderthalbfache. Wer mit dem Rücken zur helleren Wand sitzt, sieht sich im Spiegel vor diesem helleren Hintergrund – und das eigene Gesicht wirkt davor dunkel.

Der Preis für dreizehn Quadratmeter

Der Salon nimmt 144,0 W auf und erzeugt 11.941 Lumen. Pro Quadratmeter sind das 10,64 W.

W/m² allein lassen sich aber zwischen Räumen mit unterschiedlichem Niveau nicht vergleichen. Deshalb nennt die Berechnung auch 2,19 W/m² pro 100 Lux. Diese Zahl ist vergleichbar – und etwa doppelt so hoch wie in einer großen Halle mit demselben Leuchtentyp.

Ein kleiner Raum hat immer das schlechtere Verhältnis

In einem großen Raum verteilen sich die Verluste an den Wänden auf die Fläche. In einem Raum von vier mal drei Metern machen die Wände einen wesentlichen Teil aller Oberflächen aus, und was auf sie fällt, wird zu einem großen Teil absorbiert.

Hier verschärft das noch der Reflexionsgrad des Bodens von 20 %. Wäre der Boden heller, käme ein größerer Teil des Lichts nach oben zurück, die Decke würde heller, und der Salon wirkte bei gleicher Anschlussleistung freundlicher.

Der Wartungsfaktor beträgt 0,80. Die Berechnung geht also davon aus, dass die Anlage bis zur nächsten Wartung nicht unter achtzig Prozent ihrer ursprünglichen Leistung fällt. In einem Friseursalon, in dem Haarspray und feiner Haarstaub in der Luft hängen, ist das optimistisch.

Was im Protokoll fehlt und im Salon entscheidet

Farbwiedergabeindex

Nirgends in dieser Berechnung steht ein Ra-Wert. Die ältere Programmversion hat ihn nicht ausgewiesen.

Dabei ist er im Salon die wichtigste Zahl überhaupt. Die Haarfarbe wird unter Kunstlicht gemischt und kontrolliert, aber die Kundin geht damit auf die Straße. Hat das Licht eine Schwäche im roten Spektralbereich, wirkt der Farbton im Salon kühler, als er tatsächlich ist. Reklamiert wird dann draußen – dort, wo die Sonne scheint und die Wahrheit zeigt.

Unter Ra 80 sollte man einen Friseursalon gar nicht erst beleuchten. Ra 90 ist ein vernünftiges Minimum, wenn gefärbt wird.

Vertikale Beleuchtungsstärke am Kopf

Die Berechnung kennt nur eine einzige Ebene, die waagerechte in 850 mm Höhe. Der Kopf einer sitzenden Person ist etwa 25 Zentimeter höher, und was der Friseur sehen muss, sind Seiten und Hinterkopf.

Auf eine senkrechte Fläche in Kopfhöhe fällt von einer Deckenleuchte deutlich weniger Licht als auf eine waagerechte. Genau deshalb haben Salons Leuchten an den Spiegeln – nicht als Effekt, sondern weil die Decke für diese Aufgabe nicht ausreicht.

Der Spiegel

Der Spiegel kehrt die Position jeder Leuchte um. Wer davor sitzt, sieht das Spiegelbild der Decke samt neun hellen Kreisen. Das Protokoll kennt diese Fläche überhaupt nicht – in der Berechnung ist sie nur ein Stück Wand mit 50 % Reflexionsgrad.

Was die einzelnen Zahlen bedeuten

Kosinusverteilung
Die Lichtstärke nimmt mit dem Kosinus des Winkels zur Senkrechten ab, und die Polarkurve ergibt einen Kreis, der den Ursprung berührt. Das bedeutet: ein reiner Diffusor ohne Optik.
Flux Code
Fünf Kennzahlen aus dem Datenblatt. Die letzten beiden zeigen, welcher Anteil des Lichts nach unten geht und wie viel die Leuchte insgesamt abgibt. Stehen dort 100 und 100, geht nichts nach oben.
Direkter und indirekter Anteil
Wie viel Licht direkt von der Leuchte kommt und wie viel nach einer Reflexion. Die Decke, auf die keine Leuchte zielt, lebt ausschließlich von Reflexionen.
Leuchtdichte einer Fläche
Wie hell eine Fläche dem Auge erscheint. Im Salon zählt sie vor allem an den Wänden – sie bilden den Hintergrund, vor dem sich die Kundschaft im Spiegel sieht.
Watt pro 100 Lux
Der einzige ehrliche Maßstab für die Wirtschaftlichkeit von Räumen mit unterschiedlichem Beleuchtungsniveau. Kleine Räume haben hier immer einen höheren Wert.
Farbwiedergabeindex
Wie naturgetreu Farben unter Kunstlicht wirken. Im Friseursalon entscheidet er, ob ein Farbton im Salon genauso aussieht wie draußen auf der Straße.

Was Sie daraus mitnehmen können

Ein Salon mit 13,53 m² erreicht 486 lx mit 144,0 W bei einer Gleichmäßigkeit von 0,430. Neun Deckenleuchten ohne Optik, das gesamte Licht nach unten, die Decke dunkel.

Das ist keine schlechte Berechnung. Es ist eine Berechnung, die eine Frage beantwortet, die niemand gestellt hat.

Fragen Sie nach dem Kopf, nicht nach dem Tisch. 486 Lux in Tischhöhe haben mit der Qualität eines Haarschnitts nichts zu tun. Entscheidend ist das Licht auf einer senkrechten Fläche in Kopfhöhe – und die muss als eigene Berechnungsebene angelegt werden.

Fragen Sie nach dem Ra-Wert. Im Protokoll fehlt er. Bei einer Reklamation wegen eines falsch gemischten Farbtons ist er aber das Erste, worauf es ankommt.

Und bringen Sie Licht an die Wände. Ein Boden mit 20 % Reflexionsgrad schluckt vier Fünftel dessen, was Sie auf ihn schicken. Die Wand neben dem Spiegel gibt die Hälfte zurück – und zwar ins Gesicht.

Leuchten wie in diesem Salon finden Sie unter LED-Deckenleuchten, Licht für die Spiegelplätze unter LED-Wandleuchten. Eine Lichtberechnung für Ihren Salon inklusive der senkrechten Ebene an den Spiegeln erstellen wir kostenlos.

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