Sporthalle 36 × 20 × 7 m mit 335 Lux: 15 asymmetrische Leuchten
DIALux-Berechnung für eine Turnhalle mit 36 × 20 × 7 Metern. Asymmetrische Optik, CRI 90 über der Normanforderung und ein Wartungsfaktor, der eigentlich ein Wartungsvertrag ist.
Die Turnhalle kommt auf 335 lx bei geforderten 300 lx, mit einer Gleichmäßigkeit von 0,61 und einer Farbwiedergabe von CRI 90 – volle zehn Punkte über der Normanforderung. Interessanter als das Ergebnis ist aber, was der Planer alles in die Berechnung eingeben musste, damit es aufgeht. Bis hin zu der Frage, wie oft die Leuchten gereinigt werden.
Fünfzehn Leuchten im Raster 7 × 5 Meter
Die folgende Abbildung ist ein bemaßter Leuchtenplan, keine Karte der Beleuchtungsstärke. Sie zeigt, wo genau die Leuchten hängen – nicht, wie viel Licht wohin fällt.
Aus den Maßen lesen Sie die Abstände ab: 7 Meter zwischen den Spalten, 5 Meter zwischen den Reihen. Und jetzt das Wesentliche: Die Leuchten hängen in 7 Metern Höhe. Der Abstand zwischen den Spalten entspricht also der Montagehöhe – das Verhältnis ist genau eins zu eins.
Bei hohen Räumen ist das eine sehr konservative, also sichere Wahl. Die Lichtkegel überlappen großzügig, zwischen den Leuchten entsteht kein Einbruch. Hätte der Planer den Abstand auf zehn Meter gestreckt, hätte er fünf Leuchten gespart – und die Gleichmäßigkeit wäre unter die Normanforderung gefallen. So bleibt eine Reserve: 0,61 gegenüber geforderten 0,6.
Asymmetrische Optik: Warum die Leuchte nicht direkt nach unten strahlt
Laut Datenblatt ist die Leuchte asymmetrisch, ihr Halbwertswinkel beträgt 35,1°. Übersetzt heißt das: Das Hauptlichtbündel ist relativ schmal und zeigt nicht senkrecht unter die Leuchte, sondern zur Seite.
In einer Turnhalle ist das aus zwei Gründen sinnvoll. Erstens ist die Decke hoch, und die Leuchte muss ihr Licht bis auf den Boden werfen. Zweitens – und das ist wichtiger – schauen die Spieler nach oben. Sie verfolgen den Ball, den Schmetterball, das Zuspiel unter die Decke. Würde die Leuchte mit ihrer ganzen Lichtstärke senkrecht nach unten strahlen, hätten sie sie in jedem dieser Momente direkt im Auge.
Die maximale Lichtstärke beträgt 767 cd/klm, ist aber schräg gerichtet. Das Licht trifft so von der Seite auf den Boden, und wer den Kopf hebt, blickt auf die relativ dunkle Decke zwischen den Leuchten.
Die praktische Folge für die Halle
Asymmetrische Leuchten dürfen nicht verkehrt herum montiert werden. Um 180 Grad gedreht, strahlen sie auf die gegenüberliegende Wand statt in die Hallenmitte. Dann gilt die Berechnung nicht mehr: Die Halle ist in der Mitte dunkel und an den Wänden überbeleuchtet. Das ist der häufigste Montagefehler bei Sportleuchten – und vom Boden aus praktisch nicht zu erkennen.
Wartung ist kein Detail, sondern ein Eingabeparameter
Die meisten Berechnungen nennen eine einzige Zahl – den Wartungsfaktor. Dieser Report geht weiter und listet auf, woraus sich der Faktor ergibt:
Verschmutzungsgrad der Umgebung: sauber. Reinigungsintervall der Leuchten: 12 Monate. Renovierungsintervall der Raumoberflächen: 36 Monate. Funktionssicherheit: 100 %. Resultierender Wartungsfaktor: 0,58.
Das ist eigentlich ein in die Berechnung geschriebener Wartungsvertrag. Die angegebenen 335 lx gelten unter der Voraussetzung, dass die Leuchten einmal im Jahr gereinigt und Decke und Wände alle drei Jahre gestrichen werden. Geschieht das nicht, ist die Halle nach fünf Jahren dunkler als auf dem Papier.
Warum ausgerechnet der Deckenanstrich
In der Berechnung sind drei Reflexionen des Lichts eingestellt. Das Programm berücksichtigt also auch Strahlen, die von der Decke auf den Boden, vom Boden an die Wand und erst dann auf die betrachtete Stelle fallen. In einer Halle mit über 5.000 Kubikmetern Volumen macht reflektiertes Licht einen wesentlichen Teil des Ergebnisses aus.
Eine vergraute Decke reflektiert deutlich weniger als eine frisch gestrichene. Deshalb steht die Renovierung der Oberflächen im Wartungsplan – das ist keine Kosmetik, sondern ein lichttechnischer Parameter.
IP65 in der Turnhalle – wirklich?
Die Leuchte hat die Schutzart IP65, ist also staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt. In einer trockenen Turnhalle wirkt das auf den ersten Blick überflüssig.
Ist es aber nicht. Eine Sporthalle wird mit Druckwasser gereinigt, und vor allem wird darin mit Bällen gespielt. Die Schutzart sagt zwar nichts über die Stoßfestigkeit aus, aber eine Leuchte mit geschlossener Optik bietet nichts, was zu Bruch gehen könnte – keinen offenen Diffusor, den ein Ball herausschlagen würde.
In einer Halle, in der Floorball oder Handball gespielt wird, lohnt es sich außerdem, auf etwas zu achten, das die Berechnung nicht abdeckt: ein Ballschutzgitter oder zumindest eine Herstellerbestätigung der Ballwurfsicherheit. Eine zerstörte Leuchte in sieben Metern Höhe bedeutet Hubarbeitsbühne, Hallensperrung und Scherben auf dem Hallenboden.
CRI 90: Warum über die Norm hinaus?
Die Norm fordert für Sporthallen einen Farbwiedergabeindex von 80. Die eingesetzte Leuchte hat 90. Die zehn Punkte Unterschied kosten etwas Geld und etwas Effizienz. Lohnt sich das?
In einer Halle für Ballsport: ja. Mit höherem CRI ist der Kontrast des farbigen Balls zum Hintergrund besser – der orangefarbene Basketball vor dem hellen Hallenboden, der gelbe Floorball vor den dunklen Banden. Es geht nicht um Schönheit, sondern um Reaktionszeit.
Der zweite Grund ist banal: Turnhallen werden vermietet und fotografiert. Ein Raum mit CRI 90 wirkt auf Fotos lebendig, ein Raum mit CRI 70 hat einen grünlichen Krankenhauston. Den Unterschied sehen Sie sogar mit dem Handy.
Wie viel Licht eine Turnhalle wirklich braucht
Die DIN EN 12464-1 fasst Sporthallen, Turnhallen und Schwimmbäder in einer Kategorie mit 300 lx zusammen. Das ist aber ein Wert für den üblichen Trainings- und Schulbetrieb. Der tatsächliche Bedarf hängt davon ab, was in der Halle stattfindet.
Schulsport und Freizeitsport – 300 Lux reichen vollauf. Der Ball ist zu sehen, die Netze sind zu sehen, niemand stolpert.
Wettkämpfe mit Zuschauern – das Niveau steigt, weil Zuschauer das Spiel aus größerer Entfernung und unter ungünstigerem Winkel verfolgen. Bei Wettkämpfen wird außerdem auf die vertikale Beleuchtungsstärke geachtet, damit die Spieler zu sehen sind und nicht nur der Boden. Die Werte je nach Wettkampfklasse legt die DIN EN 12193 fest.
Fernsehübertragung – eine andere Liga. Sie verlangt ein Mehrfaches, eine strenge Gleichmäßigkeit und vor allem Leuchten ohne sichtbares Flimmern, das die Kamera in Zeitlupe einfangen würde.
Die praktische Folge: Baut eine Gemeinde eine Halle mit dem Anspruch, regionale Wettkämpfe auszurichten, lohnt es sich, die Elektroinstallation für die doppelte Leuchtenzahl vorzubereiten, auch wenn sie nicht sofort bestückt wird. Kabel später unter die Decke zu ziehen kostet mehr als die Leuchten selbst.
Was die einzelnen Zahlen bedeuten
- Horizontale Beleuchtungsstärke
- Licht, das senkrecht auf eine waagerechte Ebene in 850 mm Höhe über dem Boden fällt.
- Asymmetrische Leuchte
- Strahlt ihr Hauptlichtbündel zur Seite ab, nicht senkrecht nach unten. Muss in der richtigen Ausrichtung montiert werden.
- Halbwertswinkel
- Der Winkel, bei dem die Lichtstärke auf die Hälfte des Maximums sinkt. Kleinerer Winkel = schmaleres, weiter reichendes Lichtbündel.
- Reinigungsintervall
- Wie oft die Leuchten gereinigt werden. Fließt direkt in den Wartungsfaktor und damit in die resultierende Beleuchtungsstärke ein.
- Anzahl der Reflexionen
- Wie viele Reflexionen an Decke, Wänden und Boden das Programm berücksichtigt. In großen Hallen macht reflektiertes Licht einen bedeutenden Teil aus.
- IP65
- Staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt. Sagt nichts über die Ballwurfsicherheit aus.
Was Sie daraus mitnehmen können
Die Halle mit 36 × 20 × 7 m erreicht 335 lx bei einer Gleichmäßigkeit von 0,61 – mit fünfzehn asymmetrischen Leuchten im Abstand von sieben Metern. Die Norm ist mit Reserve erfüllt, die Farbwiedergabe liegt über der Anforderung.
Die wichtigste Lehre steckt aber im Wartungsplan. Eine Lichtberechnung ist keine Momentaufnahme nach der Abnahme – sie ist ein Versprechen, das nur gilt, wenn die Bedingungen eingehalten werden. Leuchten alle 12 Monate reinigen, alle 36 Monate streichen. Wer diesen Teil übersieht, wundert sich nach fünf Jahren, wohin das Licht verschwunden ist, für das er bezahlt hat.
Leuchten wie im Entwurf finden Sie unter LED-Beleuchtung für Sporthallen. Die Berechnung für Ihre Turnhalle oder Sporthalle erstellen wir gern kostenlos.
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