Fotostudio mit 348 Lux: 6 LED-Panels, die beim Shooting ausgehen

Lichtstudie · Fotostudio

DIALux-Berechnung für ein Fotostudio – mit einem Licht, das der Fotograf beim Shooting ausschaltet. Isolinien, die Helligkeit der Panels vor einer dunklen Decke und der Grund, warum gleichmäßiges Licht im Studio eher ein Hindernis ist.

Dieses Licht nutzt der Fotograf fast nie. Sechs Panels an der Decke liefern 348 lx bei einer ordentlichen Gleichmäßigkeit von 0,568 – und genau deshalb ist es zum Fotografieren unbrauchbar. Bei der Studiobeleuchtung geht es nicht darum, wie viel Licht Sie liefern. Es geht darum, wie gut Sie es ausschalten können.

Beleuchtungsstärke (Ø)348 lxArbeitslicht, nicht zum Fotografieren
Gleichmäßigkeit0,568ausgeglichen, also flach
An der Decke91 lxMaximum 4.391 lx
Fläche unter 400 lx83,40 %nirgends überstrahlt
Leuchten6×LED-Panel à 53,0 W
Anschlussleistung318 W6,69 W/m²
Studio9,5 × 5,0 m47,5 m², Deckenhöhe 3,1 m

Sechs Panels, kein Schatten

Der Plan zeigt Isolinien – Linien, die Punkte gleicher Beleuchtungsstärke verbinden. Die roten Quadrate sind die Panels.

Isolinien der Beleuchtungsstärke im Fotostudio mit sechs LED-Panels
Isolinien auf der Ebene 0,85 m im Studio mit 9,5 × 5,0 m. Sechs Panels in zwei Reihen, um jedes eine Insel über 400 lx. An den kürzeren Wänden fällt der Wert auf rund 250 lx. Minimum 198, Maximum 444 lx.

Der Report liefert eine interessante Zusatzangabe: 83,40 % der Fläche liegen unter 400 Lux. Der hellste Punkt im Studio hat 444. Überstrahlt ist also nirgends etwas.

Für ein Büro wäre das eine gute Nachricht. Für ein Studio ist es die Beschreibung dessen, was beim Fotografieren ausgeschaltet werden muss.

Modellierung: Ein Foto entsteht in den Schatten

Die Form eines Gesichts, die Struktur eines Stoffs, der Glanz auf Glas – all das sehen wir dank der Schatten. Nicht dank des Lichts. Licht ist nur die Voraussetzung dafür, dass Schatten entstehen können.

Sechs gleichmäßig an der Decke verteilte Panels bewirken das genaue Gegenteil. Das Licht kommt von allen Seiten zugleich, und jede Leuchte hellt die Schatten der anderen auf. Im Studio nennt man das Ergebnis ein flaches Bild: Die Nase wirft keinen Schatten, das Gesicht hat kein Volumen, der Stoff wirkt wie Papier.

Deshalb wird das Studio abgedunkelt

Der Fotograf baut sein eigenes Licht. Das Hauptlicht kommt von einer Seite, ein Reflektor oder ein schwächeres Aufhelllicht von der anderen, oft noch ein Hintergrundlicht dazu. Der Unterschied zwischen heller und schattiger Gesichtshälfte ist ein Werkzeug – und die Deckenpanels machen es zunichte.

Die Deckenbeleuchtung hat im Studio also eine ganz andere Aufgabe, als man erwarten würde:

Vorbereitung. Stativ aufbauen, Hintergrund ausrichten, das Model schminken, das Objektiv in der Tasche finden.

Aufräumen und Technik. Kabel aufwickeln, den Hintergrund auf Haare und Schmutz prüfen.

Komfort für Kunden. Damit sich niemand im Studio wie im Keller fühlt, wenn gerade nicht fotografiert wird.

Beim eigentlichen Shooting wird ein großer Teil davon heruntergedimmt oder ganz ausgeschaltet. Ein Panel, das sich nicht dimmen lässt und keinen eigenen Schalter hat, ist im Studio im Weg.

Decke 91 Lux, Maximum 4.391

Hier steht die aussagekräftigste Zahl des ganzen Reports. Die Decke als Fläche erhält 91 lx. Ihr Maximum liegt aber bei 4.391 lx – das sind die Panels selbst.

Zwischen Leuchte und umgebender Decke liegt also etwa der Faktor 48. Fürs Auge bedeutet das: sechs helle Rechtecke in einer dunklen Decke.

Warum das den Fotografen interessiert

Spiegelungen. Fotografieren Sie etwas Glänzendes – eine Uhr, Glas, eine lackierte Platte, die Brille des Models –, spiegelt sich darin die Decke. Und das Spiegelbild eines hellen Rechtecks in einem dunklen Feld ist genau das, was man anschließend eine Stunde lang in der Bildbearbeitung retuschiert.

Ungewolltes Aufhelllicht. Auch ausgeschaltete Panels reflektieren das Licht der Blitze. Eine weiße Decke mit 70 % Reflexionsgrad wirkt wie ein riesiger Reflektor und hellt die Schatten stärker auf, als dem Fotografen lieb ist.

Erfahrene Studios haben deshalb eine dunkle Decke. Der Reflexionsgrad von 70 %, mit dem diese Berechnung arbeitet, entspricht einem weißen Anstrich – gut fürs Büro, fragwürdig fürs Studio, in dem jede Reflexion zählt.

4.500 Kelvin: Kompromiss zwischen Blitz und Fenster

Die Lichtfarbe beträgt 4.500 K. Das ist ein ungewöhnlicher Wert – er liegt zwischen Neutralweiß mit 4.000 K und Tageslicht mit 5.500 K.

Das ergibt Sinn. Ein Studioblitz hat typischerweise rund 5.500 K, also die Farbe der Mittagssonne. Wäre das Arbeitslicht im Studio deutlich wärmer, müsste der Fotograf seine Farbwahrnehmung ständig umstellen – zwischen der Vorschau auf dem Display und dem Eindruck im Raum.

Viereinhalbtausend Kelvin sind also eine vernünftige Brücke: nah genug am Blitz, damit das Auge nicht durcheinanderkommt, und weit genug von kühlen 6.000 K entfernt, damit man es im Studio einen ganzen Tag aushält.

Lichtstärkeverteilungskurve des eingesetzten LED-Panels
Lichtstärkeverteilungskurve des Panels. Breiter, symmetrischer Lichtkegel – das Licht verteilt sich gleichmäßig im ganzen Raum.

Genau diese symmetrische, runde Kurve sorgt für gleichmäßiges Licht im Raum. Und genau das möchte der Fotograf während der Belichtung nicht eingeschaltet haben.

318 Watt für das ganze Studio

Das gesamte Studio wird mit 318 W beleuchtet, also mit 6,69 W/m². Bezogen auf das erreichte Niveau sind das 1,92 W/m² pro 100 Lux. Ein sparsamer Entwurf.

Die Lichtausbeute der Anlage liegt bei 83 lm/W. Sechs Panels à 53,0 W liefern zusammen 26.348 Lumen auf 47,5 m².

Was dem Studio mehr helfen würde als Watt

Reihenweise Schaltung. Zwei Panelreihen auf zwei Schaltern. Die hintere Reihe beleuchtet den Hintergrund, die vordere den Arbeitsbereich – und beim Shooting wird die Reihe ausgeschaltet, die gerade stört.

Dimmen. Nicht nur wegen der Atmosphäre. Ein schwaches Arbeitslicht beim Shooting lässt Sie die Bedienelemente der Kamera erkennen, ohne die Szene aufzuhellen.

Matte Oberflächen überall. Decke, Wände und Boden. Die Wände haben in dieser Berechnung einen Reflexionsgrad von 50 % und erhalten 190 lx. Im Studio ist jede helle Fläche ein potenzieller ungewollter Reflektor.

Das Fenster: das beste und das schlechteste Licht im Studio

Die Berechnung geht von Dunkelheit hinter dem Fenster aus. Für ein Studio passt das besonders gut – viele verdunkeln ihre Fenster dauerhaft.

Dabei ist Tageslicht aus einem großen Fenster für Porträts hervorragend: Es kommt von einer Seite, ist weich und diffus. Generationen von Fotografen haben darauf einen ganzen Stil aufgebaut.

Das Problem ist nicht die Qualität. Das Problem ist, dass es sich ändert.

Es wandert im Laufe des Tages. Morgens fällt es aus einem anderen Winkel ein als nachmittags. Ein Porträt, das um zehn Uhr fotografiert und um zwei ergänzt wird, passt nicht zusammen.

Es ändert seine Farbe. Blauer Himmel, weiße Wolke, orangefarbene Abendsonne. Der Weißabgleich muss immer wieder neu eingestellt werden, und Mischlicht – Fenster plus Blitz – erzeugt Farbunterschiede innerhalb eines einzigen Bildes.

Es lässt sich nicht wiederholen. Der Kunde kommt eine Woche später für ergänzende Fotos, und draußen regnet es.

Deshalb verdunkelt ein professionelles Studio die Fenster und baut sein Licht komplett selbst auf. Tageslicht ist ein schönes Geschenk, aber das Handwerk beruht darauf, dass sich ein Ergebnis wiederholen lässt.

Was die einzelnen Zahlen bedeuten

Modellierung
Der Helligkeitsunterschied zwischen der beleuchteten und der schattigen Seite eines Objekts. Ohne sie wirkt das Bild flach. Gleichmäßiges Deckenlicht zerstört die Modellierung.
Maximum an der Decke
Die Helligkeit der Leuchte selbst. Im Fotostudio taucht sie als Spiegelung in jedem glänzenden Gegenstand der Szene auf.
Reflexionsgrad der Decke
Wie viel Licht die Decke zurückwirft. Im Büro ein Vorteil, im Studio ungewolltes Aufhelllicht, das die Schatten auffüllt.
Farbtemperatur
Der Farbton des weißen Lichts in Kelvin. Ein Arbeitslicht nahe am Studioblitz (rund 5.500 K) erleichtert die Beurteilung der Farben.
Anteil der Punkte unter 400 lx
Über achtzig Prozent des Studios bleiben unter dieser Grenze. Mit anderen Worten: Das Arbeitslicht überstrahlt nirgends das, was der Fotograf selbst aufbaut.

Was Sie daraus mitnehmen können

Ein Studio mit 47,5 m² erreicht 348 lx bei einer Gleichmäßigkeit von 0,568 mit 318 W. Als Arbeitsbeleuchtung ist das saubere Arbeit.

Wenn ein Fotograf nur eine Sache mitnehmen soll: Fragen Sie im Studio nicht, wie viele Lux die Decke liefert. Fragen Sie, wie schnell Sie sie ausschalten können. Reihenweise Schaltung und Dimmen sind im Studio wichtiger als die Wattzahl – und kosten nur einen Bruchteil eines einzigen ordentlichen Blitzgeräts.

Und die zweite Sache, über die kaum jemand spricht: eine dunkle, matte Decke. Sie erspart Ihnen mehr Stunden in der Nachbearbeitung als jede Leuchte.

Panels wie in diesem Entwurf finden Sie in der Kategorie LED-Panels. Die Arbeitsbeleuchtung für Ihr Studio planen wir kostenlos – einschließlich der Aufteilung in Schaltkreise.

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