Turnhalle 25 × 14 m: 7 Leuchtenvarianten im UGR-Vergleich
Lichtstudie · Schulturnhalle · sieben Varianten
Sieben Berechnungen nach DIN EN 12464-1 für dieselbe Halle mit 25 × 14 m: Hallenstrahler, Linearleuchten und staubdichte Feuchtraumleuchten – und eine Blendungsgrenze, die nur eine Bauart einhalten kann.
Eine Turnhalle, sieben Berechnungen, sieben verschiedene Leuchten. Drei Hallenstrahler (High-Bay), zwei Linearleuchten und zwei staubdichte Feuchtraumleuchten. Alle sieben Varianten erreichen die geforderten 300 lx und die geforderte Gleichmäßigkeit.
Bei dreien wurde jedoch noch eine weitere Zahl berechnet – und die fällt glatt durch. Die Blendung UGR liegt bei 30,4 bis 32,6, der Grenzwert ist 22,0. Das ist kein knappes Verfehlen. Das sind zehn Punkte zu viel.
Sieben Spalten, ein Raum
Die Turnhalle misst 25,00 × 14,00 m, also 350,0 m², bei einer lichten Höhe von 6,00 m. Die Leuchten hängen in allen sieben Varianten auf derselben Höhe von 5,95 m, also praktisch direkt unter der Decke. Reflexionsgrade: Boden 0,3, Decke 0,7, Wände 0,5.
Als Raumtyp ist 44.26 – Sporthallen, Turnhallen, Schwimmbäder gewählt. Er verlangt 300 lx, eine Gleichmäßigkeit von 0,6, einen Farbwiedergabeindex von 80 und eine Blendung von höchstens UGR 22,0.
| Leuchte | Stück | Anschlussleistung | pro m² | Beleuchtungsstärke | Gleichmäßigkeit | UGR |
|---|---|---|---|---|---|---|
| LED-Hallenstrahler 100 W | 15× | 1.493,7 W | 4,27 W/m² | 383 lx | 0,67 | 32,6 ✗ |
| LED-Hallenstrahler 150 W | 10× | 1.506,0 W | 4,30 W/m² | 382 lx | 0,74 | 31,2 ✗ |
| LED-Hallenstrahler 200 W | 8× | 1.590,4 W | 4,54 W/m² | 397 lx | 0,82 | 31,8 ✗ |
| LED-Linearleuchte 120 cm, 52 W | 40× | 2.032,0 W | 5,81 W/m² | 352 lx | 0,71 | nicht berechnet |
| LED-Linearleuchte 150 cm, 72 W | 28× | 2.004,8 W | 5,73 W/m² | 333 lx | 0,72 | nicht berechnet |
| LED-Feuchtraumleuchte 120 cm, 40 W | 40× | 1.588,8 W | 4,54 W/m² | 311 lx | 0,72 | nicht berechnet |
| LED-Feuchtraumleuchte 150 cm, 60 W | 28× | 1.632,7 W | 4,66 W/m² | 326 lx | 0,74 | nicht berechnet |
Lesen Sie die letzte Spalte. Wo die Blendung berechnet wurde, steht ein Kreuz. Wo sie vielleicht gut ausgefallen wäre, wurde sie gar nicht berechnet.
Die Beleuchtungsstärke passt bei allen. Siebenmal.
Mittelwert 383 lx, Minimum 256, Maximum 464. Gleichmäßigkeit 0,67 bei geforderten 0,6. Anschlussleistung 1.493,7 W, also nur 4,27 W pro Quadratmeter.
Aus Budgetsicht ist das der Sieger: fünfzehn Leuchten statt achtundzwanzig und die niedrigste Anschlussleistung aller sieben Varianten. Wer nach einer Tabelle aus Watt und Lux entscheidet, kauft genau diese Variante.
Und noch eine Falle
Die beste Gleichmäßigkeit aller sieben Varianten hat die mit acht Hallenstrahlern à 200 W: 0,82. Weniger, dafür stärkere Leuchten ergaben ausgeglicheneres Licht als fünfzehn schwächere.
Das wirkt unlogisch, entscheidend ist aber die Geometrie. Acht Leuchten lassen sich im Verhältnis zu den Hallenmaßen in ein regelmäßigeres Raster setzen als fünfzehn. Gleichmäßigkeit hängt nicht von der Zahl der Leuchten ab, sondern vom Verhältnis ihres Abstands zur Montagehöhe.
Blendung: das Bild, das entscheidet
Fast die ganze Halle ist rot. Berechnete Werte: niedrigster 30,4, höchster 32,6. Grenzwert 22,0.
UGR ist eine logarithmische Skala. Drei Punkte Unterschied sieht man, zehn Punkte sind der Unterschied zwischen einem angenehmen Büro und dem Blick in einen Scheinwerfer. Und in der Turnhalle spielt man obendrein mit in den Nacken gelegtem Kopf.
Warum es so ausgegangen ist
Die Antwort steht im Datenblatt und lässt sich daraus berechnen. Blendung entsteht weder durch die Anschlussleistung noch durch den gesamten Lichtstrom. Sie entsteht durch die Leuchtdichte der Lichtaustrittsfläche – also dadurch, wie viel Licht aus jedem Quadratzentimeter der Leuchte austritt.
Ein Hallenstrahler mit 100 W gibt 15.000 Lumen über eine runde Lichtaustrittsfläche mit 192 Millimetern Durchmesser ab. Daraus ergibt sich eine Leuchtdichte von rund 187.000 cd/m².
Eine staubdichte Linearleuchte gibt 8.400 lm über eine Fläche von 1.502 × 74 mm ab. Leuchtdichte rund 22.400 cd/m². Achtmal weniger.
Dasselbe Licht, auf eine längere Fläche verteilt, sticht nicht in die Augen. Das ist das ganze Geheimnis der Linearleuchte in der Turnhalle.
Die lineare Variante: mehr Leuchten, weniger Lux, weniger Leuchtdichte
Mittelwert 326 lx, Minimum 241, Gleichmäßigkeit 0,74. Die Norm ist erfüllt, aber mit deutlich weniger Reserve als bei den Hallenstrahlern.
Der Preis dafür: 28 Leuchten statt fünfzehn und 1.632,7 W statt 1.493,7 W. Pro Quadratmeter sind es 4,66 statt 4,27 W/m².
Noch ein Unterschied, der leicht übersehen wird
Zwei lineare Varianten haben einen Wartungsfaktor von 0,57, alle übrigen 0,66. Die Berechnung setzt bei ihnen einen stärkeren Lichtrückgang zwischen zwei Reinigungen an und zieht ihnen deshalb mehr Licht ab, als es den Katalogwerten entspräche.
Beim Variantenvergleich ist das wesentlich. Hätten alle sieben denselben Wartungsfaktor, lägen die linearen Varianten um rund fünfzehn Prozent höher.
Was in diesen Protokollen fehlt
Jetzt das Entscheidende, und es ist unangenehm. Die Protokolle der vier linearen Varianten enthalten eine einzige durchgeführte Berechnung: die Beleuchtungsstärke. Die Blendung wurde bei ihnen überhaupt nicht berechnet.
Man kann also nicht behaupten, dass sie bestehen würden. Angesichts der Leuchtdichte ihrer Lichtaustrittsfläche ist das sehr wahrscheinlich, aber eine Schätzung ist keine Berechnung und gehört nicht ins Protokoll.
Für einen Kunden, der sieben PDFs auf den Tisch bekommt, ergibt das ein Paradox: Drei Dokumente geben ehrlich zu, dass die Anlage blendet. Vier schweigen zur Blendung – und wirken gerade deshalb sauberer.
Wonach Sie fragen sollten
Wurde der UGR überhaupt berechnet? Auf der Titelseite des Protokolls steht die Liste der durchgeführten Berechnungen. Steht dort nur die Beleuchtungsstärke, fehlt die halbe Bewertung.
Wie hoch ist die Leuchtdichte der Lichtaustrittsfläche? Teilen Sie die maximale Lichtstärke in Candela durch die Fläche, aus der die Leuchte strahlt. Über 100.000 cd/m² hat nichts über dem Kopf eines Menschen zu suchen, der nach oben schaut.
Und für welche Beobachterhöhe? Hier ist sie auf 1.200 mm eingestellt – ein sitzender Mensch. Ein Basketballspieler beim Rebound hat die Augen einen Meter höher und ist näher am Strahler.
Der Hallenstrahler ist keine schlechte Leuchte. Er ist hier nur fehl am Platz.
Der Hallenstrahler ist ein solides Stück Technik. Er erzeugt 150 Lumen pro Watt, verträgt Staub, bündelt das Licht nach unten und tut in einer Halle mit Regalen oder über einer Drehmaschine genau das, was er soll.
Der Unterschied liegt darin, wohin der Mensch schaut, der darunter steht.
Im Lager blicken Sie waagerecht auf ein Regal oder senkrecht nach unten auf eine Palette. Der Strahler hängt über Ihrem Kopf, außerhalb des Blickfelds.
In der Turnhalle verfolgen Sie einen Ball, der vier Meter über dem Boden fliegt, und zwar mit in den Nacken gelegtem Kopf. Die Leuchte ist genau dort, wo Sie hinschauen.
Deshalb setzt die Norm für Sporthallen den Grenzwert UGR 22,0, während sie für Lager nur 25 und für Flure 28 verlangt. Und deshalb sind sieben Berechnungen desselben Raums keine Papierverschwendung, sondern die einzige Möglichkeit, diesen Unterschied vorher zu sehen.
Was die einzelnen Zahlen bedeuten
- UGR 22
- Blendungsgrenzwert für Sporthallen. Logarithmische Skala: Schon drei Punkte sind ein spürbarer Unterschied, zehn Punkte trennen angenehmes von schmerzhaftem Licht.
- Leuchtdichte der Lichtaustrittsfläche
- Wie viel Licht aus jedem Stück der Leuchte austritt. Man erhält sie, indem man die Lichtstärke durch die Größe der Lichtaustrittsfläche teilt. Sie entscheidet über die Blendung, nicht die Anschlussleistung.
- Hallenstrahler (High-Bay)
- Industrieleuchte mit engem Lichtkegel und kleiner Lichtaustrittsfläche. Hervorragend über Regalen und Maschinen, ungeeignet dort, wo Menschen nach oben schauen.
- Staubdichte Linearleuchte
- Lange Leuchte mit großer Lichtaustrittsfläche und Schutz gegen Wasser und Staub. Sie verteilt denselben Lichtstrom auf eine größere Fläche und blendet deshalb nicht.
- Gleichmäßigkeit und Abstand
- Entscheidend ist nicht die Zahl der Leuchten, sondern das Verhältnis ihres Abstands zur Montagehöhe. Acht gut verteilte Leuchten übertreffen fünfzehn schlecht verteilte.
- Durchgeführte Berechnungen
- Die Liste auf der Titelseite des Protokolls. Fehlt dort die Blendung, steht auch ihr Ergebnis nicht im Dokument – und das ist nicht dasselbe wie ein eingehaltener Grenzwert.
Was Sie daraus mitnehmen können
Turnhalle 25,00 × 14,00 m, sieben Entwürfe, siebenmal erreichte Beleuchtungsstärke. Und eine einzige Spalte, die die ganze Entscheidung umkehrt.
Die günstigste Variante ist unbrauchbar. Fünfzehn Hallenstrahler mit zusammen 1.493,7 W ergeben 383 lx und UGR 32,6. In eine Turnhalle mit dem Grenzwert 22,0 lassen sie sich nicht einbauen.
Watt und Lux reichen nicht. Wer Leuchten nach einer Tabelle der Anschlussleistungen auswählt, kauft sich Blendung ein. Die entscheidende Zahl – die Leuchtdichte der Lichtaustrittsfläche – steht in der Regel in keinem Angebot. Berechnen lässt sie sich aber.
Eine fehlende Berechnung ist keine bestandene Berechnung. Prüfen Sie vor der Unterschrift auf der Titelseite, was tatsächlich berechnet wurde.
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