Büro mit niedriger Decke: 525 Lux mit 4 LED-Panels in 2,4 m Höhe

Lichtstudie · Büroraum

Eine DIALux-Berechnung für zwei Büroräume mit abgehängter Decke in 2,4 m Höhe. Werteraster, ein strenger Wartungsfaktor von 0,59 und eine Geometrie, die mehr entscheidet als die Wattzahl.

Zwei Räume, zwei unterschiedliche Ergebnisse. Das größere Büro erreicht 525 lx mit vier Leuchten bei einer Gleichmäßigkeit von 0,63. Der kleinere Nebenraum hat 530 lx mit zwei Leuchten – und eine Gleichmäßigkeit von 0,70, also eine bessere. Weniger Leuchten, ausgeglicheneres Licht. Das ist kein Fehler und verdient eine Erklärung.

Beleuchtungsstärke (Ø)525 lxüber dem Büro-Mindestwert von 500 lx
Gleichmäßigkeit0,63Emin / Ø
Min. / Max.330 / 705 lxStreuung im Raum
Leuchten4×LED-Panels
Wartungsfaktor0,59strenger als die üblichen 0,80
Montagehöhe2,40 mniedrige abgehängte Decke
Arbeitsebene0,85 mHöhe der Tischplatte
Zweiter Raum530 lxnur 2 Leuchten, U0 0,70

Werteraster: Zahlen statt Linien

Diese Berechnung hat keine Isolinien. Stattdessen liefert sie ein Raster mit Punktwerten – im Grundriss steht die Beleuchtungsstärke an jedem Kontrollpunkt. Das ist roher und in gewisser Weise ehrlicher: Nichts wird geglättet.

Raster der berechneten Beleuchtungsstärken im Büroraum
Werteraster in Lux auf der Arbeitsebene in 0,85 m Höhe. Die Quadrate sind die Leuchten. Niedrigster Wert 330 lx, höchster 705 lx, Mittelwert 525 lx.

Lesen Sie es wie eine Tabelle. Die Punkte direkt unter den Leuchten und dazwischen liegen zwischen 600 und 700 lx. Zu den Rändern hin fallen die Werte ab – der niedrigste Punkt hat 330 lx. Aber selbst der ist nicht schlecht: Er liegt immer noch über dem Niveau, das man im Umfeld eines Arbeitstisches haben möchte.

Der Vorteil des Rasters: Sie können den Tisch auf dem Papier platzieren und wissen genau, wie viel Licht Sie in welcher Ecke bekommen. Isolinien liefern ein schöneres Bild, aber eine konkrete Zahl lesen Sie daraus schwerer ab.

Wartungsfaktor 0,59: warum so streng?

Das ist die interessanteste Zahl der ganzen Berechnung. Ein Wartungsfaktor von 0,59 bedeutet, dass nur mit 59 % des Lichts gerechnet wird, das die Leuchten im Neuzustand abgeben. Der Rest wird für die Alterung der LED-Chips, die Verschmutzung der Abdeckung und die Alterung der Raumoberflächen abgeschrieben.

In Büros rechnet man üblicherweise mit 0,80. Wer mit 0,59 rechnet, sagt damit: Ich gehe von schlechteren Bedingungen aus, als wahrscheinlich eintreten werden. Das Ergebnis ist ein Entwurf mit Reserve.

Was das praktisch bedeutet

Die angegebenen 525 lx sind nicht der Wert am Tag der Montage. Am Tag der Montage ist es im Raum deutlich heller. Die 525 lx sind das, was am Ende des Lebenszyklus übrig bleibt – nach Jahren, mit Staub auf den Abdeckungen und einer vergilbten Decke.

Wenn Ihnen also jemand „500 Lux“ anbietet und den Wartungsfaktor nicht erwähnt, fragen Sie nach. Der Unterschied zwischen einer Berechnung mit 0,80 und einer mit 0,59 beträgt bei gleicher Leuchtenzahl rund ein Drittel des Lichts. Der eine Anbieter erfüllt die Norm am ersten Tag auf dem Papier, der andere auch noch nach acht Jahren.

Decke auf 2,4 Metern: warum sie alles verändert

Die Leuchten hängen in 2,40 m Höhe, die Arbeitsebene liegt bei 0,85 m. Zwischen Leuchte und Tisch bleiben also nur rund anderthalb Meter. Das ist wenig – und der Hauptgrund, warum man bei niedrigen Decken anders plant.

Das Licht jeder Leuchte breitet sich kegelförmig aus. Je kürzer der Abstand zur Arbeitsebene, desto kleiner der Kreis, den die Leuchte abdeckt, und desto schärfer der Übergang zwischen dem Licht unter der Leuchte und dem Schatten daneben. Aus vier Metern Höhe überlappen sich die Lichtkegel und verschmelzen; aus anderthalb Metern schaffen sie es nicht, sich zu überlappen.

Deshalb: mehr kleinere Leuchten statt weniger starker

Bei einer niedrigen Decke ist es keine gute Idee, zwei sehr starke Leuchten aufzuhängen – darunter entstehen zwei helle Flecken und dazwischen ein Einbruch. Besser ist es, denselben Lichtstrom auf mehr Leuchten zu verteilen und diese dichter anzuordnen. Das ist auch der Grund, warum in Büros Panels hängen und keine Strahler: Ein Panel hat eine große leuchtende Fläche, sein Licht ist von Anfang an „weich“.

Faustregel aus der Praxis: Der Leuchtenabstand sollte das 1,5-Fache der Höhe über der Arbeitsebene nicht wesentlich überschreiten. Hier, bei 1,55 m zwischen Leuchte und Arbeitsebene, ergibt sich ein sinnvoller Leuchtenabstand von höchstens etwa 2,3 m.

Warum zwei Leuchten gleichmäßiger leuchten als vier

Zurück zum Anfang. Der größere Raum: 4 Leuchten, Gleichmäßigkeit 0,63. Der kleinere Raum: 2 Leuchten, Gleichmäßigkeit 0,70. Das wirkt wie ein Paradox, ist aber keines.

Die Gleichmäßigkeit hängt nicht von der Anzahl der Leuchten ab, sondern vom Verhältnis von Leuchtenabstand zu Höhe und davon, wie weit die Raumränder von den Leuchten entfernt sind. Im kleineren Raum sitzen die zwei Leuchten relativ nah beieinander und nah an den Wänden. Die Lichtkegel überlappen sich gut, und in den Ecken bleibt wenig unbeleuchtete Fläche.

Im größeren Raum müssen vier Leuchten mehr Fläche abdecken. Die Abstände sind größer, und die Ecken liegen weiter von der nächsten Leuchte entfernt. Deshalb sinkt das Minimum auf 330 lx, während es sich im kleineren Raum bei 372 lx hält.

Die Lehre daraus: Doppelt so viele Leuchten bedeuten nicht doppelt so viel Gleichmäßigkeit. Ist das Licht ungleichmäßig, hilft es meist nicht, Leuchten in der Mitte hinzuzufügen – es hilft, sie näher an die Wände zu rücken.

Das Fenster: eine Variable, die die Berechnung nicht löst

Die Berechnung rechnet bewusst mit null Tageslicht. Sie bildet die Nacht ab, also den ungünstigsten Zustand. Das ist sinnvoll – die Beleuchtung muss auch im Dezember um fünf Uhr nachmittags funktionieren.

Tagsüber sieht es anders aus. Ein Tisch am Fenster bekommt bei klarem Himmel leicht tausend Lux gratis, während ein Tisch drei Meter vom Fenster entfernt in der Raumtiefe fast nichts abbekommt. So entsteht ein gegenläufiges Problem: Am Fenster gibt es zu viel Licht, im Raum zu wenig. Eine Deckenleuchte über beiden löst das nicht.

Zwei sinnvolle Lösungen

Getrennte Stromkreise. Die Leuchtenreihe am Fenster wird separat geschaltet. Sonniger Tag – aus. Bewölkt – an. Das kostet einen zusätzlichen Schalter und spart von allen Maßnahmen die meiste Energie.

Dimmen per Sensor. Ein Sensor misst die Helligkeit auf dem Tisch und ergänzt nur, was fehlt. Elegant, teurer, und in einem kleinen Büro amortisiert sich die Investition langsamer als in einem Großraumbüro mit zwanzig Arbeitsplätzen.

Was dagegen nicht funktioniert: die Beleuchtung „schwächer auszulegen, weil ja ein Fenster da ist“. Der Winterabend kommt jedes Jahr, und die Norm fragt nicht nach dem Wetter.

Was Sie in Ihrem eigenen Angebot prüfen sollten

Wartungsfaktor. Fehlt er, gilt die Berechnung für neue Leuchten in einem sauberen Raum. In fünf Jahren sieht das anders aus.

Höhe der Arbeitsebene. Die Beleuchtungsstärke wird 0,85 m über dem Boden berechnet, also auf der Tischplatte. Wer auf dem Boden rechnet, erhält andere (und schmeichelhaftere) Zahlen.

Wo das Minimum liegt. Liegt der dunkelste Punkt in der Ecke hinter einem Schrank, stört das nicht. Liegt er dort, wo Sie den Tisch planen, stört es sehr.

Abstand im Verhältnis zur Höhe. Bei niedrigen Decken der häufigste Fehler: Die Leuchten werden nach dem Raster der abgehängten Decke verteilt, nicht nach der Geometrie des Lichts.

Was die einzelnen Zahlen bedeuten

Werteraster
Die ausgegebene Beleuchtungsstärke an den einzelnen Kontrollpunkten. Damit lässt sich der Wert genau dort ablesen, wo der Tisch stehen wird.
Wartungsfaktor
Der Anteil des Lichts, mit dem nach Jahren im Betrieb gerechnet wird. Hier 0,59 – eine strenge Annahme, also ein Entwurf mit Reserve.
Arbeitsebene
Die Höhe, in der die Beleuchtungsstärke bewertet wird. Standardmäßig 0,85 m, also die Tischplatte.
Gleichmäßigkeit U0
Verhältnis der schwächsten Stelle zum Mittelwert. Sie wird von der Geometrie bestimmt – Abstand im Verhältnis zur Höhe –, nicht von der Zahl der Leuchten.
Montagehöhe
Die Höhe, in der die Leuchte hängt. Ihr Abstand zur Arbeitsebene bestimmt, wie dicht die Leuchten angeordnet werden müssen.

Was Sie daraus mitnehmen können

Das Büro erreicht 525 lx bei einer Gleichmäßigkeit von 0,63 mit vier Leuchten unter einer Decke in 2,40 m Höhe. Und vor allem: gerechnet mit einem Wartungsfaktor von 0,59, also für den Zustand nach Jahren im Betrieb, nicht für den Tag der Abnahme.

Wenn Sie eine Lichtplanung erstellen lassen, fragen Sie nach zwei Dingen, die in Angeboten fast nie stehen: mit welchem Wartungsfaktor gerechnet wurde und in welcher Höhe die Arbeitsebene liegt. Ohne diese Angaben ist die Lux-Zahl nur eine Marketingangabe.

Die Leuchten aus dem Entwurf finden Sie unter LED-Panels. Die Lichtstudie für Ihr Büro erstellen wir kostenlos.

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