Lichtplanung: Lichtstudien aus der Praxis, Seite 4

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Detailing-Box mit 556 Lux: 18 Linearleuchten auf 99 m²

Lichtstudie · Detailing-Box für Waschen und Polieren

Lackfehler findet man nicht im Licht, sondern in seiner Spiegelung. Die DIALux-Berechnung für eine Box zum Waschen und Polieren von Fahrzeugen zeigt Isolinien und die Beleuchtungsstärke an der Decke – und erklärt, warum beim Detailing unter langen Lichtbändern poliert wird und nicht unter Strahlern.

Wer poliert, schaut nicht auf das Auto, sondern auf das, was sich darin spiegelt. Kratzer, Hologramme und kreisförmige Polierspuren (Swirls) werden nicht durch das Licht sichtbar, das auf den Lack fällt, sondern dadurch, wie sich das Spiegelbild der Leuchte darin verzerrt. Deshalb ist eine Detailing-Box eine besondere Aufgabe: Die Beleuchtungsstärke von 556 lx ist hier fast Nebensache.

Beleuchtungsstärke (Ø)556 lxhohes Niveau
Gleichmäßigkeit0,627ausreichend
Decke (Ø)224 lxspiegelt sich im Lack
Wände (Ø)373 lxhelle, gut ausgeleuchtete Box
Leuchten18×LED-Linearleuchte à 66 W
Anschlussleistung1.188 W12,00 W/m²
Lichtausbeute der Anlage91 lm/W6.000 lm je Leuchte
Box9 × 11 m99,0 m², Deckenhöhe 3,5 m

18 Linearleuchten in einer Box von 9 × 11 m

Der Plan zeigt Isolinien – Linien, die Punkte gleicher Beleuchtungsstärke verbinden. Die roten Rechtecke sind die Leuchten.

Isolinien der Beleuchtungsstärke in der Detailing-Box
Isolinien auf der Bewertungsebene in 0,85 m Höhe in der Box 9 × 11 m. In der Mitte Werte über 630 lx, an den Wänden ein Abfall auf rund 490 lx. Dunkelste Stelle 349 lx, hellste 665 lx.

Achtzehn Leuchten auf 99 m² sind viel. Der Bericht zeigt, warum das funktioniert: Nur 2,98 % der Fläche liegen unter 400 Lux. Praktisch die gesamte Box ist gleichmäßig hell ausgeleuchtet.

Entscheidend ist aber die Anordnung. Die Leuchten bilden durchgehende Längsreihen, kein Punktraster. Über dem Fahrzeug entstehen so lange, gerade Lichtbänder – und genau diese spiegeln sich im Lack.

Lackfehler sucht man in der Spiegelung, nicht in der Beleuchtung

Stellen Sie sich einen perfekt glatten Lack als Spiegel vor. Die Leuchte spiegelt sich darin als scharfer, gerader Streifen. Hat der Lack einen Kratzer oder ein Hologramm, wird der Streifen an dieser Stelle wellig oder unscharf. Das Auge erkennt den Knick in der geraden Linie sofort.

Hier liegt der Schlüssel zum ganzen Handwerk: Je schärfer und gerader die Spiegelung, desto kleinere Fehler erkennen Sie. Und die Schärfe der Spiegelung entsteht nicht durch die Lichtmenge, sondern durch Form und Leuchtdichte der Leuchte.

Warum unter langen Röhren poliert wird

Ein Spot spiegelt sich im Lack als kleiner Punkt. Rundherum sehen Sie nur Dunkelheit, und ein Fehler, der zehn Zentimeter daneben liegt, entgeht Ihnen.

Eine Linearleuchte spiegelt sich als lange, gerade Linie. Bewegt der Aufbereiter den Kopf ein Stück, wandert die Linie über den Lack und durchleuchtet nach und nach jeden Quadratzentimeter. Ein Fehler verrät sich dadurch, dass die Linie bricht.

Genau deshalb hat diese Box achtzehn lange Leuchten und nicht neun starke Strahler. Licht wäre es gleich viel. Spiegelungen deutlich weniger.

Decke mit 224 Lux und ein Maximum von 902

Der Bericht weist für die Decke 224 lx aus, mit einem Maximum von 902 lx. Dieses Maximum sind die Leuchten selbst – und beim Detailing ist es die wichtigste Zahl der ganzen Tabelle.

Das Auto steht in der Mitte. Motorhaube und Dach spiegeln die Decke. Ist die Decke dunkel und sind die Leuchten darin hell, sieht der Aufbereiter im Lack einen scharfen Kontrast: helle Streifen auf dunklem Grund. Genau das braucht er.

Wäre die Decke gleichmäßig auf 800 Lux aufgehellt, wäre die Spiegelung im Lack milchig und kontrastlos. Der Fehler würde verschwinden. Paradoxerweise hieße mehr Licht, dass man Fehler schlechter sieht.

Der Kontrast macht die Arbeit

Das Verhältnis zwischen Leuchte (902 lx) und umgebender Decke (224 lx) liegt bei etwa vier zu eins. Das ist ein gesunder Wert: genug für eine scharfe Spiegelung, zu wenig für Blendung.

Die Wände erhalten 373 lx, das ist viel. Hell ausgeleuchtete Wände leisten zweierlei: Sie hellen die Schatten unter den Schwellern und in den Radkästen auf, und sie heben die Gesamthelligkeit so weit an, dass sich die Pupillen des Aufbereiters nicht jedes Mal verengen, wenn er vom dunklen Spiegelbild in den Raum blickt.

Licht zum Waschen ist anders als Licht zum Polieren

Laut Beschreibung dient die Box zum Waschen und zum Polieren. Das sind zwei verschiedene Sehaufgaben, und es lohnt sich, sie zu unterscheiden.

Waschen braucht gleichmäßiges, diffuses Licht. Sie wollen Schmutz sehen, keine Spiegelungen. Ideal sind eine helle Decke, helle Wände und keine harten Kontraste. Radkästen und Schweller müssen auch aus der Hocke gut zu sehen sein.

Polieren braucht das genaue Gegenteil: scharfe, gerichtete Lichtquellen mit dunklerer Umgebung, damit sich die Spiegelung im Lack lesen lässt.

Die ideale Box hat also zwei Modi. Das muss nicht kompliziert sein: Es genügt, die Reihen getrennt zu schalten und eine mobile Polierleuchte griffbereit zu haben. Eine einzige Decke kann nicht beide Aufgaben perfekt erfüllen – und dieser Entwurf ist mit 556 Lux und einer Gleichmäßigkeit von 0,627 ein vernünftiger Kompromiss, der näher am Waschen liegt.

Was Sie Ihren Lieferanten fragen sollten

Ob die Leuchten dimmbar sind und ob sie sich reihenweise schalten lassen. Beides kostet bei der Installation nur einen kleinen Aufpreis und lässt sich später nicht nachrüsten, ohne die Wand aufzustemmen.

Feuchtigkeit, Chemie und Schutzart

Das Letzte, was die Tabelle der Beleuchtungsstärken nicht verrät: In der Box wird mit Hochdruck gewaschen, und es kommt Chemie zum Einsatz.

Hier gehören geschlossene Leuchten mit widerstandsfähiger Abdeckung hin. Sprühwasser dringt überall hin, und Polierpaste setzt sich auf jeder waagerechten Fläche ab. Eine offene Leuchte verschmutzt innerhalb einer Saison, und ihr Lichtstrom sinkt. Der Wartungsfaktor von 0,67 berücksichtigt das – aber nur, wenn die Leuchten tatsächlich gereinigt werden.

Lichtstärkeverteilungskurve der eingesetzten LED-Linearleuchte
Lichtstärkeverteilungskurve. Breiter, nach unten gerichteter Lichtkegel – typisch für Linearleuchten bei niedrigen und mittleren Raumhöhen.

Die Anlage erreicht 91 lm/W. Achtzehn Leuchten à 66 W nehmen 1.188 W auf, also 12,00 W/m². Bezogen auf das erreichte Niveau ergibt das eine spezifische Anschlussleistung von 2,16 W/m² pro 100 lx – für einen so hell beleuchteten Raum ein solider Wert.

Die Flanke spiegelt nicht die Decke, sondern die Wand

Motorhaube und Dach liegen waagerecht, darin sehen Sie die Decke. Aber Türen, Kotflügel und Schweller stehen senkrecht – und in ihnen spiegelt sich die gegenüberliegende Wand der Box.

Der Bericht hält das fest: Die Wände erreichen im Mittel 373 lx, die Streuung ist aber groß – von 239 bis 851 lx. Wo die Wand am hellsten ist, spiegelt sich in der Fahrzeugflanke eine helle Fläche; wo sie dunkler ist, sieht der Aufbereiter nichts.

In der Praxis heißt das: Die Flanken lassen sich schwerer polieren als die Motorhaube. Das ist die häufigste Klage von Einsteigern im Detailing: Das Dach wird perfekt, die Türen bleiben voller Hologramme, die erst draußen in der Sonne auftauchen.

So helfen Sie sich

Leuchten tief entlang der Wände. Ein Lichtband in etwa anderthalb Metern Höhe an den Wänden gibt den Fahrzeugflanken eine eigene Linienspiegelung.

Eine Handleuchte zum Polieren. Das günstigste und wirksamste Werkzeug. Sie halten sie in verschiedenen Winkeln und sehen in der Spiegelung, was eine Deckenleuchte nie zeigt.

Das Auto etwas drehen. Klingt banal, funktioniert aber. Ein anderer Winkel zwischen Lack und Leuchte deckt Fehler auf, die in der Ausgangsposition verborgen waren.

Was die einzelnen Größen bedeuten

Spiegelbild der Leuchte im Lack
Das Werkzeug, mit dem Fehler gesucht werden: eine gerade Linie, die über einem Fehler bricht. Wie scharf die Spiegelung ist, hängt von der Form der Leuchte ab, nicht von der Beleuchtungsstärke.
Beleuchtungsstärke an der Decke
Beim Detailing entscheidend. Die Decke spiegelt sich in der Motorhaube, und ihre Helligkeit bestimmt den Kontrast der Spiegelung.
Linear- vs. Punktleuchte
Eine lange Röhre ergibt eine Linienspiegelung über das ganze Karosserieteil, ein Spot nur einen Punkt, um den herum Sie nichts sehen.
Diffuses vs. gerichtetes Licht
Zum Waschen braucht man diffuses, zum Polieren gerichtetes Licht. Eine Decke allein schafft nicht beides – getrennt schaltbare Reihen helfen.
Wartungsfaktor
Hier 0,67. In einem feuchten Betrieb mit Polierpaste gilt er nur, wenn die Leuchten regelmäßig gereinigt werden.

Fazit

Die Box mit 99,0 m² erreicht 556 lx bei einer Gleichmäßigkeit von 0,627 – mit achtzehn Linearleuchten und hell ausgeleuchteten Wänden und Decke. Zum Waschen und für die Vorbereitung ist das hervorragend.

Wenn Sie als Aufbereiter aber nur eines mitnehmen: Die Qualität Ihrer Politur hängt nicht von der Zahl der Lux ab, sondern von der Form dessen, was sich im Lack spiegelt. Lange, gerade Lichtbänder zeigen Fehler, die sich selbst unter dem besten Spot verstecken. Fragen Sie nach Anordnung und Leuchtenform, nicht nach der Wattzahl.

Eingesetzt wurden LED-Linearleuchten; geschlossene Ausführungen für feuchte Umgebungen finden Sie unter LED-Feuchtraumleuchten. Gern berechnen wir die Lichtplanung für Ihre Detailing-Box – auf Wunsch mit eigenem Modus zum Polieren.

Sie möchten eine Lichtstudie für Ihre Detailing- oder Waschbox? Senden Sie uns Maße, Montagehöhe und gewünschte Beleuchtungsstärke – Sie erhalten kostenlos eine Lichtberechnung und ein Angebot innerhalb von 24 Stunden (werktags).

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Industriehalle: So erkennen Sie ein sparsames Angebot an einer einzigen Zahl

Lichtstudie · Industriehalle

DIALux-Berechnung für eine Halle mit 3.300 m²: spezifische Leistung pro 100 Lux, Gleichmäßigkeit 0,43 und warum das bei einer großen Halle kein Mangel ist.

Was kostet Licht? Die Wattzahl verrät es nicht. 22 Kilowatt klingen nach viel, aber die Halle hat 3.300 m². Auch 6,67 W/m² reichen nicht, denn Sie wissen nicht, wie viel Licht Sie dafür bekommen. Die einzige ehrliche Zahl sind 1,24 W/m² pro 100 Lux – und das ist in dieser Halle ein bemerkenswert niedriger Wert.

Beleuchtungsstärke (Ø)536 lxauf 0,85 m
Spezifische Leistung1,24 W/m²pro 100 lx
Gleichmäßigkeit0,430niedrig – siehe unten
Min. / Max.231 / 631 lxRand vs. Mitte
Leuchten100×LED-Hallenstrahler
Anschlussleistung22,0 kW6,67 W/m²
Systemeffizienz112,8 lm/W24.819 lm je Leuchte
Halle3.300 m²lichte Höhe 6,5 m

Watt pro Quadratmeter und 100 Lux: der einzig faire Maßstab

Stellen Sie sich zwei Angebote vor. Halle eins: 8 W/m². Halle zwei: 12 W/m². Welche ist sparsamer? Das wissen Sie erst, wenn Sie fragen, wie viel Lux jede dafür liefert.

Erreicht die erste 300 lx und die zweite 800 lx, kommt die erste auf 2,7 und die zweite auf 1,5 W/m² pro 100 Lux. Das scheinbar sparsamere Angebot braucht pro Lux in Wahrheit fast doppelt so viel Strom – es ist nur dunkler.

Diese Halle liegt bei 1,24 W/m² pro 100 Lux. Zum Vergleich: Ein kleiner Saal mit Panels liegt üblicherweise um 2,7, eine Halle mit dichtem Leuchtenraster für Feinarbeit um 1,4. Eine niedrigere Zahl bedeutet eine effizientere Anlage – und vor allem eine effizientere Leuchte.

Woher der niedrige Wert kommt

Aus drei Dingen. Die Leuchte liefert 24.819 Lumen, das Gesamtsystem kommt auf 112,8 lm/W. Die Decke liegt hoch genug, dass der Reflektor das Licht verteilen kann, ohne es an die Wände zu verschwenden. Und der Reflexionsgrad der Decke von 70 % wirft einen Teil des Lichts wieder nach unten.

Praktische Folge: Läuft die Halle 4.000 Stunden im Jahr, verbraucht die Beleuchtung 88 MWh. Mit Leuchten mit 80 lm/W statt der heutigen 113 lm/W wären es über 124 MWh – ein Unterschied von 36 MWh pro Jahr, über die gesamte Lebensdauer der Anlage.

Gleichmäßigkeit 0,43 – bei einer Halle dieser Größe kein Fehler

Mittelwert 536 lx, der dunkelste Punkt aber nur 231 lx. Das ergibt 0,430 – und sieht schlecht aus. Schauen wir auf den Plan.

Isolinien der Beleuchtungsstärke in einer Industriehalle 66 × 50 m
Isolinien auf der Nutzebene in 0,85 m Höhe in der Halle 66 × 50 m. Innen ein durchgehendes Niveau um 540 lx, am Rand ein schmaler Streifen mit Abfall auf 450 lx und darunter.

Im Inneren der Halle ändern sich die Isolinien kaum – eine zusammenhängende Fläche um 540 Lux über Dutzende Meter. Der Abfall beginnt erst in einem schmalen Streifen an den Außenwänden, wo der Hallenstrahler aus sechseinhalb Metern unter flachem Winkel nicht mehr hinreicht und die Wand mit 50 % Reflexionsgrad kaum hilft.

Der Bericht bestätigt das mit einer Zahl: Nur 7,5 % der Fläche liegen unter 400 Lux. Über 92 Prozent der Halle liegen also darüber. Die „schlechte“ Gleichmäßigkeit beschreibt einen vielleicht zwei Meter breiten Streifen entlang der Wände, wo Regale und Schaltschränke stehen.

Wann es stören würde

Wenn an der Außenwand ein Arbeitsplatz stünde. Dann werden nicht in der ganzen Halle Leuchten ergänzt, sondern eine Reihe entlang der Wand. Das Niveau auf dreitausend Quadratmetern wegen einer Werkbank anzuheben, würde Dutzende Kilowatt zusätzlich kosten.

107 Lux an der Decke – und das ist wenig

Die Berechnung weist auch die Beleuchtungsstärke von Flächen aus, die niemand bewusst beleuchtet: Decke 107 lx, Wände 198 lx, Boden 529 lx.

Das Verhältnis von Decke zu Boden liegt bei etwa eins zu fünf. Das ist sehr niedrig und der Preis des Hallenstrahlers: Der Reflektor lenkt das Licht nach unten und lässt nach oben nur ein Minimum durch.

Die Folge spürt man: Eine Halle mit dunkler Decke wirkt niedriger, als sie ist. Die Dachkonstruktion verschwindet im Halbdunkel, der Raum schließt sich optisch. In einer Halle, in der Menschen acht Stunden arbeiten, ist das nicht unerheblich.

Wer das verbessern will, darf nicht zu stärkeren Hallenstrahlern greifen – die schicken noch mehr Licht nach unten. Die Lösung ist entweder eine Leuchte mit einem kleinen Lichtanteil nach oben oder ein hellerer Anstrich der Konstruktion. Eine weiße Decke mit 70 % Reflexionsgrad ist hier bereits vorhanden; wäre sie grau, sänke der Wert an der Decke auf rund sechzig Lux – und mit ihm die Beleuchtungsstärke unten.

Hundert Leuchten, eine Kurve

Das Polardiagramm zeigt, wie die Leuchte ihr Licht auf die Richtungen verteilt.

Lichtstärkeverteilungskurve des eingesetzten LED-Hallenstrahlers
Lichtstärkeverteilungskurve: ein symmetrischer, nach unten gerichteter Lichtkegel – typisch für Industrieleuchten in großer Montagehöhe.

Die Kurve ist symmetrisch und zeigt nach unten. Aus 6,5 Metern Höhe ist das die einzig sinnvolle Strategie: das Licht auf den Boden bringen, nicht auf die Stahlkonstruktion.

Das Berechnungsraster umfasst 128 × 128 Punkte – das Programm hat die Beleuchtungsstärke also an sechzehntausend Stellen der Halle berechnet. Das ist keine Marketingangabe: Ein dichtes Raster ist der einzige Weg, Einbrüche zwischen den Leuchten und an den Wänden zu erfassen. Wer eine Halle auf einem Raster von 10 × 10 berechnet, dem fallen die dunklen Stellen aus dem Ergebnis.

Der Wartungsfaktor 0,67 berücksichtigt Staub und die Alterung der LED-Chips. Die angegebenen 536 lx hält die Halle also dauerhaft – nicht nur am Tag der Abnahme.

Wann sich der Austausch selbst bezahlt

Die meisten Hallen dieser Größe waren früher mit Entladungslampen ausgestattet – Halogen-Metalldampf- oder Natriumdampflampen. Ihre Effizienz lag bei etwa 70 bis 90 lm/W, allerdings im Neuzustand. Nach einigen Tausend Betriebsstunden sank sie deutlich.

Grob gerechnet: Um denselben Lichtstrom zu liefern wie die heutigen 100 LED-Leuchten, bräuchten Entladungslampen rund 31 Kilowatt statt 22. Bei viertausend Stunden im Jahr ergibt das einen Unterschied von etwa 36 MWh pro Jahr.

Die Einsparung liegt nicht nur beim Strom

  • Lampenwechsel. Eine Entladungslampe hält einige Tausend Stunden, eine LED Zehntausende. In sechseinhalb Metern Höhe bedeutet jeder Wechsel Hubarbeitsbühne, Elektriker und Betriebsunterbrechung. Bei hundert Leuchten ist das ein Posten, der oft schwerer wiegt als der Strom selbst.
  • Anlaufzeit. Eine Entladungslampe braucht Minuten bis zur vollen Helligkeit und muss nach einem Stromausfall erst abkühlen, bevor sie wieder zündet. LED leuchtet sofort. In einer Halle, die nach Schichten oder Bewegung beleuchtet wird, kann man also abschalten – und die günstigste Kilowattstunde ist immer die, die nicht verbraucht wird.
  • Wärme. Die gut 30 Kilowatt der Entladungslampen werden zu einem großen Teil zu Wärme unter dem Dach. Im Sommer muss die Klimatisierung sie wieder abführen – diese Energie bezahlen Sie also zweimal.

Die Amortisationszeit eines Beleuchtungstauschs in einer Halle dieser Größe liegt deshalb meist bei wenigen Jahren – und je teurer der Strom und je länger die Brenndauer, desto schneller.

Was die einzelnen Kennzahlen bedeuten

W/m² pro 100 lx
Verbrauch bezogen auf das erreichte Licht. Der einzige Weg, Angebote mit unterschiedlichem Beleuchtungsniveau fair zu vergleichen.
Anteil der Punkte unter 400 lx
Wie viel Prozent der Fläche das Niveau nicht erreichen. Ergänzt die Gleichmäßigkeit um die Information, wie groß der dunklere Bereich tatsächlich ist.
Berechnungsraster
Dichte der Kontrollpunkte. Ein grobes Raster erfasst Einbrüche zwischen den Leuchten nicht.
Beleuchtungsstärke an der Decke
Bei Hallenstrahlern meist niedrig. Sie beeinflusst das Raumgefühl, nicht die Sehleistung.
Systemeffizienz (lm/W)
Wie viele Lumen die gesamte Anlage pro Watt liefert. Der wichtigste Parameter für die langfristigen Kosten.

Fazit

Die Halle mit 3.300 m² erreicht 536 lx mit 22,0 kW, also 1,24 W/m² pro 100 Lux. Die Gleichmäßigkeit von 0,430 wirkt schwach, solange man nicht weiß, dass nur 7,5 % der Fläche unter 400 Lux liegen.

Wenn Sie Angebote für Ihre Hallenbeleuchtung vergleichen, rechnen Sie sie auf Watt pro Quadratmeter und 100 Lux um. Das ist ein einfacher Dreisatz und zeigt, wer effiziente Leuchten anbietet – und wer nur spart, indem er eine dunklere Halle plant. Die zweite Frage lautet dann: Wo genau liegt das Minimum? An der Wand hinter dem Regal interessiert es niemanden.

Die Leuchten aus diesem Entwurf finden Sie unter LED-Hallenbeleuchtung. Die Berechnung samt spezifischer Leistung für Ihre Halle erstellen wir kostenlos.

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Lagerhalle: Gleichmäßigkeit 0,4 kann ein sehr guter oder ein schlechter Entwurf sein

Lichtstudie · Lagerhalle

DIALux-Berechnung für ein Lager mit 653 m²: Isolinien, die niedrigste spezifische Leistung unserer Lichtstudien und eine Frage, die keine Tabelle beantwortet – wo genau liegt der dunkelste Punkt?

Der sparsamste Raum unserer Lichtstudien: Das Lager mit 652,8 m² wird mit 1.936 W beleuchtet, also mit 1,11 W/m² pro 100 Lux. Gleichzeitig hat es die niedrigste Gleichmäßigkeit (0,406) und die dunkelste Decke (52 lx) von allen. Beides hängt zusammen – und beides ist in Ordnung.

Beleuchtungsstärke (Ø)267 lxLagerboden
Spezifische Leistung1,11 W/m²pro 100 lx
Gleichmäßigkeit0,406niedrig, aber erklärbar
An den Wänden (Ø)115 lxsenkrechte Flächen bekommen wenig
An der Decke (Ø)52 lxfünfmal weniger als am Boden
Leuchten44×staubdichte LED-Leuchte
Anschlussleistung1.936 W2,97 W/m²
Lager34 × 19,2 m652,8 m², Decke 3,5 m

Leuchtenreihen entlang der Regale

Der Plan zeigt Isolinien – Linien, die Punkte gleicher Beleuchtungsstärke verbinden. Die roten Rechtecke sind die Leuchten.

Isolinien der Beleuchtungsstärke in einer Lagerhalle mit Regalen
Isolinien auf der Nutzebene in 0,85 m Höhe im Lager 34 × 19,2 m. Entlang der vier Leuchtenreihen Bänder über 300 lx, zwischen den Reihen und an den Wänden ein Abfall auf 180 lx und darunter. Minimum 108 lx, Maximum 396 lx.

Die Leuchten bilden vier Längsreihen, dazwischen liegen deutliche Bänder mit niedrigeren Werten. Das ist keine Nachlässigkeit – die Reihen folgen den Gängen, nicht einer gleichmäßigen Abdeckung des Bodens. Wo ein Regal steht, ist Licht am Boden überflüssig: Dort geht niemand, und dort liegt nichts.

Der Bericht weist außerdem aus, dass 100 % der Fläche unter 400 Lux liegen. Der hellste Punkt im Lager hat 396 lx. Nirgends gibt es auch nur einen Lux mehr als nötig.

Das Berechnungsraster umfasst 128 × 128 Punkte – über sechzehntausend Kontrollpunkte auf gut sechshundert Quadratmetern. Genau deshalb sind die Einbrüche zwischen den Reihen im Ergebnis sichtbar geblieben.

Gleichmäßigkeit 0,406: Wo liegt das Minimum?

Der dunkelste Punkt hat 108 lx, der Mittelwert 267 lx. Ein Verhältnis von 0,406 wäre im Büro ein Reklamationsgrund. Im Lager ist das anders.

Sehen Sie sich den Plan noch einmal an: Das Minimum liegt an den Außenwänden und in den Ecken, wo die Regale mit dem Rücken zur Wand stehen. In der Mitte der Gänge, wo der Stapler fährt und kommissioniert wird, halten sich die Werte um dreihundert Lux.

Hätte der Planer die Gleichmäßigkeit nach oben getrieben, hätte er Leuchten entlang der Wände ergänzen müssen – und damit die Rückseiten der Regale beleuchtet, auf die nie jemand schaut. Sie hätten für beleuchtetes Blech bezahlt.

Was dagegen falsch wäre

Wenn das Minimum mitten im Gang läge. Dann würde der Lagerist mit dem Stapler vom Licht in den Schatten fahren, Abstände schlechter einschätzen und Etiketten schlechter lesen – bei exakt derselben Gleichmäßigkeit.

Das ist die ganze Lehre: Im Lager ist die Gleichmäßigkeit ohne Plan wertlos. Fragen Sie immer, wo der dunkelste Punkt liegt.

Das Regal ist senkrecht, der Boden waagerecht

Die Berechnung misst die Beleuchtungsstärke auf einer waagerechten Ebene in 0,85 m Höhe – dort ergeben sich 267 lx. Die Ware liegt aber nicht auf dem Boden, sondern im Regal, und die Regalfront ist eine senkrechte Fläche.

Der nächstliegende Wert, den der Bericht für senkrechte Flächen liefert, ist die Beleuchtungsstärke an den Wänden: 115 lx im Mittel, mit einem Minimum von nur 39 lx. Das ist knapp die Hälfte dessen, was am Boden ankommt.

Das lässt sich verallgemeinern: Auf eine senkrechte Fläche fällt von einer üblichen Deckenleuchte deutlich weniger Licht als auf eine waagerechte. Das Licht kommt von oben, und die Regalfront steht fast parallel dazu.

Wann das zum Problem wird

Sobald im Regal Etiketten und Barcodes gelesen oder Waren nach der Farbe der Verpackung unterschieden werden. Hundertfünfzig Lux auf einem Etikett im Schatten des oberen Fachs sind zu wenig. Greift der Lagerist zur Taschenlampe seines Handys, ist das ein Signal, dass der Entwurf etwas übersehen hat.

Die Lösung ist nicht, das Niveau im ganzen Lager von 267 auf 400 Lux anzuheben. Das würde fast die Hälfte mehr Leuchten bedeuten – für Flächen, auf denen niemand etwas liest. Die Lösung sind Leuchten, die in den Gang ausgerichtet sind statt senkrecht nach unten, oder schmale Leuchten direkt über dem Gang statt über dem Regal.

52 Lux an der Decke: das Lager als Höhle

Die Decke erhält 52 lx. Das ist ein Fünftel dessen, was am Boden ankommt, und der niedrigste Wert aller Räume unserer Studienreihe – obwohl die Decke 70 % des Lichts reflektiert.

Der Grund liegt in der Optik der Leuchten. Eine staubdichte Leuchte mit Diffusor schickt fast das gesamte Licht nach unten. Nach oben geht kaum etwas, und die Decke wird nur durch das Licht aufgehellt, das vom Boden zurückgeworfen wird – und der reflektiert nur zwanzig Prozent.

Praktisch bedeutet das: Das Lager wirkt niedriger, als es ist. Das Dach verschwindet im Halbdunkel, der Raum schließt sich optisch. Für die Lagerung spielt das keine Rolle. Für Menschen, die dort acht Stunden arbeiten, ist es nicht angenehm.

Interessant ist die Gleichmäßigkeit an der Decke: 0,768 – deutlich besser als am Boden. Reflektiertes Licht ist gestreut und verteilt sich gleichmäßig. Es ist schwaches, aber ruhiges Licht.

Lichtstärkeverteilungskurve der eingesetzten staubdichten LED-Leuchte
Lichtstärkeverteilungskurve: ein breiter, nach unten gerichteter Lichtkegel, oberhalb der Waagerechten praktisch nichts – typisch für eine staubdichte Leuchte.

1,11 Watt: warum das Lager so günstig im Betrieb ist

Die gesamte Halle wird mit 1.936 W beleuchtet, also mit 2,97 W/m². Bezogen auf das Licht sind das 1,11 W/m² pro 100 Lux. Zum Vergleich: Ein Grafikstudio kommt bei derselben Kennzahl auf fast das Dreifache.

Dafür sorgen drei Dinge zusammen:

  • Niedriges Zielniveau. Ein Lager braucht rund zweihundert Lux, nicht siebenhundertfünfzig. Jedes eingesparte Lux ist ein eingespartes Watt.
  • Große Fläche. Auf gut sechshundert Quadratmetern geht an den Wänden nur ein kleiner Teil des Lichts verloren. In einem Raum mit 25 m² ist das Verhältnis von Umfang zu Fläche ungleich schlechter.
  • Effiziente Leuchten. 107 lm/W für das Gesamtsystem sind ein sehr guter Wert. 44 Leuchten mit je 44 W liefern zusammen 207.123 Lumen.

Der Wartungsfaktor 0,80 entspricht einem sauberen Lager für Elektromaterial, in dem es nicht staubt wie in einer Werkstatt. In einem staubigen Lager – etwa für Baustoffe – müsste er niedriger angesetzt werden, und die Zahl der Leuchten würde steigen.

Was die Berechnung nicht abdeckt: die Notbeleuchtung

Dieser Bericht berechnet die Allgemeinbeleuchtung. Es gibt aber ein zweites, unabhängiges System, das keine dieser Zahlen beschreibt und nach dem bei der Abnahme als Erstes gefragt wird.

Bei einem Stromausfall muss im Lager so viel Licht bleiben, dass alle den Weg nach draußen finden. Die Werte liegen eine Größenordnung unter der Allgemeinbeleuchtung: Nach DIN EN 1838 und ASR A3.4/3 genügt auf der Mittellinie des Fluchtwegs mindestens 1 Lux. Es geht nicht ums Arbeiten, sondern darum, nicht zu stolpern und den Weg zu sehen.

Drei Dinge, die im Lager unterschätzt werden

  • Der Gang zwischen den Regalen ist ein Fluchtweg. Hohe Regale machen daraus einen Tunnel. Eine Notleuchte außerhalb der Gangachse beleuchtet das Regal, nicht den Boden, auf dem man geht.
  • Das Rettungszeichen über der Tür muss aus der ganzen Ganglänge erkennbar sein. Aus dreißig Metern ist ein Piktogramm klein – die Zeichengröße richtet sich nach der Erkennungsweite.
  • Akkus werden geprüft. Eine Notleuchte ohne regelmäßigen Test ist nur ein Kasten an der Wand. Nach ein paar Jahren leuchtet sie nicht mehr, und niemand merkt es – bis der Strom ausfällt.

Die Notbeleuchtung wird separat geplant, mit eigener Berechnung und eigener Dokumentation. Bietet Ihnen ein Lieferant die Lagerbeleuchtung an, ohne sie zu erwähnen, ist das keine Einsparung – es fehlt ein Teil des Projekts. Passende Leuchten finden Sie unter LED-Notbeleuchtung.

Was die einzelnen Kennzahlen bedeuten

Gleichmäßigkeit ohne Plan
Die Zahl allein sagt nichts. Entscheidend ist, ob der dunkelste Punkt im Gang liegt oder hinter dem Regal an der Wand.
Senkrechte vs. waagerechte Fläche
Eine Deckenleuchte beleuchtet den Boden deutlich besser als die Regalfront. Etiketten werden aber senkrecht gelesen.
Beleuchtungsstärke an der Decke
Bei Leuchten mit Diffusor meist niedrig. Sie beeinflusst nicht die Sehleistung, wohl aber das Raumgefühl.
Spezifische Leistung pro 100 lx
Große Räume mit niedrigem Niveau schneiden am besten ab, kleine Räume mit hohem Niveau am schlechtesten.
Berechnungsraster 128 × 128
Über sechzehntausend Punkte. Ein grobes Raster hätte die Einbrüche zwischen den Leuchtenreihen nicht gezeigt.

Fazit

Das Lager mit 652,8 m² erreicht 267 lx mit 1.936 W. Die Gleichmäßigkeit von 0,406 sieht schlecht aus, aber das Minimum liegt hinter den Regalen an den Wänden, nicht in den Gängen. Nirgends wird überbeleuchtet.

Zwei Dinge für Ihr eigenes Lager. Erstens: Lassen Sie sich den Plan mit Isolinien zeigen, nicht nur die Tabelle. Eine Gleichmäßigkeit von 0,4 kann einen hervorragenden oder einen schlechten Entwurf bedeuten – das erkennt man nur daran, wo der dunkle Bereich liegt.

Zweitens: Fragen Sie nach dem Regal, nicht nach dem Boden. Kommissioniert wird nicht vom Boden. Werden in Ihrem Lager kleine Etiketten gelesen, brauchen Sie Licht, das in den Gang gerichtet ist – keinen gleichmäßigen Teppich über den Regalen.

Die im Entwurf verwendeten Leuchten finden Sie unter LED-Feuchtraumleuchten. Die Berechnung für Ihr Lager – einschließlich der Bewertung der Gänge – erstellen wir kostenlos.

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Produktionshalle: Zwei Meter Kette sparen zehn Leuchten

Lichtstudie · Produktionshalle

DIALux-Berechnung für eine Halle von 24 × 96 Metern: Isolinien, Abhängehöhe und warum eine lange, schmale Halle nie die Gleichmäßigkeit einer quadratischen erreicht.

Die Decke liegt bei zwölf Metern, die Leuchten hängen auf zehn. Diese zwei Meter Kette sind keine Bequemlichkeit des Montagebetriebs – sie entscheiden darüber, ob die Halle die geforderten 300 Lux erreicht oder zehn Leuchten mehr braucht.

Ergebnis: 331 lx.

Beleuchtungsstärke (Ø)331 lxAnforderung 300 lx
Abhängehöhe10,0 mDecke bei 12,0 m
Gleichmäßigkeit0,484lange, schmale Halle
Min. / Max.160 / 400 lxRand vs. Mitte
Leuchten50×LED-Hallenstrahler
Anschlussleistung10,0 kW4,34 W/m²
Systemeffizienz124,1 lm/W1,31 W/m² pro 100 lx
Halle24 × 96 m2.304 m²

Fünfzig Leuchten in einer fast hundert Meter langen Halle

Der Plan zeigt Isolinien – Linien, die Punkte gleicher Beleuchtungsstärke verbinden. Die roten Punkte sind die Leuchten.

Isolinien der Beleuchtungsstärke in einer Produktionshalle 24 × 96 m
Isolinien auf der Nutzebene in 0,85 m Höhe. Innen ein durchgehendes Niveau um 350 lx, am Rand ein Abfall auf 250 lx, in den Ecken unter 200 lx. Minimum 160 lx.

Die Halle ist viermal so lang wie breit. Im Inneren verlaufen die Isolinien in langen, parallelen Bändern, die Werte ändern sich kaum. Der Abfall beginnt erst an den Außenwänden.

Der Bericht liefert dazu eine bemerkenswerte Zahl: 99,98 % der Fläche liegen unter 400 Lux, das Maximum der gesamten Halle beträgt 400 lx. Nirgends wird also überbeleuchtet – der Entwurf trifft das Ziel genau und keinen Lux darüber.

Zwei Meter Kette: die günstigste Optimierung überhaupt

Die Hallendecke liegt bei 12,0 Metern. Die Leuchten könnten direkt am Binder montiert werden. Stattdessen hängen sie an Ketten auf 10,0 Metern.

Der Grund ist reine Geometrie: Die Beleuchtungsstärke nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab. Hängt die Leuchte auf zehn statt zwölf Metern, verkürzt sich der Weg zur Nutzebene von gut elf auf gut neun Meter – und die Beleuchtungsstärke direkt darunter steigt um rund fünfzig Prozent.

Umgekehrt gesagt: Blieben die Leuchten oben, bräuchte die Halle deutlich mehr Stück für denselben Wert. Eine Kette kostet ein paar Euro, eine Leuchte ein Vielfaches davon.

Wo die Grenze liegt

Beliebig tief hängen geht nicht. Je tiefer eine Leuchte hängt, desto kleiner ist die Fläche, die sie ausleuchtet, und desto schlechter überlappen die Lichtkegel benachbarter Leuchten. Die Gleichmäßigkeit sinkt, zwischen den Leuchten entstehen dunklere Zonen.

Die zweite Grenze ist der Betrieb. In der Produktionshalle fahren Kran oder Gabelstapler, und eine Leuchte im Fahrweg des Krans ist nur eine Frage der Zeit. Zehn Meter sind oft der Kompromiss zwischen Lichtausbeute und lichtem Durchfahrtsprofil.

Die dritte Grenze ist die Wartung. An eine Leuchte in zehn Metern Höhe kommt man mit der Hubarbeitsbühne. An eine in zwölf Metern auch – aber teurer.

Gleichmäßigkeit 0,484 und die Form der Halle

Das Verhältnis des dunkelsten Punkts zum Mittelwert beträgt 0,484. Das Minimum von 160 lx liegt in den Ecken.

Hinter dieser Zahl steckt die Hallenform. 24 zu 96 Meter entspricht einem Verhältnis von eins zu vier – ein langer, schmaler Tunnel. Ein solcher Raum hat im Verhältnis zu seiner Fläche einen außergewöhnlich großen Umfang, und genau am Rand geht Licht verloren. Fachlich spricht man vom Raumindex: Je kompakter die Halle, also je näher am Quadrat, desto besser hält sie das Licht. Eine lange, schmale Halle braucht für dieselbe Gleichmäßigkeit mehr Leuchten als eine quadratische gleicher Fläche.

Der zweite Faktor ist die Höhe. Eine zwölf Meter hohe Decke bedeutet ein großes Volumen, in dem sich das Licht verteilt. Und die Wände mit 50 % Reflexionsgrad sind so hoch, dass ein erheblicher Teil des reflektierten Lichts nie auf die Nutzebene zurückkommt.

Ist das ein Problem?

In einer Produktionshalle in der Regel nicht. Das Minimum liegt an den Wänden und in den Ecken, wo Regale, Schaltschränke und Stapler stehen. Im Produktionsbereich in der Mitte ist das Niveau ausgeglichen. Steht dagegen ein Arbeitsplatz in einer Ecke, ist das ein Grund, dort eine zusätzliche Leuchtenreihe vorzusehen – nicht das Niveau der gesamten 2.300 Quadratmeter anzuheben.

65 Lux an der Decke: der Preis des Hallenstrahlers

Die Decke erhält 65 lx, also ein Fünftel dessen, was auf der Nutzebene ankommt, die Wände 129 lx. Ein Hallenstrahler lenkt das Licht nach unten – das ist seine Aufgabe, und bei zwölf Metern Deckenhöhe ist er die einzig sinnvolle Wahl. Der Preis dafür ist ein dunkles Dachtragwerk.

Interessant ist die Gleichmäßigkeit an der Decke von 0,672 – deutlich besser als am Boden. Das Licht, das die Decke erreicht, ist reflektiert und gestreut: wenig, aber gleichmäßig verteilt.

Praktische Folge: Die Halle wirkt optisch niedriger, als sie ist, die Konstruktion verschwindet im Halbdunkel. Für die Produktion spielt das keine Rolle. Für das Empfinden der Menschen, die dort acht Stunden arbeiten, schon ein wenig – und dagegen hilft ein heller Anstrich der Deckenkonstruktion, nicht zusätzliche Leuchten.

Lichtstärkeverteilungskurve des eingesetzten LED-Hallenstrahlers
Lichtstärkeverteilungskurve: ein enger, nach unten gebündelter Lichtkegel – typisch für Hallenstrahler in großer Montagehöhe.

1,31 Watt pro 100 Lux

Fünfzig Leuchten mit je 200 W ergeben 10,0 kW, also 4,34 W/m² auf 2.304 m². Bezogen auf das erreichte Licht sind das 1,31 W/m² pro 100 Lux.

Ein sehr guter Wert, hinter dem drei Dinge stehen: eine effiziente Leuchte (124,1 lm/W), eine große Fläche, auf der sich die Verluste an den Wänden verteilen, und ein niedriges Zielniveau – 300 Lux sind für eine Produktion eine bescheidene Anforderung.

Wenn die Halle mehr Licht bräuchte

Das doppelte Niveau bedeutet ungefähr doppelt so viele Leuchten und die doppelte Leistung. Die spezifische Leistung pro 100 Lux bleibt aber fast gleich – genau das ist der Sinn dieser Kennzahl. Sie erlaubt, eine Halle mit 300 Lux mit einer Halle mit 600 Lux zu vergleichen und zu erkennen, welche die besseren Leuchten hat – nicht nur, welche dunkler ist.

Der Wartungsfaktor 0,67 berücksichtigt den Staub, der sich in zehn Metern Höhe auf den Abdeckungen absetzt – dort, wo niemand regelmäßig hinaufsteigen will.

Hundert Meter Länge und ein einziger Schalter

Eine fast hundert Meter lange Halle hat eine Eigenschaft, die keine Berechnung abbildet: Selten wird überall gleichzeitig gearbeitet.

Fünfzig Leuchten mit je 200 Watt bedeuten, dass jedes Einschalten zehn Kilowatt kostet. Wird nachmittags nur in einem Drittel der Halle gearbeitet, leuchten die anderen zwei Drittel für niemanden.

Die Halle in Abschnitte teilen

Die einfachste Maßnahme des ganzen Projekts – und die am häufigsten vergessene. Fünfzig Leuchten auf drei bis vier Stromkreise entlang der Halle aufzuteilen, kostet beim Bau nur ein paar zusätzliche Sicherungen und etwas Kabel. Nachträglich kostet es ein Vielfaches.

Die Einsparung ist nicht theoretisch: Wird im Zweischichtbetrieb in der zweiten Schicht nur die halbe Halle beleuchtet, sparen Sie jährlich Energie in der Größenordnung von Megawattstunden.

Und Bewegungsmelder?

In der Produktionshalle mit Bedacht. Technisch spricht nichts dagegen, denn LED-Hallenstrahler sind sofort hell. Das Problem ist die Sicherheit: Ein dunkler Gang, in den ein Stapler einfährt, ist gefährlich. Ein vernünftiger Kompromiss ist eine dauerhafte, gedimmte Grundbeleuchtung, die bei Bewegung auf volle Leistung hochfährt.

Was die einzelnen Kennzahlen bedeuten

Abhängehöhe
Höhe der Leuchte über dem Boden, nicht die Deckenhöhe. Zwei Meter tiefer erhöhen die Beleuchtungsstärke unter der Leuchte deutlich.
Raumindex
Verhältnis von Raumabmessungen und Höhe. Eine lange, schmale, hohe Halle hat im Verhältnis zur Fläche einen großen Umfang und hält das Licht schlechter.
Seitenverhältnis 1 : 4
Halle 24 × 96 m. Eine quadratische Halle gleicher Fläche hätte bei gleicher Leuchtenzahl eine bessere Gleichmäßigkeit.
Beleuchtungsstärke an der Decke
Bei Hallenstrahlern meist sehr niedrig. Sie beeinflusst die wahrgenommene Raumhöhe, nicht die Sehleistung.
Anteil der Punkte unter 400 lx
Fast hundert Prozent. Der Entwurf trifft das geforderte Niveau genau und überbeleuchtet nirgends.

Fazit

Die Halle mit 2.304 m² erreicht 331 lx bei geforderten 300 lx – mit 10,0 kW. Die Gleichmäßigkeit von 0,484 ergibt sich aus der Form: Eine lange, schmale Halle kann nicht anders ausfallen.

Eine praktische Lehre zum Schluss: Bevor Sie Leuchten hinzufügen, fragen Sie, wie hoch sie hängen werden. Zwei Meter Kette leisten in diesem Fall, was Sie sonst mit zehn Leuchten samt Verkabelung bezahlen würden. Es ist der günstigste Parameter des ganzen Entwurfs – und der am häufigsten übersehene.

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