Oberschwingungen

Oberschwingungen sind Strom- oder Spannungsanteile mit einem ganzzahligen Vielfachen der Netzfrequenz, etwa 150 Hz oder 250 Hz. Sie entstehen, weil elektronische Geräte wie LED-Treiber den Strom nicht sinusförmig aus dem Netz entnehmen.

Ihr Anteil wird als THD (Total Harmonic Distortion) in Prozent angegeben, also als Verhältnis aller Oberschwingungen zur Grundschwingung. Hochwertige LED-Treiber liegen bei Volllast meist unter 20 %, oft deutlich darunter. Für Beleuchtungseinrichtungen begrenzt DIN EN 61000-3-2 (Klasse C) die zulässigen Oberschwingungsströme.

Warum das wichtig ist:

  • In Drehstromnetzen heben sich die Oberschwingungen dritter Ordnung (150 Hz) im Neutralleiter nicht auf, sondern addieren sich. In großen LED-Anlagen kann der Neutralleiter dadurch stärker belastet sein als die Außenleiter.
  • Oberschwingungen erwärmen Transformatoren und Leitungen zusätzlich und können empfindliche Geräte stören.
  • Sie verschlechtern den Leistungsfaktor.

Unser Tipp: Achten Sie bei Hallen, Büros und Sportanlagen mit vielen Leuchten auf Treiber mit aktiver Leistungsfaktorkorrektur und niedrigem THD, und lassen Sie die Elektrofachkraft den Querschnitt des Neutralleiters prüfen. Wann Netzfilter zusätzlich helfen, erklärt der Ratgeber EMV-Filter für LED-Beleuchtung auswählen.