Leistungsfaktor
Der Leistungsfaktor (λ, englisch Power Factor, PF) ist das Verhältnis von Wirkleistung zu Scheinleistung. Er liegt zwischen 0 und 1; je näher er an 1 liegt, desto weniger belastet ein Gerät das Netz mit unnötigem Strom.
Ein niedriger Leistungsfaktor bedeutet: Das Gerät zieht mehr Strom aus dem Netz, als für seine Wirkleistung nötig wäre. Bei LED-Treibern hat das zwei Ursachen – eine Phasenverschiebung zwischen Strom und Spannung, beschrieben durch cos φ, und einen nicht sinusförmigen Strom mit Oberschwingungen. Der Leistungsfaktor λ berücksichtigt beides; cos φ allein fällt deshalb oft zu günstig aus.
- Einfache Treiber ohne Korrektur erreichen häufig nur 0,5 bis 0,7.
- Treiber mit aktiver Leistungsfaktorkorrektur (PFC) liegen meist über 0,9, bei Volllast oft über 0,95.
Die Ökodesign-Verordnung (EU) 2019/2020 schreibt für LED-Lichtquellen, die direkt an der Netzspannung arbeiten, Mindestwerte des Verschiebungsfaktors vor, gestaffelt nach Leistung; über 25 W sind es 0,9.
Wichtig ist der Leistungsfaktor in großen Anlagen: Viele Leuchten mit schlechtem Wert erhöhen den Strom in Leitungen und Transformatoren, und bei Gewerbekunden kann Blindarbeit zusätzlich abgerechnet werden. Achten Sie bei Hallen-, Straßen- und Sportbeleuchtung deshalb auf einen LED-Treiber mit PFC. Worauf Kommunen beim Umstieg achten, zeigt der Ratgeber LED-Straßenleuchten statt Natriumdampf.
