Lichtstudie · Squashcourt
Lichtberechnung für einen Squashcourt mit 6,40 × 9,75 m. Berechnungsebene in Brusthöhe, beleuchtete senkrechte Wände und fünfzehn Linearleuchten, die den Spieler beim hohen Ball nicht blenden.
Beim Squash ist die Wand das Spielfeld. Der Ball wird gegen die Stirnwand geschlagen, und der Spieler verfolgt, wie er von dort zurückkommt. Das ändert alles, was Sie von der Beleuchtung erwarten: Es kommt weniger darauf an, wie viel Licht auf dem Boden ankommt, als darauf, wie viel auf den senkrechten Flächen ankommt.
Die Berechnung legt das schon in der Aufgabenstellung fest. Die Beleuchtungsstärke wird hier nicht in den üblichen 85 Zentimetern über dem Boden berechnet, sondern in 1,200 Metern Höhe. Und die Wände erhalten 555 lx – fast so viel wie die Spielebene. Das sehen Sie bei keiner anderen Sportstätte.
Ein Standardcourt auf den Zentimeter genau
Der Court misst 6,40 × 9,75 Meter. Das ist keine zufällige Zahl – es ist das exakte Maß eines Squash-Einzelcourts nach den Regeln. Fläche 62,41 m², lichte Höhe 5,640 m.
Squash wird in einer geschlossenen Box gespielt. Vier Wände, Decke, Boden – und alle außer der Decke sind im Spiel. Die Stirnwand ist das Ziel, die Seitenwände werden für Abpraller genutzt, die Rückwand stoppt den Ball. Während eines Ballwechsels dreht sich der Spieler einmal um die eigene Achse und blickt in alle Richtungen.
Deshalb wird höher gerechnet
In 1,200 Metern Höhe befinden sich ungefähr Ball und Schläger im Moment des Schlags. Die Beleuchtungsstärke in dieser Ebene sagt aus, ob der Spieler den schwarzen Gummiball sieht – und der ist klein, dunkel und fliegt mit über 200 Kilometern pro Stunde.
Die Spielebene kommt auf 665 lx bei einer Gleichmäßigkeit von 0,684. Dunkelste Stelle 455, hellste 794. Bei einem Sport, in dem es um Zehntelsekunden geht, ist ausgeglichenes Licht wichtiger als seine absolute Menge – jeder Schatten auf der Flugbahn kostet einen Ballwechsel.
Wo im Court überall Licht ankommt
| Fläche | Beleuchtungsstärke (Ø) | Minimum | Maximum | Reflexionsgrad |
|---|---|---|---|---|
| Spielebene (1,2 m) | 665 lx | 455 lx | 794 lx | – |
| Boden | 564 lx | 402 lx | 658 lx | 52 % |
| Wände (4) | 555 lx | 308 lx | 1.166 lx | 50 % |
| Decke | 457 lx | 251 lx | 8.304 lx | 70 % |
Lesen Sie die zweite und dritte Zeile. Der Boden hat 564 lx, die Wände 555. In einem normalen Raum bekämen die Wände nur einen Bruchteil dessen, was auf den Boden fällt. Hier liegen sie fast gleichauf – weil die Wände das Spielfeld sind.
Der Sprung beim Maximum der Decke
Die Decke erreicht im Maximum 8.304 lx. Das ist kein Tippfehler. Es ist der Wert unmittelbar an der Leuchte – im Grunde ihre eigene Leuchtdichte, projiziert auf die Deckenfläche. Der Mittelwert der Decke liegt bei 457 lx und spielt eine wichtige Rolle: Eine helle Decke (70 % Reflexionsgrad) wirft Licht nach unten zurück und hilft, Ecken auszuleuchten, die kein direktes Licht erreicht.
Die Wände haben einen Reflexionsgrad von 50 %. Squashcourts sind traditionell weiß, und das nicht nur, damit man den Ball sieht. Eine weiße Wand wirkt wie eine zweite Leuchte – sie wirft Licht auf die gegenüberliegende Seite und gleicht die Beleuchtung der ganzen Box aus.
Fünfzehn Leuchten längs zum Court, nicht quer
Achten Sie auf zwei Dinge. Erstens sind die Leuchten linear – lange Röhren, keine punktförmigen Strahler. Zweitens sind sie längs zum Court ausgerichtet, in Richtung der Längsachse.
Warum linear und nicht punktförmig
Bei einem hohen Ball legt der Spieler den Kopf in den Nacken und schaut zur Decke. Ein punktförmiger Strahler würde ihm in diesem Moment wie eine kleine, grelle Sonne direkt in die Augen leuchten. Eine Linearleuchte verteilt denselben Lichtstrom auf eine lange Fläche; ihre Leuchtdichte ist dadurch viel niedriger, und sie blendet weit weniger.
Warum längs und nicht quer
Die Längsausrichtung bedeutet, dass durchgehende Lichtbänder der Spielrichtung folgen. Das Licht ist dann in der Richtung gleichmäßiger, in die der Ball am häufigsten fliegt, und an den Wänden entstehen keine abwechselnd hellen und dunklen senkrechten Streifen, die beim Verfolgen des Abpralls stören würden.
Fünfzehn Leuchten à 57,0 W ergeben zusammen 854,9 W. Auf 62,41 m² sind das 13,70 W/m² – auf den ersten Blick viel, aber Squash braucht ein hohes und vor allem ausgeglichenes Niveau auf den senkrechten Flächen, und das kostet mehr Leuchten als eine reine Bodenbeleuchtung.
Isolinien: eine Lichtinsel in der Mitte
Die Karte hat die Form einer Zielscheibe. In der Court-Mitte bleiben die Werte über 770 lx, zu den Ecken hin sinken sie auf 560. Der Unterschied zwischen Mitte und Ecke liegt bei etwa 794 zu 455 – ein Verhältnis, das die Gleichmäßigkeit bei 0,684 hält.
Für Squash ist das wichtig. Am meisten gespielt wird in der Mitte des Courts, wo auch das meiste Licht ist. Die Ecken, in die der Ball nur gelegentlich fällt, sind etwas dunkler – aber immer noch über 500 Lux, sodass der schwarze Ball auch dort zu sehen ist.
Was diese Karte nicht zeigt
Die Isolinien zeigen die waagerechte Ebene. Die eigentliche Herausforderung beim Squash – die Beleuchtung der Stirnwand, auf die der Spieler am häufigsten blickt – sieht man erst in der Tabelle, in der die Wände auf 555 lx kommen. Wäre die Stirnwand dunkel, würde der Spieler den Ball genau dann verlieren, wenn er von ihr zurückprallt. Deshalb ist sie weiß, und deshalb wird sie von oben mit ausgeleuchtet.
Was die Squashbeleuchtung anders macht
Keine Leuchte in der Flugbahn
Beim Squash fliegt der Ball bis zur Decke. Eine tief abgehängte Leuchte würde ständig getroffen. Deshalb sitzen alle Leuchten bündig in der Deckenebene, auf einer Höhe, ohne Vorsprünge. Innen muss der Court eine glatte Box sein.
Robust gegen Ballwürfe und Feuchtigkeit
Die eingesetzten staubdichten Leuchten haben eine höhere Schutzart. In einer Halle, in der ein harter Ball fliegt und die Spieler schwitzen, ist ein robustes Gehäuse Pflicht – nicht wegen des Staubs, sondern wegen der Ballwürfe und des Kondenswassers.
Gleichmäßigkeit vor Leistung
Eine Gleichmäßigkeit von 0,684 ist beim Squash wertvoller als ein hoher Mittelwert. Der Sport wird mit den Augen gespielt: Wer den Ball für einen Sekundenbruchteil im Schatten verliert, verliert den Punkt. Deshalb kommen so viele Leuchten auf eine kleine Fläche, und deshalb wird darauf geachtet, dass zwischen ihnen keine Einbrüche entstehen.
Die Wandfarbe gehört zur Anlage
Weiße Wände mit 50 % Reflexionsgrad sind nicht nur Tradition. Sie werfen Licht quer durch den Court zurück und bilden den Hintergrund, vor dem der schwarze Ball zu sehen ist. Würde der Court dunkel gestrichen, reichte die Beleuchtung schlagartig nicht mehr aus – und mehr Leuchten ließen sich nicht unterbringen, die Decke ist voll.
Was die einzelnen Zahlen bedeuten
- Berechnungsebene 1,2 m
- Die Höhe, in der die Beleuchtungsstärke berechnet wird. Beim Squash liegt sie höher als die üblichen 0,85 m, weil sich Ball und Schläger in Brusthöhe und darüber bewegen.
- Beleuchtungsstärke der Wände
- Wie viel Licht auf die senkrechten Flächen fällt. Beim Squash wichtiger als die Beleuchtungsstärke am Boden – die Stirnwand ist das Spielziel.
- Reflexionsgrad
- Der Anteil des Lichts, den eine Fläche zurückwirft. Die weißen Wände des Courts (50 %) wirken wie eine zweite Leuchte und gleichen die Beleuchtung der ganzen Box aus.
- Leuchtdichte der Leuchte
- Wie viel Licht von einer Flächeneinheit der Leuchte ausgeht. Eine lineare Röhre hat eine niedrige Leuchtdichte und blendet deshalb den Spieler nicht, der dem Ball nach oben hinterherschaut.
- Gleichmäßigkeit
- Verhältnis der dunkelsten Stelle zum Mittelwert. Bei einem schnellen Sport wertvoller als ein hohes Niveau – ein Schatten auf der Flugbahn bedeutet einen verlorenen Ballwechsel.
- Schutzart der Leuchte
- Schutz gegen Staub und Wasser; hier zählt vor allem die Robustheit gegen Ballwürfe und Kondenswasser. In einer Sporthalle ein Muss.
Was Sie daraus mitnehmen können
Squashcourt 6,40 × 9,75 m, 15 Linearleuchten, 665 lx in der Spielebene und 555 lx an den Wänden. Die Beleuchtung einer geschlossenen Box, in der die Wand das Spielfeld ist.
Drei Dinge unterscheiden Squash von jeder anderen Halle:
Senkrechte Flächen sind wichtiger als der Boden. Gespielt wird gegen die Wand, also erhalten die Wände 555 Lux – fast so viel wie die Spielebene. Die Bodenbeleuchtung ist zweitrangig.
Die Ebene liegt höher. 1,200 Meter statt der üblichen 85 Zentimeter, weil sich das Spiel in Brusthöhe und darüber abspielt.
Die Leuchten sind linear, bündig eingebaut und längs ausgerichtet. Die niedrige Leuchtdichte blendet den nach oben schauenden Spieler nicht, die glatte Decke ist dem Ball nicht im Weg, und die Längsausrichtung folgt der Spielrichtung.
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