Warum Stadien und Arenen auf LED umrüsten: Beispiele und Zahlen
Ratgeber · Stadionbeleuchtung
Lange hieß es, LED sei für große Stadien zu schwach – heute wird weltweit im Football, Basketball, Eishockey und Fußball unter LED-Licht gespielt. Was den Wandel ausgelöst hat und welche Zahlen die Vorreiter vorweisen.
LED-Technik ist erschwinglicher geworden, und ihre Vorteile sind bekannt. Genau diese Vorteile haben Stadien in aller Welt dazu gebracht, Flutlicht mit Halogen-Metalldampflampen gegen LED zu tauschen. Der einst verbreitete Mythos, LEDs könnten große Flächen nicht ausreichend beleuchten, ist längst widerlegt.
Der Auslöser: das Blackout beim Super Bowl 2013
Bis 2013 wurde über LED im Stadion vor allem diskutiert. Dann fiel beim Super Bowl – dem Finale der American-Football-Liga NFL und für viele Amerikaner fast ein zweites Weihnachten – mitten im Spiel das Licht aus. Die Partie ruhte über eine halbe Stunde, und etwa die Hälfte dieser Zeit brauchten die Entladungslampen allein, um wieder auf volle Helligkeit zu kommen. Die Konsequenz war eindeutig: So etwas durfte sich nicht wiederholen.
Die Vorreiter in den USA
Das University of Phoenix Stadium in Glendale (Arizona) rüstete als erstes Stadion der NFL komplett auf energiesparendes LED-Flutlicht um; im Februar 2015 wurde dort der erste Super Bowl unter LED-Licht gespielt. Die Leistungsaufnahme der Beleuchtung sank um 75 % – von 1.240 kW auf 310 kW.
Viele weitere US-Stadien folgten, um ähnliche Pannen zu vermeiden. In den meisten Bundesstaaten gab es Zuschüsse von bis zu 25 % der Kosten, wenn bestimmte Anbieter beauftragt wurden. Trotzdem ist die Umrüstung eine große Investition: Typisch waren 125.000 bis 400.000 US-Dollar je Stadion. Im Gegenzug sparen die Stadien 70–80 % der Stromkosten für das Flutlicht – bei Flächen dieser Größe ein erheblicher Betrag.
Basketball und Eishockey ziehen nach
Nach dem Football folgten Basketball und Eishockey. Das multifunktionale Staples Center in Los Angeles (heute Crypto.com Arena) wurde zur ersten Spielstätte der Basketball-Liga NBA und der Eishockey-Liga NHL mit LED-Beleuchtung – dank seiner Mehrfachnutzung für beide Ligen auf einen Schlag. Erwartet wurde eine jährliche Energieeinsparung von rund 280.000 US-Dollar.
Rechenbeispiel: Selbst am oberen Ende der Investitionsspanne (400.000 US-Dollar) hat sich die Umrüstung bei 280.000 US-Dollar Energieersparnis pro Jahr nach knapp anderthalb Jahren bezahlt gemacht.
Europa und die WM-Stadien
Auch in Europa stellen Stadien um. Die Volkswagen Arena in Wolfsburg hat ihre Flutlichtanlage komplett von Halogen-Metalldampflampen auf LED umgerüstet, der FC Sevilla folgte – vor allem wegen der besseren TV-Bilder. Das ist außerhalb der USA der Hauptgrund für die Umrüstung: Sender verlangen für Übertragungen in höherer Qualität höhere Gebühren, an denen die Klubs als Stadionbetreiber prozentual beteiligt sind.
Als Stadion mit der umfangreichsten LED-Ausstattung galt die Arena Corinthians in São Paulo, gebaut für die Fußball-WM 2014. Sie hat sogar eine LED-Außenfassade von 170 × 20 m, auf der Ergebnisse, Grafiken, Fotos und Videos laufen – damals die größte LED-Projektionsfläche an einem Stadion weltweit. Gebildet wird sie aus unzähligen programmierten LED-Modulen, wie sie vor allem in der Werbung eingesetzt werden.
Bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro war die Arena Spielort des Fußballturniers, darunter Spiele der Finalrunde. Sie zählt zu den bestbeleuchteten Stadien der Welt und ermöglicht TV-Übertragungen in UHD (4K) – dank der sehr guten Farbwiedergabe des LED-Lichts.
Unterm Strich bekommen Stadien mit LED sparsamere und langlebigere Leuchten, die ohne Aufwärmphase sofort volle Leistung bringen, und ermöglichen zugleich hochwertigere Übertragungen in hoher Auflösung mit scharfen Zeitlupen.
Warum Stadien erst spät auf LED umstiegen
Stadien waren der letzte große Markt, den die LED-Technik erobert hat. Vor einigen Jahren lag der Anteil LED-beleuchteter Stadien erst bei rund 5 %; inzwischen ist LED bei Neubau und Modernisierung der Standard. Der Grund für den späten Start: Stadionstrahler brauchen enorme Lichtströme von bis zu 100.000 lm. Dafür mussten erst leistungsstärkere LED-Chips entwickelt werden – bis dahin war die Straßenbeleuchtung mit 10.000 bis 20.000 lm je Leuchte die stärkste LED-Anwendung.
Wie viel Licht eine Anlage braucht, hängt von der Montagehöhe, den Abmessungen von Spielfeld und Zuschauerbereich, bei Hallen auch von der Deckenhöhe sowie von Materialien und Farben der Umgebung ab. Die Anforderungen an Beleuchtungsstärke und Gleichmäßigkeit regelt die DIN EN 12193; Anzahl und Leistung der Strahler ermittelt eine Lichtberechnung. Leuchten für Freianlagen und Hallen finden Sie unter LED-Beleuchtung für Stadien und LED-Beleuchtung für Sporthallen.
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