Schulmensa: Essensausgabe mit 585 Lux überschreitet Energiegrenzwert
Lichtstudie · Schulmensa und Essensausgabe
DIALux-Berechnung für die Mensa und die Essensausgabe einer Schule. Dazu der jährliche Verbrauchsgrenzwert nach der Methodik zur energetischen Bewertung von Gebäuden, an dem die überbeleuchtete Küche neben der genügsamen Mensa scheitert.
Beide Räume haben genug Licht. Einer von ihnen fällt trotzdem durch – wegen des Energieverbrauchs. Die Essensausgabe der Schulmensa erreicht die geforderte Beleuchtungsstärke mit Reserve, ihr Jahresverbrauch von 944 kWh liegt aber fast beim Doppelten des Grenzwerts von 500 kWh.
Bei der benachbarten Mensa ist es umgekehrt: 334 kWh von zulässigen 1.250. Zwei Räume Tür an Tür, einer energetisch genügsam, der andere überbeleuchtet. Erklärt wird das durch eine einzige Zahl, die in Lichtstudien kaum jemand liest.
Eine Lichtstudie hat auch eine Energiezeile
Die meisten lesen im Protokoll nur Lux und Gleichmäßigkeit. Neuere Berechnungen enthalten aber noch eine weitere Spalte: den jährlichen Stromverbrauch der Beleuchtung – und dazu einen Grenzwert, der nicht überschritten werden darf.
Dieser Grenzwert stammt nicht aus der Beleuchtungsnorm. Er beruht auf der Methodik zur energetischen Bewertung von Gebäuden (DIN 18599). Sie berechnet, wie viele Kilowattstunden die Beleuchtung eines Raums im üblichen Betrieb pro Jahr verbraucht – und vergleicht das mit einem Referenzwert für diese Raumart.
Warum das sinnvoll ist
Die Beleuchtungsstärke sorgt dafür, dass es genug Licht gibt. Der Energiegrenzwert sorgt dafür, dass es nicht unnötig viel wird. Ohne ihn ließe sich jeder Raum mit doppelt so vielen Leuchten überbeleuchten – und formal wäre trotzdem alles in Ordnung.
Eine Schule wird aus öffentlichen Mitteln betrieben, und das Licht in der Mensa brennt an jedem Schultag. Jede zusätzliche Kilowattstunde summiert sich dort über das ganze Jahr – Jahr für Jahr.
Zwei Räume nebeneinander, zwei Welten
| Mensa | Ausgabe | |
|---|---|---|
| Raumart (Norm) | Schulmensa | Küche |
| Anforderung | 200 lx | 500 lx |
| Berechnete Beleuchtungsstärke | 324 lx | 585 lx |
| Gleichmäßigkeit | 0,46 | 0,70 |
| Fläche | 35,21 m² | 13,12 m² |
| Leuchten | 4 × 47,7 W | 10 × 24,2 W |
| Spezifische Anschlussleistung | 5,42 W/m² | 18,45 W/m² |
| Pro 100 lx | 1,67 W/m² | 3,15 W/m² |
| Jahresverbrauch | 334 kWh | 944 kWh |
| Jahresgrenzwert | 1.250 kWh | 500 kWh |
| Energetisch | ✓ erfüllt | ✗ überschritten |
Der Schlüssel liegt in der ersten und der letzten Zeile. Die Mensa fällt unter die Raumart Schulmensa mit einer Anforderung von 200 lx. Die Essensausgabe, in der Essen ausgegeben und aufgewärmt wird, gilt als Küche – und dafür verlangt die Norm 500 lx, also das Zweieinhalbfache.
Die höhere Lux-Anforderung allein ist kein Problem. Das Problem entsteht erst dadurch, wie klein die Essensausgabe ist.
Ein kleiner Raum ist energetisch teuer
Die Essensausgabe hat nur 13,12 m². Um dort 500 Lux zu erreichen, wurden 10 Anbauleuchten installiert. Pro Quadratmeter ergibt das 18,45 W/m².
Die Mensa hat 35,21 m² und kommt mit 4 Panels aus. Ihre spezifische Anschlussleistung beträgt 5,42 W/m² – nicht einmal ein Drittel davon.
Woher der Unterschied kommt
Zum Teil aus der zweieinhalbfach höheren Lux-Anforderung. Aber eben nur zum Teil. Den Rest erledigt die Geometrie des kleinen Raums.
Die Wände der Essensausgabe haben einen Reflexionsgrad von nur 20,0 % – vermutlich Fliesen und Edelstahl. Sie schlucken vier Fünftel des Lichts, das auf sie fällt. In einem Raum von dreieinhalb mal vier Metern landet dabei ein großer Teil des Lichts auf den Wänden. Die Wände der Mensa kommen auf 41,9 %, und der Raum ist größer – von dort kommt also deutlich mehr Licht zurück.
Fairer als Watt pro Quadratmeter ist deshalb der Vergleich in Watt pro Quadratmeter je 100 Lux: Essensausgabe 3,15, Mensa 1,67 W/m². Selbst auf dasselbe Beleuchtungsniveau umgerechnet braucht die Ausgabe fast doppelt so viel – und diesen Teil verursacht nicht die Norm, sondern der kleine Raum mit dunklen Wänden.
Mensa: vier Panels, ruhiges Licht
Mittelwert 324 lx bei einer Anforderung von 200, Gleichmäßigkeit 0,46 gegenüber geforderten 0,40. Knapp erfüllt, aber ohne unnötige Überbeleuchtung – und genau deshalb ist die Mensa energetisch im grünen Bereich.
Die L-Form ist nicht ideal. In der schmalen Engstelle links unten fallen die Werte auf 150 lx, weil dort keine der vier Leuchten hinreicht. Die Gleichmäßigkeit von 0,46 liegt deshalb nur knapp über dem Grenzwert. In einer Mensa stört das nicht – am Rand sitzt niemand am Tisch, dort geht man zur Ausgabetheke.
Essensausgabe: zehn Leuchten auf dreizehn Quadratmetern
Zehn Leuchten auf dreizehn Quadratmetern sind ein dichtes Netz. Der Mittelwert liegt bei 585 lx, die Gleichmäßigkeit bei 0,70 – übrigens ein ausgezeichneter Wert, und das ist die gute Nachricht. In einer Küche, in der mit Messern und Hitze gearbeitet wird, ist ausgeglichenes, schattenfreies Licht erwünscht.
Der Preis dafür sind 18,45 W/m² spezifische Anschlussleistung und ein überschrittener Jahresgrenzwert. Unter dem Aspekt der Sicherheit ist die Ausgabe richtig beleuchtet, unter dem Aspekt der Energie zu stark. Beides stimmt gleichzeitig.
Lässt sich das beheben, ohne das Licht zu verschlechtern?
Der Energiegrenzwert lässt sich auf drei Wegen einhalten – und keiner davon bedeutet, die Küche dunkler zu machen.
Effizientere Leuchten. Die eingesetzten Leuchten liefern rund 113 Lumen pro Watt. Die besten Linearleuchten schaffen heute 170. Dieselben Lux-Werte mit einem Drittel weniger Watt würden die Ausgabe ein großes Stück näher an den Grenzwert bringen.
Hellere Oberflächen. Wände mit einem Reflexionsgrad von 20,0 % sind in einem kleinen Raum eine energetische Bremse. Helle statt dunkler Fliesen werfen mehr Licht in den Raum zurück und senken die nötige installierte Leistung.
Steuerung nach Nutzung. Volles Licht braucht die Ausgabe nur, solange das Mittagessen ausgegeben wird, also zwei bis drei Stunden am Tag. Den Rest des Tages genügt ein Bruchteil. Schalten oder Dimmen nach Anwesenheit senkt den Jahresverbrauch stärker als ein Leuchtentausch – denn der Grenzwert bezieht sich auf Kilowattstunden pro Jahr, nicht auf Watt.
Genau dieser letzte Punkt ist der Kern. Der Jahresgrenzwert bestraft keine helle Küche. Er bestraft eine helle Küche, in der das Licht auch dann brennt, wenn sich niemand darin aufhält.
Was die einzelnen Zahlen bedeuten
- Jahresverbrauch und Grenzwert
- Wie viele Kilowattstunden die Beleuchtung eines Raums pro Jahr verbraucht und wie viele sie nach der Methodik zur energetischen Bewertung von Gebäuden verbrauchen darf. Ein Kriterium, das von der Beleuchtungsstärke unabhängig ist.
- Spezifische Anschlussleistung (W/m²)
- Installierte Leistung der Leuchten pro Quadratmeter. Ein kleiner Raum mit hoher Lux-Anforderung hat immer einen hohen Wert – für sich allein beweist sie deshalb nichts.
- Watt pro 100 Lux
- Die spezifische Anschlussleistung, umgerechnet auf dasselbe Beleuchtungsniveau. Erst diese Zahl macht die Wirtschaftlichkeit von Räumen mit unterschiedlichen Anforderungen vergleichbar.
- Raumart
- Die Einordnung des Raums in der Norm. Die Essensausgabe fällt unter Küchen (500 lx), die benachbarte Mensa unter Schulmensen (200 lx) – daher kommt der größte Teil des Unterschieds.
- Reflexionsgrad der Wände
- Der Anteil des Lichts, den eine Wand zurückwirft. In einem kleinen Raum macht reflektiertes Licht einen großen Teil des Ergebnisses aus; dunkle Fliesen erhöhen die benötigte Leistung.
- Steuerung nach Nutzung
- Schalten oder Dimmen nach Anwesenheit. Auf den Jahresverbrauch hat das oft größeren Einfluss als die Effizienz der Leuchten, weil der Grenzwert für das ganze Jahr gilt.
Was Sie daraus mitnehmen können
Schulmensa und Essensausgabe nebeneinander. Beide haben genug Licht – 324 und 585 lx. Die Mensa verbraucht 334 kWh im Jahr und liegt weit unter dem Grenzwert; die Ausgabe verbraucht 944 kWh und überschreitet ihn.
Drei Erkenntnisse daraus:
Eine Studie bewertet nicht nur Lux. Neuere Berechnungen haben eine Energiezeile, und die kann einen Entwurf durchfallen lassen, der lichttechnisch ansonsten in Ordnung ist. Achten Sie im Protokoll darauf.
Kleine Räume mit hoher Anforderung sind eine Energiefalle. Die Ausgabe kommt auf 18,45 W/m², weil sie klein ist, dunkle Wände hat und 500 Lux braucht. Jede Kombination dieser drei Faktoren verteuert den Betrieb.
Steuerung ist günstiger als Überbeleuchtung. Eine Küche, die nur während der Essensausgabe voll beleuchtet ist, hält den Grenzwert auch mit weniger effizienten Leuchten ein.
Passende Leuchten für Mensa und Essensausgabe finden Sie unter LED-Panels und LED-Deckenleuchten. Die Lichtberechnung für Ihre Schulmensa erstellen wir gern – inklusive Bewertung des Jahresverbrauchs.
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